Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Team siegt erneut bei der NASA Roverchallenge in Alabama
Leipzig Lokales Leipziger Team siegt erneut bei der NASA Roverchallenge in Alabama
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:51 14.04.2019
Sieger: Das Team des International Space Education Institutes aus Leipzig bei der 25. NASA Roverchallenge in den USA. Quelle: Ralf Heckel
Huntsville /Leipzig

Das 4-köpfige Team des International Space Education Institutes aus Leipzig erreichte mit seinen 3 weiteren Teammitgliedern aus dem Gastland Bolivien am Samstag in der Mondraketenstadt Huntsville in Alabama den 1. Platz. „Die beiden 14-jährigen Piloten Firine Bugenhagen (Berlin) und Leander Weihrich (Hamburg) fuhren den 113 Kilogramm schweren selbstgebauten Rover auf selbstentwickelten nonpneumatischen Rädern durch den Hindernisparcours und führten dabei vier wissenschaftliche Aufgaben aus“, berichtet Ralf Heckel, der das Team führt und in die USA begleitete. Die Piloten hätten in 5:18 Minuten insgesamt 91 Punkte erreichet und seien damit 50 Sekunden schneller gewesen als das punktgleiche US-Team aus Minnesota. Wie berichtet, muss der Kurs in sieben Minuten bewältigt sein, bevor der „Sauerstoffvorrat“ zu Ende geht.

So sehen Sieger aus: Das Team des Leipziger International Space Education Institutes siegte bei der NASA Roverchallenge in der US-Raketenstadt Huntsville in Alabama. Hier ein paar Eindrücke ihrer Reise:

Für das durchdachte Sicherheitskonzept mit Knautschzone bis 60 Stundenkilometer, Protektoren und weiterer Sicherheitstechnik habe die „System Safety Association“ – eine Art TÜV – das Team zudem mit dem „System Safety Award“ ausgezeichnet. Bei dem Preis hatte das Team Germany im Vorjahr noch auf Rang zwei gelegen. Das zeige, wie facettenreich man mit strategischen Entscheidungen die Rennergebnisse beeinflussen kann, meint Heckel.

Leipziger Institut nimmt zu 25. Mal teil

Die NASA Roverchallenge fand zum 25. Mal statt und ist damit halb so alt wie die Mondlandung von Apollo 11. „Zufällig feiert auch das als Verein organisierte Leipziger Institut seine 25. Teilnahme an diesem Wettbewerb und ist doch weiterhin der einzige Teilnehmer aus Europa“, erzählt Heckel. Neben seinem Team nahmen knapp einhundert andere aus 20 Ländern teil.

Wie berichtet, müssen die Schüler bei dem Wettbewerb ein Fahrzeug selbst bauen, das altersgerecht den Anforderungen eines Mond- oder Marsmobiles entspricht. „14 Hindernisse machen die etwa ein Kilometer lange Strecke schwer. Hinzu kommen fünf wissenschaftliche Aufgaben wie das Sammeln von Bodenproben, Aufstellen von wissenschaftlichen Geräten und Fertigen von Spektralfotos“, erklärt Teamchef Heckel. Zudem würden Extras belohnt wie die leichteste Konstruktion, eine Telemetrie, die besten Dokumentationen, Teamspirit oder eine besondere Antriebsform.

„Viel Wert wird auf nonpneumatische Räder gelegt, also Radkonzepte ohne Luftbereifung“, weiß Heckel. Das Leipziger Team habe mit einer Konstruktion aus Abwasser-Rohren und Liegestuhlgewebe beeindruckt. Heckel: „Es sind die Ideen der Querdenker, die die NASA hier fördern möchte.“ Bedingung für die Konstruktion sei, das sie auf einen Würfel von 1,50 Meter Kantenlänge zusammenlegbar sein müsse.

Auch Team Award gewonnen

Das Leipziger Team habe auch den International Team Award gewonnen. Die Schüler hätten aber einstimmig beschlossen, den Award an das nachfolgende und damit zweite Team aus Brasilien zu stiften, so Heckel.

Die Raketenstufen für die nächste Spacemission der NASA zum Mond in ein paar Jahren werden wieder in Huntsville Alabama gebaut, wo schon die Apollo-Raketen entstanden. Am Rande der Challenge konnten die Schülerinnen mit der Direktorin des dortigen Marshall Spaceflight Zentrums, Jody Singer, persönlich reden. In der Boxengasse lud der Leipziger Schüler und 2. Co-Pilot Nils Grohmann (14) die Astronautin Sunita Williams zu einer Spritztour mit dem Rover ein.

Der Wettbewerb wird vom NASA Büro für „Stem-Engagement“ veranstaltet, um Herausforderungen in Raumfahrt, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik zu stellen und eine neue Generation von Raumfahrtpionieren zu inspirieren. Dass dieses Ziel keineswegs etwas Unerreichbares ist, belegen auch die Ergebnisse aus Leipzig nach nun 15-jährigen Aktivitäten, findet Heckel: „Viele Schülerinnen und Schüler aus den ersten Jahren sind bereits Raumfahrtingenieure, Wissenschaftler oder auch Unternehmer. Eine Studentin ist bereits in das private Astronauten-Programm in Florida aufgenommen worden.

Ärger mit dem deutschen Jugendschutz

Ärger hatte die Schüler hingegen mit der deutschen Bürokratie, in diesem Fall mit dem Hamburger Amt für Arbeitsschutz, Abteilung Kinderbeschäftigung. Die Schüler seien zur TV-Sendung „Kaum zu Glauben“ von der Produktionsfirma von Jörg Pilawa eingeladen gewesen. Das Amt habe jedoch für eine dreistündige Aufzeichnung im Mai „unerfüllbare und auch überflüssige Forderungen“ an Schüler und Eltern gestellt, so Heckel. Firine, Cosma, Nils und Leander hätten gern im Sinne der NASA und auch der Bundesrepublik Deutschland für weitere künftige Wissenschaftler und Ingenieure in der Sendung geworben. „Nun nutzen sie die Einladung des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland, des Bürgermeisters, der Universität und des Leiters des Johnson Space Centers nach Houston und opfern dafür ihre kompletten Osterferien“, erklärt er. Ergebnis: „Es sieht damit so aus, als werden die Gewinner damit nun auf ein Studium in der USA geprägt“, sagt Heckel.

Von -tv

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein 23-jähriger Lokalmatador hat am Sonntag den 43. Leipzig-Marathon gewonnen. Nic Ihlow vom SC DHfK rannte bei seiner Premiere allen davon. Mehr als 9000 Teilnehmer trotzten Regen und Kälte. Für besonderes Aufsehen sorgte ein Heiratsantrag im Zieleinlauf. 

14.04.2019

Bei knapp über null Grad und leichtem Regen geht es am Sonntag für tausende Teilnehmer auf die Strecke beim Leipzig-Marathon. Mit Plastikplanen und Regenjacken schützen sich die Läufer vor der Kälte. Manche haben auch ihre ganz eigenen Strategien.

14.04.2019

Russisches Generalkonsulat und Gohliser Schlösschen suchen immer wieder neue Wege für Kooperationen. Jetzt haben sie eine gemeinsame Ausstellung eröffnet.

14.04.2019