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Lokales Leipziger Streetworker beraten Jugendliche vor Clubs und Diskos
Leipzig Lokales Leipziger Streetworker beraten Jugendliche vor Clubs und Diskos
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00:17 06.07.2016
Es muss nicht immer Alkohol sein: Die Streetworker haben auch Alternativen parat. Quelle: Foto: privat
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Leipzig

„Wir heben nicht den Zeigefinger und verbieten den Jugendlichen nicht das Trinken“, erklärt Scarlett Wiewald das Vorgehen beim Projekt Nightlifestreetwork. Nein, von der Oberlehrer-Methode wären die Teens auch sicher nicht besonders begeistert. Leipzigs Straßensozialarbeiter schaffen es auf ganz unkonventionelle Art, den Jugendlichen etwas mit auf den Weg zu geben, was sich im Hinterstübchen festsetzt. Dafür haben die Streetworker immer einen Köder parat. Kondome zum Beispiel. Die werden mit einem One-Night-Stand-Pack unter die Fetengänger gebracht.

Seit sechs Jahren sind die Mitarbeiter des Vereins „Mobile Jugendarbeit Leipzig“ und der Stadt gemeinsam unterwegs. Im Schnitt einmal im Monat, jetzt, im Sommer, auch öfter. Auf Tour gehen die Zweierteams in der Regel ab 23 Uhr. Sie sprechen Jugendliche vor Clubs und Diskos an, oder und auf der Kleinmesse. „Natürlich kommt da auch mal der Spruch ,Ich brauche kein Kondom’ – aber eher selten“, erzählt Wiewald, die 39-jährige Sozialpädagogin. Sie und ihre Kollegen erreichen an solchen Abenden etwa 500 Leute – per Smalltalk und mit den kleinen bunten Packungen. Reinweg aus Gaudi werden die Kondome nicht verteilt. Prävention heißt das Zauberwort.

Einfache, aber eingängige Botschaften gehen an die jungen Leute, die deren Bewusstsein schärfen sollen. Etwa, dass der Alkoholkonsum nicht im Exzess enden soll. „Zwischendrin auch mal ein Glas Wasser trinken“, lautet ein Rat. Und wenn es der Kumpel auf der Party übertrieben hat, soll man ihn nicht seinem Schicksal überlassen, sondern nach Hause begleiten.

Ab und an melden sich Jugendliche bei den Sozialarbeitern, um ihren Problemen Luft zu machen. Die reichen vom Liebeskummer, über Stress im Elternhaus bis zum Missbrauch von Alkohol und Drogen. „Im Partykontext reden wir nicht über die Probleme, aber es erleichtert den Zugang und baut die Hemmschwelle uns gegenüber ab“, beschreibt Wiewald.

Finanziell unterstützt wird das Projekt Nightlifestreetwork seit vier Jahren von der Kinderstiftung Leipzig. Mit den 2000 Euro werden die Ausrüstung der Streetworker und die kleinen Geschenke mitsamt Flyern finanziert. „Mit der Spende bewegen wir etwas für die Jugendlichen vor Ort“, findet Alexander Malios, Vorstand der Kinderstiftung, „das ist das Schöne.“ Im kommenden Jahr soll die Summe aufgestockt werden.

Von Alexander Bley

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