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Leipziger Stadtrat beschließt eine Million Euro für den 100. Katholikentag

Leipziger Stadtrat beschließt eine Million Euro für den 100. Katholikentag

Deutschen Katholikentag, der vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig stattfindet, mit einer Million Euro unterstützen. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen.

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Der Stadtrat hat die Millionenförderung für den 100. Katholikentag beschlossen. (Archivbild)

Quelle: Volkmar Heinz

Die Stadt wird den 100. Während vor der Sommerpause die Skepsis bei den Abgeordneten überwogen hatte, zeigten sich jetzt – wenige Tage nach einem Gespräch mit Vertretern des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), dem Veranstalter des Laien-Treffens – die meisten Stadträte überzeugt: Leipzig wird von dem Großereignis vielfach profitieren.

33 Ja-Stimmen, 26 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen – so sah die Bilanz nach gut einstündiger Debatte aus. Die FDP hatte ihre Zustimmung von der Zusage abhängig gemacht, dass eine Förderrichtlinie für Großveranstaltungen erstellt werde. Das sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) zu. Die Sozialdemokraten verankerten in dem Beschluss, dass der Stadtrat eine Aufstellung der Mittel bekommt, die aus der Veranstaltung direkt an die Kommune zurückfließen.

Die Bündnisgrünen hingegen scheiterten mit ihrem Kompromissvorschlag, der eine Förderung von 300 000 Euro vorsah. „Wir wollen den Katholikentag", sagte Grünen-Fraktionschef Volger, aber den Vereinen der Stadt sei nun nicht mehr zu erklären, warum sie wegen Geldmangels auf Mittel verzichten müssten. Fraktionskollege Michael Schmidt rechnete vor, dass Bund, Land und Kommune mit 4,6 Millionen Euro fast die Hälfte des rund Zehn-Millionen-Euro-Budgets des Katholikentages 2016 schultern sollen. Angesichts des Vermögens der Katholischen Kirche in Deutschland in Höhe von rund 270 Milliarden Euro sei dies nicht nachvollziehbar.

Ein „substanzieller Teil des Leipziger Zuschusses" fließe direkt an städtische Unternehmen zurück, entgegnete SPD-Fraktionschef Axel Dyck, „von der positiven Wirkung in die Stadt hinein ganz zu schweigen", so der Sozialdemokrat. Die Außenwirkung übertreffe zum Beispiel die einer sportlichen B-Veranstaltung wie der Hallenhockey-Weltmeisterschaft bei weitem. Als Atheist trete er für die Unterstützung evangelischer und katholischer Kirchentage ein. Denn keine andere gesellschaftliche Kraft sei aktuell in der Lage, in solcher Vielfalt alle drängenden Fragen des Zusammenlebens streitbar zu diskutieren. Dyck empfahl: „Hingehen, zuhören, mitdiskutieren."

„Ich schäme mich für die Debatte über Umweg-Rentabilität", sagte CDU-Fraktionsvorsitzende Ursula Grimm. Dies werde der Veranstaltung nicht gerecht. Die Katholiken hätten sich für ihr Jubiläum bewusst für die Stadt der Friedlichen Revolution entschieden. „Die 89er-Bewegung kommt aus den Kirchen." Die erstrittene Freiheit mache jetzt auch die Proteste der Gegner des Zuschusses möglich – „und das ist gut so", betonte sie. Das Gerangel um den finanziellen Nutzen des Katholikentages sei aber „scheinheilig".

Die Linke stimmte mehrheitlich gegen die Finanzspritze. Leipzig habe 22 000 Langzeitarbeitslose, die Lage bei Schulen, Kitas und Straßen sei angespannt. „Das ist keine Scheinheiligkeit, sondern die Wahrheit", sagte William Grosser. Die Stadt könne sich die Million für das Katholiken-Treffen einfach nicht leisten.

Leipzig werde als Veranstaltungsort international stark wahrgenommen und die meisten Großveranstaltungen bekämen Subventionen, betonte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Er stellte den Nutzen für Wirtschaft und Bürger in den Vordergrund und widersprach Vorwürfen aus dem Lager der Grünen, er habe dem ZdK hinter dem Rücken der Stadträte Versprechungen gemacht. „2012 habe ich eine Summe als Unterstützung zugesagt, natürlich nach Abstimmung im Ältestenrat", so Jung. Leipzig tue gut daran, ein Ort zu sein, an dem alle brennenden Fragen der Zeit diskutiert würden.

Evelyn ter Vehn

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