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Lokales Leipziger Stadtrat soll über Verbot von Heizpilzen entscheiden
Leipzig Lokales Leipziger Stadtrat soll über Verbot von Heizpilzen entscheiden
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17:04 10.04.2017
Auf vielen Freisitzen in Leipzig wärmen Heizpilze die Gäste. Die Geräte sind aber als CO2-Schleudern verschrien. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Wenn die ersten Sonnenstrahlen kommen, sitzen Gastro-Besucher am liebsten draußen. Mit Wärmestrahlern verlängern auch viele Leipziger Gastwirte die Open-Air-Saison. Am Mittwoch werden sich wohl im Stadtrat die Gemüter an den Strahlern erhitzen. Grüne und Linke fordern ein Verbot aus Umweltschutzgründen.

„Wärmestrahler sind umweltschädlich“, so die Antragsteller. Ihre Energieleistung von 14 Kilowattstunden (kWh) reiche aus für die Beheizung eines durchschnittlichen Einfamilienhauses. Bei einer Laufzeit von vier Monaten würden die Geräte zwei Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. CO2 gilt als einer der Verursacher der globalen Erwärmung.

Bereits 2011 appellierte die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen an Leipziger Gastronomen, sich in einer freiwilligen Kampagne für die Abschaffung der Heizpilze einzusetzen. Der daraus folgende Ratsbeschluss habe aber keinerlei Wirkung gezeigt: „Im Gegenteil, die Heizpilze gehören inzwischen sogar im Sommer zum normalen Stadtbild“, heißt es in dem aktuellen Gemeinschaftsantrag von Grünen und Linksfraktion.

FDP-Ratsmitglied René Hobusch hat für ein Verbot kein Verständnis, hält es auf juristisch für fragwürdig. „Anstatt sich für Leipziger Wirtschaft, zum Tourismus und zur Draußen-Kultur zu bekennen, hauen Grüne und Linke den Wirten der Stadt neue Knüppel zwischen die Beine“, so Hobusch. Für Freisitze auf öffentlichem Grund und Boden gebe es klare Regeln. Einschränkungen aus ideologischen Gründen seien nicht vorgesehen, so der Jurist. Auf privatem Grund hätte ein Verbot laut Hobusch ohnehin kaum Chancen auf Durchsetzung.

Grüne und Linke weisen darauf hin, dass in Städten wie Berlin, Köln oder Stuttgart ein Wärmestrahler-Verbot längst greife.

Von Evelyn ter Vehn

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