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Lokales Leipziger Stadtverwaltung übernimmt Pacht für Nikolaischule
Leipzig Lokales Leipziger Stadtverwaltung übernimmt Pacht für Nikolaischule
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22:53 25.10.2018
Die Pachtkosten der Alten Nikolaischule werden ab kommenden Jahr von der Stadt Leipzig übernommen. (Archiv) Quelle: Andre Kempner
Leipzig

Die Kulturstiftung Leipzig behält die Nikolaischule in Regie. Der Stadtrat gewährt der Stiftung einen Zuschuss von 52  676,12 Euro, mit dessen Hilfe sie den Erbbauzins bei der Stadt bezahlen kann. Das hat zwar etwas von linker Tasche, rechter Tasche. „Wir müssen die Stiftung in die Lage versetzen, das Gebäude mit Gewinn zu bewirtschaften“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD): „Wir als Stadt können es nicht besser.“

Die CDU konnte sich mit ihrem Vorschlag, die Alte Nikolaischule künftig vom städtischen Liegenschaftsamt betreiben zu lassen und der Stiftung kostenlos Räume zur Verfügung zu stellen, nicht durchsetzen. „Das wirkt wie eine Enteignung und ist auch keine Würdigung der bisherigen Arbeit der Stiftung“, warnte Annette Körner (Grüne), die Vorsitzende des Kulturausschusses. Sven Morlok (FDP) schlug vor, dass die institutionelle Förderung über das übliche Kulturverfahren erfolgt. Die Mittel im Fördertopf wurden nun für die Jahre 2019/20 um 90 000 Euro erhöht, da auch noch die Stiftungsarbeit gefördert werden soll.

Zur Erinnerung: Die Stiftung hat die Alte Nikolaischule von der Stadt in Erbbaupacht übernommen. Nach umfangreicher Sanierung, die durch Fördermittel von Bund und Land, Eigenmitteln der Stiftung sowie einen Zuschuss der Stadt Frankfurt/Main bezahlt wurde, konnte das Gebäude 1994 wiedereröffnet werden. Vereinbart wurde damals ein Verrechnungsmodell, mit dem die Pacht bis Ende 2018 abgegolten war.

Aus eigener Kraft kann die Stiftung ab 2019 die Pacht allerdings nicht zahlen. Das liegt auch daran, dass es für das Stiftungskapital auf dem Finanzmarkt kaum noch Zinsen gibt. „Ich glaube, dass die Stiftung mit der Immobilie überfordert ist. Wir schaffen einen Präzedenzfall“, warnte Ansbert Maciejewski (CDU). OBM Jung entgegnete, dass auch die Bach-Stiftung sowie die Mendelssohn-Stiftung von der Stadt gefördert werden.

Hilfe bekommt die Kulturstiftung, die ein Sanierungskonzept vorlegen muss, auch bei anstehenden Reparaturarbeiten am Gebäude am Nikolaikirchhof. Die Stiftung hat in den Vorjahren zwar selbst 3,5 Millionen Euro für Reparaturen in das historische Haus gesteckt.

Es wurde durch vielfältige Veranstaltungen über 25 Jahre lang intensiv genutzt. Die Stadt Leipzig will einen Zuschuss von 350 000 Euro für bauliche Sanierungen in den Jahren 2019/20 gewähren. So sind Arbeiten am Glasdach, der Fassade sowie Brandschutz- und Instandhaltungsmaßnahmen notwendig. Für den Aufzug gibt es inzwischen schon gar keine Ersatzteile mehr.

Von Matthias Orbeck

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