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Lokales Leipziger Straßenbahnen rollen künftig auch samstags im 10-Minuten-Takt
Leipzig Lokales Leipziger Straßenbahnen rollen künftig auch samstags im 10-Minuten-Takt
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19:08 01.03.2018
Immer mehr Fahrgäste steigen in die Straßenbahnen der Verkehrsbetriebe (hier am Hauptbahnhof). Jetzt reagiert das Unternehmen und passt sein Angebot an. Quelle: Wolfgang Zeyen
Leipzig

Die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) gestalten ihren Fahrplan um: Ab 28. November sollen die Straßenbahnen und zwei Buslinien an Samstagen häufiger fahren. „Mit Ausnahme der Linie 14 werden dann alle Straßenbahnen im 10-Minuten-Takt verkehren – so wie heute schon an den Werktagen“, sagte gestern Technik-Geschäftsführer Ronald Juhrs. Auch die Buslinien 72 und 73 werden im Abschnitt Hauptbahnhof–Mölkau verdichtet.

Die LVB erhoffen sich dadurch mittelfristig rund eine Million mehr Fahrgäste pro Jahr. Gleichzeitig soll das Angebot in verkehrsschwachen Zeiten punktuell ausgedünnt werden. Dies werde in den Sommerferien und in der Weihnachtszeit an den Werktagen zwischen den Feiertagen geschehen, so Juhrs. In diesen Zeiten liege das Fahrgastaufkommen rund 30 Prozent unter dem normalen Niveau.

Die Verbesserungen an den Wochenenden werden mit Leipzigs rasant wachsenden Einwohnerzahlen und der zunehmenden Attraktivität der Innenstadt begründet. Dies zeigen auch schon die bisherigen Zahlen: Von 2005 bis 2011 hatten die LVB durchschnittliche Fahrgastzuwächse von jährlich 9 Prozent – aber an den Samstagen lagen diese im Durchschnitt bei 16 Prozent.

Diese Entwicklung hat sich bei einem Test bestätigt, den die LVB am 25. November 2012 gestartet hatten. Damals wurden für die Straßenbahnlinien 3, 4 und 12 probeweise an den Samstagen ein 10-Minuten-Takt eingeführt und dies mit Fahrgastzählungen sowie Marktforschungen begleitet.

„Die Fahrgäste wurden zum Beispiel gefragt, warum und wohin sie fahren und welche Tickets sie nutzen“, so Juhrs. In der Folgezeit wuchsen die Fahrgastzahlen auf diesen drei Linien extrem. „Das Wachstum lag 21,5 Prozent über jenem der anderen Linien“, berichtet Juhrs. Hinzu kam, dass Kundenzufriedenheitsanalysen in den Jahren 2011 bis 2014 permanent ergaben, dass die Fahrgäste auf den übrigen Linien unzufrieden mit dem Wochenendangeboten waren. „Wir reagieren jetzt auf diese Marktentwicklung“, so Juhrs.

Für die Angebotserweiterung müssen die LVB jährlich 260 000 Kilometer mehr fahren – das entspricht einer einprozentigen Zunahme der Gesamtfahrleistung. Auch 33 Straßenbahnzüge müssen am Wochenende zusätzlich eingesetzt werden, ebenso elf Busse und zwölf Fahrer. „Wir brauchen keine zusätzlichen Fahrzeuge – wir lasten die vorhandenen nur besser aus“, betont Juhrs.

Der dennoch entstehende Mehraufwand werde ausschließlich mit den zusätzlichen Fahrgasteinnahmen finanziert. „Nach einer Einschwingphase von rund drei Jahren werden wir diesen Mehraufwand komplett abdecken, wenn nicht gar überkompensieren können“, so Juhrs mit Blick auf die angefertigten Marktstudien. Es entstehe kein zusätzlicher Zuschussbedarf für die LVB.

Die punktuelle Reduzierung des Angebots betrifft die Linien 2, 8 und 10, die künftig in den verkehrsschwachen Sommerferien und zwischen den Weihnachtsfeiertagen in einem 20-Minuten-Takt verkehren sollen. Zusätzlich wird die Linie 2 an der Naunhofer Straße enden, weil in diesen Zeiten kein Schülerverkehr erforderlich ist. „Wir sparen dadurch rund 130 000 Kilometer ein“, so Juhrs.

Die LVB betonen, dass diese Veränderungen auch die Verkehrspolitik der Stadt unterstützen. Der neue Stadtentwicklungsplan Verkehr sehe vor, die Rolle des öffentlichen Nahverkehrs zu erhöhen – deshalb würden bessere Angebote benötigt. „Außerdem unterstützen wir damit das Konzept der autoarmen Innenstadt“, so Juhrs.

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