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Lokales Leipziger Suchtbeauftragte über Trinkverhalten und Alkoholsucht
Leipzig Lokales Leipziger Suchtbeauftragte über Trinkverhalten und Alkoholsucht
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09:52 07.12.2017
Zu viel Alkohol sorgt bei Weihnachtsfeiern gelegentlich für peinliche Auftritte. Promillerechner versprechen mehr Kontrolle.  Quelle: dpa
Leipzig

 Vor den Feiertagen geht es bei Weihnachtsfeiern häufig feucht-fröhlich zu. Damit es am nächsten Arbeitstag kein unschönes Erwachen gibt, haben Norweger eine App entwickelt, die Bescheid gibt, wann eine Alkoholpause fällig ist oder man besser nach Hause gehen sollte. Die Smartphone-App „Drikkevett“ ist bislang allerdings nur für iOS auf Norwegisch und Englisch verfügbar.

Einen ähnlichen Promillerechner bietet die Informations-Plattform zu Alkohol der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung „Kenn dein Limit“ an. Wie „Drikkevett“ berechnet dieser anhand von Geschlecht, Körpergewicht und Getränken die erreichte Promillezahl. Wer wissen will, ob seine Gesundheit durch Alkohol gefährdet ist, kann auf der Seite einen Selbsttest.

Gesellschaftliche Akzeptanz trägt häufig zur Alkohol-Sucht bei

„Süchtig ist man, wenn sich das ganze Sinnen und Trachten auf Alkohol konzentriert“, sagt Sylke Lein, Suchtberaterin der Stadt Leipzig. Der Abhängige trinke schleichend immer mehr. Dazu trage auch die gesellschaftliche Akzeptanz bei. Gerade in der Vorweihnachtszeit werde viel Alkohol konsumiert, sagt Lein.

Manche Betroffene versuchten zunächst, sich selbst auszutricksen. Indem sie ihr Glas beispielsweise immer nur halb voll füllten, verschleierten sie, wie viel sie wirklich getrunken haben. „Die Menschen im Umfeld schauen oft weg und sprechen Süchtige auf ihr Verhalten zu spät an“, sagt Lein. Dadurch dächten viele Alkoholkranke, dass niemand von ihrer Abhängigkeit wüsste.

„Jeder, der merkt, dass er riskant viel konsumiert, sollte sich Unterstützung suchen“, rät die Expertin. Das könne eine Vertrauensperson, beispielsweise aus der Familie, sein. Aber auch die fünf Beratungsstellen in Leipzig helfen Betroffenen. „Leider findet nur jeder zehnte den Weg in eine Beratungsstelle“, sagt Lein.

Suchtberaterin rät zu zwei alkoholfreien Tagen pro Woche

Grundsätzlich sei es wichtig, dass sich jeder die Risiken des Alkohols bewusst macht. Hin und wieder ein Glas Bier oder Wein schade der Gesundheit nicht, sagt die Suchtberaterin. Für Frauen sollte es aber am Tag bei einem Glas bleiben, bei Männern sollten es nicht mehr als zwei Gläser sein. Wichtig seien zudem mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche.

Je nach Person wirkt der Alkohol anders. „Letztlich weiß doch jeder, wann er aufhören sollte zu trinken“, sagt Lein. Dem einen werde schwummerig, der andere lalle. Jeder Körper zeigt auf seine Art, dass er genug Alkohol zu sich genommen hat.

Auch nach den empfohlenen ein oder zwei Gläsern am Tag hätte jeder Mensch je nach Befinden, Statur und Essens-Grundlage einen anderen Promillewert im Blut, sagt Lein. Der Alkoholanteil sollte dann aber noch so gering sein, dass man sich am Arbeitstag nach der Weihnachtsfeier an die Peinlichkeiten der Kollegen erinnern kann – statt selbst zum Gespött zu werden.

Von Theresa Held

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