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Lokales Leipziger Start-up „Sauberkasten“ ermöglicht Putzen ohne Reue
Leipzig Lokales Leipziger Start-up „Sauberkasten“ ermöglicht Putzen ohne Reue
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00:22 08.09.2017
Jeanette Schmidt (links) und Henriette Grewling mit ihrem „Sauberkasten“ für schadstofffreies Putzen. Quelle: Foto: André Kempner
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„Bei Lebensmitteln und Kosmetik habe ich schon immer darauf geachtet, was ich konsumiere. Aber nicht bei dem, was durch den Abfluss geht“, räumt die junge Designerin ein. In ihrer Bachelor-Arbeit in Dessau an der Hochschule Anhalt sollte sie untersuchen, wie man Nachhaltigkeit in den Alltag bringen kann. Das lenkte ihre Aufmerksamkeit auf Hausputz- und Waschmittel mit ihren vielen Duft- und Farbstoffen. Viele Menschen setzen starken Duft mit Sauberkeit gleich, doch in Wahrheit hat das nichts miteinander zu tun.

Sechs Dinge braucht der Mensch laut Jeanette Schmidt für eine saubere Wohnung, saubere Wäsche und sauberes Geschirr: Kernseife, Natron, Soda, Zitronensäure, Essig und Wasser. Für den guten Duft dürfen es auf Wunsch auch noch ein paar Tropfen ätherisches Öl sein. Das hat sie in ihrer Bachelor-Arbeit dargestellt – und damit hätte eigentlich im Februar 2016 nach Ende des Studiums Schluss sein können. Doch die Putz-Aktivistin fand es schade, ihr Wissen nun in die berühmte Schublade zu stecken. Zumal ihr auch andere Leute rieten, das Projekt weiter zu verfolgen.

Mit ihrer Freundin seit den Jugendtagen im Mansfelder Land machte sich die Absolventin an die Arbeit. Das Social Impact Lab im Plagwitzer Stelzenhaus bot den Gründerinnen ein achtmonatige Stipendium. „Doch ohne Fachwissen sind wir an unsere Grenzen gekommen, deshalb haben wir die Hausmittel aus der Bachelor-Arbeit mit einer Biochemikerin überarbeitet“, erzählt Schmidt. Sie legte ein Urlaubssemester ein, um das Projekt weiterzuentwickeln, bevor sie in Kürze mit ihrer Masterarbeit beginnen will. Henriette Grewling, Mediengestalterin und aktuell Referendarin im Lehramt, half kräftig mit.

Im Juni 2017 war der „Sauberkasten“ soweit fertig, dass der Verkauf beginnen könnte. Allerdings fehlte es an Geld. Eine Crowdfunding-Kampagne im Juli brachte 42 000 Euro für den Start der Produktion und rund 800 Bestellungen aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein. Das sehen die beiden jungen Frauen als Beweis dafür, dass es für ihr Produkt tatsächlich einen Bedarf gibt. Wer jetzt online bestellt, muss sich allerdings noch bis zum Herbst gedulden. Ziel ist es, dass bis Ende des Jahres der Onlineshop und der Vertrieb „stehen“.

Das Zusammenmixen von Spülmittel, Waschmittel, Vielzweckreiniger, Bodenreiniger, Scheuerpaste, WC- oder Abflussreiniger gehe ganz leicht und dauere nur wenige Minuten, versichern die Gründerinnen. Ihr „Sauberkasten“ enthält alle Grundstoffe sowie eine Mischanleitung und Mischutensilien. Mit dem Inhalt eines Kastens kann man 16-mal waschen, sechsmal das Klo putzen, sechsmal den Boden wischen oder zweimal den Abfluss reinigen. Je nach Zubehör kostet ein Set 35, 50 oder 70 Euro.

Wer allerdings glaubt, dass es in den Wohnungen von Jeanette Schmidt und Henriette Grewling nur so blinkt und glänzt, der irrt sich: „Der Aufbau eines Start-ups ist so aufwendig, dass man gar keine Zeit hat, seinen Haushalt in Schuss zu halten“, lacht Henriette.

sauberkasten.com

Von Kerstin Decker

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