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Lokales Leipziger Stadtrat beschließt Finanzspritze für marode Schulhäuser - 20 Sporthallen sind dicht
Leipzig Lokales Leipziger Stadtrat beschließt Finanzspritze für marode Schulhäuser - 20 Sporthallen sind dicht
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10:14 21.09.2012
Der Leipziger Stadtrat beschloss am Donnerstag ein 165 Millionen Euro umfassendes Investitionsprogramm für Schulen (Archivfoto). Quelle: André Kempner
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Leipzig

Punkt 21 Uhr gab es auch grünes Licht für das 165 Millionen Euro umfassende Baupaket für Leipziger Schulen - einstimmig bei drei Enthaltungen. Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) musste allerdings einräumen, dass 20 Schulsporthallen wegen Baumängeln derzeit nicht nutzbar sind.

Gestritten wurde bis zuletzt: Seit Jahren stehen die beiden Gebäude in der Gorkistraße 15 sowie 25 leer. Die Stadt will sie zum Gymnasium ausbauen, was nach jüngsten Prognosen statt 13,2 Millionen mindestens 16,6 Millionen Euro kosten wird. "Wir sind zwar für Eile, können uns aber keine großen finanziellen Fehler leisten. Denn uns wird vom Land immer wieder vorgeworfen, zu teuer zu bauen", warnte Stadträtin Margitta Hollick (Linke).

Neues Gymnasium für Leipziger Osten noch nicht vom Tisch

Ein Großteil ihrer Fraktion wollte daher lieber das ehemalige Fechner-Gymnasium in der Löbauer Straße sanieren und dauerhaft als Gymnasium ausbauen. Dort ist derzeit ein Teil des Reclam-Gymnasiums untergebracht - mindestens noch für ein Jahr. "Die Schule wird aber weiterhin als Ausweichquartier gebraucht", entgegnete Schulbürgermeister Thomas Fabian (SPD). Außerdem dränge die Zeit, weil bestehende Räume für Gymnasialklassen gerade mal noch fürs nächste Schuljahr ausreichen.

"Wir besitzen zwei leerstehende Häuser, uns sitzt die Zeit im Nacken - deshalb muss unverzüglich mit der Planung begonnen werden", betonte Ingrid Glöckner (SPD). Holger Gasse (CDU) hält den Standort in der Gorkistraße nach wie vor für falsch - im Gegensatz zu vielen anderen seiner Fraktion. Er plädierte erneut für ein Gymnasium im Kerngebiet Leipziger Osten.

Leipzig. Das neue Gymnasium in Schönefeld kann entstehen. Nach kontroverser Debatte beschloss der Stadtrat am Donnerstag, die beiden ehemaligen Schulhäuser in der Gorkistraße auszubauen. Grünes Licht gab es auch für das 165 Millionen Euro umfassende Baupaket für Leipziger Schulen. Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) musste allerdings einräumen, dass 20 Sporthallen wegen Baumängeln derzeit nicht nutzbar sind.

Fabian versprach, dass dies mit der Entscheidung für Schönefeld keineswegs vom Tisch sei. "Wir haben bis heute kein Grundstück im Leipziger Osten für einen Schulneubau gefunden, deshalb können wir der Verwaltung nichts entgegensetzen", argumentierte Grünen-Stadträtin Katharina Krefft. Trotz der "exorbitanten Kosten" könne sie daher zustimmen. "Wir haben schließlich auch eine Verantwortung für städtische Liegenschaften."

Soll wieder aktiviert werden: das Schulgebäude in der Gorkistraße. Quelle: André Kempner

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) warb ebenfalls für die Chance, durch die Sanierung "riesige Problemecken" wie an der Gorkistraße beseitigen zu können. Mehrheitlich - bei etlichen Gegenstimmen und vielen Enthaltungen - stimmte der Rat dem Ausbau beider Häuser zum Gymnasium schließlich zu. Viele Stadträte waren sich aber einig, dass zusätzlich ein Grundstück für einen Neubau im Osten gesucht werde.

Weniger umstritten war das 165-Millionen-Euro-Bauprogramm, das nun einen Fahrplan mit der Liste nötiger Investitionen bis 2016 enthält. "Das erste Mal haben wir, abgesehen vom Konjunkturpaket II, die Sicherheit, wie viel Fördermittel wir in den nächsten beiden Jahren vom Freistaat bekommen", freute sich Fabian. Das werde mit vielen Millionen aus dem Stadthaushalt aufgestockt. Der CDU-Landtagsabgeordnete und Stadtrat Wolf-Dietrich Rost (CDU) sieht dies weniger euphorisch. Schulhausbau sei eine kommunale Pflichtaufgabe, die Leipzig in den vergangenen Jahren vernachlässigt habe. "Nun springt der Freistaat Sachsen ein, um die Fehler der Stadt Leipzig auszubügeln", so Rost.

Fabian sichert bei Sporthallen schnelle Lösung zu

René Hobusch (FDP) erklärte, dass die Situation trotz des Bauprogramms alles andere als rosig sei. Immerhin betrage der Investitionsstau mehr als 570 Millionen Euro. "Da bleibt mehr als genug zu tun." Linken-Stadträtin Hollick hatte auch ein aktuelles Beispiel: "20 Schulsporthallen können inzwischen nicht mehr genutzt werden, weil grobe Mängel nicht beseitigt sind", sagte sie. Das wurde gerade erst bekannt. Fabian sicherte eine rasche Bestandsaufnahme zu - und eine Lösung, um den Sportunterricht abzusichern.

Die Grünen plädierten dafür, die Bürger und Schulen stärker an der Diskussion um Standorte und Baumaßnahmen zu beteiligen. "Besonders bei den Schulen, für welche neue Standorte geplant werden wie Sport-Mittelschule und Käthe-Kollwitz-Sprachheilschule halten wir die Beteiligung für unabdinglich", so Krefft.

Mathias Orbeck

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