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Lokales Leipziger Tagesmutter spricht zum Engpass bei Krippenplätzen
Leipzig Lokales Leipziger Tagesmutter spricht zum Engpass bei Krippenplätzen
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17:25 19.05.2015
Tagesmutter Daniela Plattner mit ihren Kindern im Jörgen-Schmidtchen-Weg 7 in Leipzig. Quelle: André Kempner

Die Stadt will auf die neue Gesetzeslage reagieren. So sollen neben dem Bau neuer Kindertagesstätten die aktuell rund 2400 Plätze in der Tagespflege um327 Plätze aufgestockt werden. Als Tagesmutter kümmert sich Daniela Plattner bereits seit 15 Jahren um ihr anvertraute Knirpse - und weiß, in welcher prekären Lage Eltern oft sind.

Die Drei-Zimmer-Wohnung im Jörgen-Schmidtchen-Weg in Gohlis-Nord lebt. Dafür sorgt die "Krümelbande". Jessica, Jonathan, Skai, Niklas und Maximilian empfangen Besucher schon an der Wohnungstür mit großem Hallo, zerstreuen sich danach auf etwa 65 Quadratmetern beim Lesen, Malen, Basteln oder mit kleinen Schaufeln beim Sieben an einem Mini-Sandkasten. Den fünf Kindern im Alter zwischen einem und drei Jahren spielerisch auch bestimmte Bildungsangebote angedeihen zu lassen, dafür sorgt Daniela Plattner.

Seit 1998 ist die staatlich anerkannte Erzieherin als Tagesmutter aktiv, hat die Räume in Gohlis-Nord seit drei Jahren angemietet und hütet hier neun Stunden am Tag den Leipziger Nachwuchs. Nach der dazugehörigen, gültigen Stadtratsentscheidung liegt der reguläre Elternbeitrag für das erste Kind und 45 Wochenstunden in der Tagespflege - analog zur Kinderkrippe - bei exakt 202,19 Euro pro Monat. "Die Eltern begrüßen die Betreuung in dieser kleinen, individuellen Gruppe", spricht die 37-Jährige aus Erfahrung. Dafür spricht ebenso, dass sie in ihrem Job kaum Leerlauf hat. "Eltern greifen viel auf Tagesmütter zurück", schildert Plattner, "Nachfragen sind immer gegeben." Zumal in der Stadt aus Sicht der Eltern zum Teil eine eklatante Unterversorgung mit Blick auf das Angebot von Betreuungsplätzen herrscht. Auch diese Erfahrung musste Plattner selbst machen.

"Ich hatte dasselbe Problem, als meine Tochter vier Monate alt war", erzählt die Erzieherin. Ihr eigener Spross zählt inzwischen zwar sieben Lenze, nur: "Bis heute hat sich daran nichts geändert", legt Plattner dar. Die Umstände seien oft katastrophal: "Die Eltern sind ziemlich verzweifelt, wenn sie bei mir anrufen." Sie selbst, sagt die Tagesmutter, sei auch nicht glücklich, wenn sie Anfragen auf einen Platz in ihrer "Krümelbande" ablehnen muss, in der konkreten Situation nicht weiterhelfen kann. Dennoch: "Die Eltern, die mit ihren Kindern hierher kommen, haben sich ganz bewusst damit auseinandergesetzt und dafür entschieden." Sympathie und Harmonie zwischen Familien und Betreuern müssen in der Tagespflege stimmen, fügt Plattner hinzu - ganz genauso wie das Angebot.

Um mehr zu bieten, als die einfache Aufbewahrung der jungen Hüpfer bis die Eltern Feierabend haben, absolviert Plattner wie die etwa 500 weiteren Tagesmütter und -väter in Leipzig mindestens 20 Weiterbildungsstunden pro Jahr. "Die Bedürfnisse der Kinder sollen ja auch berücksichtigt werden", erläutert Plattner. So schippt ihre "Krümelbande" am hauseigenen Sandkasten die winzigen Steine nicht nur hin und her, sondern versucht sich direkt in Mengenlehre. Mit anderen Worten: Wie viel Sand passt in einen Trichter? "Viel", geben die fünf Zwerge geistesgegenwärtig zurück und lachen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Kretz, Felix

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