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Lokales Leipziger Startup-Schmieden geben Mittelständischem Unternehmertag frischen Wind
Leipzig Lokales Leipziger Startup-Schmieden geben Mittelständischem Unternehmertag frischen Wind
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18:11 09.11.2018
Zum Unternehmertag MUT werden wieder mehr als 1000 Besucher im Congress Centrum Leipzig erwartet. Quelle: Fotos:
Leipzig

Kickende Roboter, Firmenpräsentationen im Fahrstuhl und Vorträge über die schönsten Pleiten – der Mittelständische Unternehmertag (MUT) wartet bei seiner 14. Auflage am Donnerstag in Leipzig mit einigen Neuerungen auf. Denn zusätzlich zu den gewohnten Ausstellungen, Vorträgen und Firmenständen sollen neue Angebote frischen Wind in das Congress Center Leipzig bringen.

„Wir haben das Konzept behutsam weiterentwickelt und gehen mit frischen Formaten an den Start“, sagt Daniel Zein, einer der beiden Geschäftsführer des Veranstalters. Ziel sei es, auch junge Unternehmer und Existenzgründer anzusprechen – ohne die traditionellen Mittelständler zu verprellen. „Wir wollen weiter die gestandenen Unternehmer ansprechen, uns zugleich aber für die kommende Unternehmergeneration öffnen. Das ist schon ein ziemlich großer Spagat.“

Keine Abstriche gibt es daher beim etablierten Programm. Auch in diesem Jahr gibt es gleich mehrere prominente Hauptredner: Dirk Roßmann, Gründer und Chef der gleichnamigen Drogeriemarktkette, berichtetet aus seinem Unternehmerleben. Und im 2017 erstmals aufgelegten Diskussions-Format „MUT kontrovers“ treten Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück und der Inhaber der Münchner Merkur-Bank, Marcus Lingel, gegeneinander an. Braucht man überhaupt noch Banken, fragt der eine. Wie unkonventionell und laut darf ein Betriebsrat sein, der andere.

Startups präsentieren sich im Aufzug

Für Tempo sorgen dann vor allem die Leipziger Startup-Schmieden wie das von der LVZ initiierte Basislager und das Spinlab der HHL, die die Organisatoren an Bord geholt haben. Erstmals lassen sie direkt auf dem Kongress vier Startups in einem Pitch gegeneinander antreten: Blugento und Iotoq aus Leipzig, GeldPilot24 aus Schkeuditz sowie Everlean aus Berlin. Sie haben jeweils sieben Minuten Zeit, sich einer Jury zu präsentieren, dem Sieger winkt ein dreimonatiger Aufenthalt in den USA.

Noch schneller geht es bei den acht Elevator Pitches zu: Die Gründer werden in den Glasfahrstuhl im Congress Center gesteckt und haben dann 60 Sekunden Zeit, ihre Geschäftsidee vorzustellen, bevor der Aufzug oben ankommt. Der gesamte Kongress kann per Livekamera zusehen.

Einen weiteren Hingucker steuern die Studenten der Leipziger Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) bei: Erst im Juni hatten ihre Fußballroboter beim RoboCup im kanadischen Montréal den Weltmeistertitel abgeräumt. Jetzt treten sie auf dem MUT zum Schau-Kicken an.

Die siegreichen Robo-Kicker der HTWK zeigen beim MUT, wie sie im Juni in kanada den WM-Titel abräumten. Quelle: HTWK

Basislager der LVZ will Veranstaltung verjüngen

„Wir versuchen, eine gewachsene Veranstaltung etwas zu verjüngen“, sagt Basislager-Chef Marco Weicholdt. Die Startup-Schmiede war schon vor einem Jahr erstmals beim MUT dabei, dieses Mal wurde das Engagement deutlich ausgebaut. In einer Art Speeddating kommen junge und alte Unternehmer zusammen. Motto: „Krawatte trifft Hoodie“.

Erklärtes Ziel dabei: Junge Gründer und etablierte Unternehmer zusammenbringen, neue Kontakte ermöglichen und den Austausch anregen. „Beide können viel voneinander lernen“, ist sich Weicholdt sicher. „Dafür ist der MUT ein guter Startpunkt. Hier begegnet man sich auf Augenhöhe.“

Auch negative Erfahrungen werden dabei nicht ausgeblendet: Im „Fuckup Spezial“ berichten Dirk Schöps und Bert Overlack, wie sie nach anfänglichem Höhenflug mit ihren Firmen in die Insolvenz rutschten. Man knüpfe hier an das erfolgreiche Konzept der „Fuckup Nights“ an, die es seit drei Jahren auch in Leipzig gibt, berichtet Weicholdt. „Das haben wir für den MUT aufgegriffen.“

1800 Besucher erwartet

Im vergangenen Jahr wurden beim MUT 1800 Besucher gezählt. Genauso viele sollen es auch in diesem Jahr werden, hoffen die Veranstalter. Vielleicht auch etwas mehr. „Wir hoffen auf mindestens genauso viele Teilnehmer wie im vergangenen Jahr“, sagte ein Sprecher. Vor zwei Jahren, als der MUT noch vom Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) organisiert wurde, waren sogar knapp 4000 Besucher gekommen.

Der MUT war 2005 vom BVMW ins Leben gerufen worden und hat sich längst zum wichtigsten branchenübergreifenden Leitkongress des Mittelstands in ganz Deutschland entwickelt. Im vergangenen Jahr gab der Verband die Organisation dann an die neugegründete MUT Deutschland GmbH. „Wir gestalten den MUT jetzt verbandsoffen“, sagt Zein.

Der BVMW ist aber weiter als Unterstützer an Bord. Daneben habe man jetzt aber auch weitere Organisationen wie den Unternehmerverband Sachsen, den Marketing Club Leipzig und den Lions Club im Boot. Und am Veranstaltungsort wird trotz aller Neuerungen nicht gerüttelt: „Der MUT bleibt in Leipzig fest verankert.“

Von Frank Johannsen

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