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Leipziger Teddybär-Krankenhaus eröffnet

Studentisches Projekt Leipziger Teddybär-Krankenhaus eröffnet

Rund 500 Leipziger Kita-Knirpse steuern vom 12. bis 14. Juli grüppchenweise und ihren Kuscheltier-Favoriten unterm Arm das Uni-Studienzentrum in der Liebigstraße 27 an: Hier hat sich das diesjährige Leipziger Teddybär-Krankenhaus niedergelassen.

Auch dieses Jahr wieder ein Höhepunkt für Kuscheltier-Besitzer – eine Operation unter (fast) echten Bedingungen. Nun muss der Teddy nur noch aus der Narkose aufwachen.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Fachsimpeln unter Drei- bis Fünfjährigen: „Warst Du schon mal beim Arzt?“ – „Ja, beim Zahnarzt. Tat aber nicht weh“, schwört Tilda. „Ich war auch schon beim Doktor. Der war echt nett“, winkt Edward ab. „Ich bin sogar schon mit so einem Rettungswagen und ganz viel Tatütata gefahren!“ und „Ich war schon im Krankenhaus!“ toppen Konrad und Emil die Kumpel. Tilda, Edward und Konrad sind drei von vielen Kita-Knirpsen, die gestern gleich grüppchenweise und ihren Kuscheltier-Favoriten unterm Arm das Uni-Studienzentrum in der Liebigstraße 27 ansteuerten: Bis morgen hat hier das diesjährige Leipziger Teddybär-Krankenhaus geöffnet.

Initiiert haben es wieder die Uni-Medizinstudenten. „Im Kern organisierten es so zehn, 15 Leute. Doch an der Durchführung jetzt beteiligen sich rund 80 Kommilitonen vom zweiten bis achten Semester“, erzählt Anna Schmidt, selbst im Semester acht. Das Ganze sei von A bis Z eine ehrenamtliche Geschichte.

Für Tilda, Edward, Konrad und Co. gilt es nun fünf Stationen zu durchlaufen. Begleitet von Sarah Deters (ebenfalls achtes Semester), landen die Steppkes aus der Südvorstadt-Kita Sonnenhof zunächst bei den beiden studentischen Zahnspezialisten Tobias und Konrad, die ein lachenden und ein weinendes Pappbeißerchen bei sich haben. Den Kindern ist sofort klar: Am Loch in letzterem sind „die Zahnwehmännlein schuld“, die sich auf so einen Zahn stürzen, sobald auch nur ein Hauch von Zucker klebt. Kiwi oder Eis? Was ist also gesünder. Laut Tobias und Konrad sollen ihre jungen Zuhörer entsprechende Bilder unter den guten Zahn links und den schlechten rechts heften. Doch die stutzten. Mit „links“ und „rechts“ können sie halt noch nicht viel anfangen.

Eine Station weiter empfangen „Ärztin“ Karoline und Handpuppe Lucie auf die Truppe. Und ein Teddyriese mit zig Reißverschlüssen. Werden sie aufgezupft, wird aus Brust und Bauch offenbar, was den Menschen so am Leben hält: Lucie fischt zunächst das (Plüsch-)Herz heraus. „Wo sitzt das? Im Kopf?“, so die freche Puppe. Tilda zeigt an sich selbst auf den rechten Fleck, darf anschließend mit einem echten Stethoskop ihr eigenes Herz pochen hören. Fragen über Fragen purzeln. Warum ist das Herz so rot? Wo landet, was wir essen? Und am Ende ziehen alle aus dem Bären-Bauch eine Art superlangen Gartenschlauch (?). „Das ist der Darm!“, erklärt Teddy-Ärztin Karoline, und, dass der zaubert. Unser Essen verwandelt in... „Na, in was?“, fragt sie. Die Steppkes trauen sich nicht, es zu sagen. Man geniert sich ja doch so ein bisschen. Aber alle wissen, was am Ende im Klo landet. Doch dann wartet schon das Abenteuer „OP-Saal“: Ein Plüschkerl, frisch vom Rad gefallen. Knochenbruch und Stirnverletzung – er hatte keinen Helm auf! Nun muss er operiert werden.

Nicht zuletzt kann Konrad bei den Teddy-Ärzten auch das kaputte Bein seines Mini-Krokodils röntgen lassen; bei Nicole Linde und Heidi Sohr vom Arbeiter-Samariter-Bund den Rettungswagen mal in Gänze erkunden. „Wir sind schon im Vorjahr zur Teddybärklinik gekommen, weil es Kindern hilft, Ängste vorm Krankenhaus abzubauen. Und was ich gut finde: Das geschieht hier alles sehr altersgerecht und ist vielfach gleich noch mit etwas Gesundheitserziehung verbunden“, lobt Kita-Erzieherin Claudia Fritzsch das studentische Angebot.

So etwas für Kinder zu machen, mache ja auch Spaß, versichern Deters und Schmidt. „Es ist schön zu sehen, wie viel von den hier gemachten Erfahrungen sie dann mitnehmen“, sagt Schmidt. Nicht, dass nun alle Kommilitonen später Kinderarzt werden wollten. „Aber sicher kommt man mal mit jungen Patienten in Berührung und kann üben, ihnen auf anschauliche Art zu erklären, was mit ihnen geschieht. Das lernt man im Studium nicht“, so Deters.

Über die drei angesagten Tage verteilt haben sich insgesamt 500 Kita-Kinder aus Leipzig und Umgebung für einen Besuch in dieser improvisierten „Spezialklinik“ angemeldet, die 2016 ihre fünfte Neuauflage erlebt. Alle anderen vier- bis siebenjährigen Mädchen und Jungen haben heute Nachmittag Gelegenheit, mit ihren Eltern in der Teddy-Klinik vorbeizuschauen: zwischen 15 und 18 Uhr. Freilich mit ihrem Lieblingskuscheltier! Der Besuch ist kostenfrei.

Näheres unter www.sturamed-leipzig.de/partner/teddybaerkrankenhaus/

Von Angelika Raulien

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