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Lokales Leipziger Stadtrat sichert sich mehr Einfluss auf die Tourismus-Firma
Leipzig Lokales Leipziger Stadtrat sichert sich mehr Einfluss auf die Tourismus-Firma
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00:31 06.11.2015
Leipzig Region – unter diesem Slogan wird die Messestadt vermarktet.  Quelle: Foto: André Kempner
Leipzig

Der Stadtrat sichert sich mehr Einfluss auf die Leipziger Tourismus- und Marketing (LTM) GmbH, die die Messestadt nach außen hin vermarktet. So entsendet er künftig Mitglieder in den Vorstand und die Mitgliederversammlung des Vereins, der Träger der Gesellschaft ist. „Somit hat der Stadtrat erstmals die Möglichkeit die Verwendung der Mittel aus dem städtischen Haushalt in der LTM zu überprüfen und auf strategische Entscheidungen einzuwirken“, freut sich Frank Tornau (CDU), von dessen Fraktion die Initiative dafür ausging.

Das Konstrukt LTM ist kompliziert: Eigentümer der Gesellschaft ist der Verein Leipzig Tourist Service (LTS), dem 99 Mitglieder angehören – darunter viele aus der Tourismus- und Kulturbranche. Zwölf Vorstandsmitglieder stellen da unter Leitung von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) die Weichen. Der Vorstand gibt den Marketing- und Wirtschaftsplan frei, der vorher mit allen Mitgliedern diskutiert wird. LTM übernimmt mit seinem Geschäftsführer Volker Bremer das operative Geschäft. Nun sollen der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses Heiko Bär (SPD) sowie Vertreter aller Fraktionen in die Gremien.

Das Budget der LTM GmbH beträgt 2015 etwa 5,4 Millionen Euro, wovon die Stadt 2,2 Millionen Euro beisteuert. Die Summe soll ab 2016 auf 2,3 Millionen steigen. Mehr als die Hälfte des Budgets wird durch eigene Umsätze und sonstige Projekte mit Partnern erwirtschaftet. Wofür das Geld ausgegeben wird, steht in den Marketing- und Wirtschaftsplänen. Etliche störte, dass Stadträte darauf zu wenig Einfluss nehmen können. „CDU und SPD haben dieses Konstrukt erst geschaffen. Wir freuen uns, dass auch die Verwaltung hier lernfähig ist.“, so William Grosser (Linke). Annette Körner warnte aber, dass ein Verein nicht so einfach verpflichtet werden kann, Personen aufzunehmen. Daraus folgt: Die Mitgliederversammlung muss erst zustimmen, ob sie die Initiative mitträgt.

Körner übte Kritik an der bisherigen Struktur: „Zum Thema touristischer Entwicklungsplan hat sich stärkerer Unmut in den Fraktionen gezeigt. Meine Bitte an den Oberbürgermeister: Sorgen Sie für mehr Beteiligung der Stadträte auch in Fragen solcher mehrjährigen Projekte.“ Bereits im November steht der langerwartete Tourismusplan zur Debatte. In Leipzig gibt es etwa 42 000 touristische Arbeitsplätze, erwirtschaftet wird dabei ein Bruttoumsatz von gut 1,5 Milliarden Euro. Wachstumspotenzial wird in der Kongressbranche gesehen. Zulegen will Leipzig aber vor allem bei den Privatreisenden, die an der Pleiße derzeit einen Marktanteil von 30 bis 40 Prozent ausmachen. Auch der Ausländeranteil an den Gästen ist derzeit noch zu gering. Die Übernachtungszahlen sollen sich bei mehr als drei Millionen Gäste pro Jahr einpegeln. Wie das zu schaffen ist, soll das Amt für Wirtschaftsförderung bis zum Frühsommer 2016 konkret untersetzen.

Von Mathias Orbeck

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