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Lokales Leipziger Thomaskirche weiht neugotischen Jesus-Altar wieder ein
Leipzig Lokales Leipziger Thomaskirche weiht neugotischen Jesus-Altar wieder ein
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20:01 23.08.2016
Nachdem Restauratoren Birgit Spiess und Oliver Tietze die 100 vergoldeten Einzelteile aus Eichenholz gesäubert haben, setzen sie sie zum Altaraufsatz zusammen.  Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Die Thomaskirche blickt auf die nächste historische Veränderung voraus. Nachdem am letzten Wochenende Gotthold Schwarz als neuer Thomaskantor in sein Amt eingeführt worden ist, steht am Sonntag die Einweihung des zurückgeführten neugotischen Jesus-Altars an.

In den letzten Tagen wurde der neue Unterbau aufgestellt und die 2,5 Tonnen schwere Platte des Altars montiert. Bis Freitag setzt Restaurator Oliver Tietze den Altaraufsatz – das sogenannte Retabel – auf den Unterbau auf. Zuvor hat er das Gebilde in über 100 Einzelteile zerlegt, um es zu reinigen und zu transportieren. Das Retabel stand bereits von 1889 bis 1964 als Hauptaltar in der Thomaskirche und war anschließend in der daneben liegenden Petzoldtsakristei untergebracht.

Nachdem die Universität Leipzig als Besitzer den Leihvertrag für den Pauliner-Altar gekündigt hatte, zog der Gottestisch 2014 aus der Thomaskirche aus. Der Kirchenvorstand entschloss sich daraufhin, den neugotischen Altar von der Petzoldtsakristei an seinen ursprünglichen Standort zu bringen. Da der originale Unterbau nicht auffindbar und das Retabel wesentlich breiter als der Pauliner-Altar ist, musste ein neuer Unterbau her. Darum haben sich der Steinmetzbetrieb Rohrwacher und Kunstschmied Andreas Althammer gekümmert. „Der neue Unterbau entspricht der Formen- und Materialsprache der aktuellen Thomaskirche“, erläutert Pfarrerin Britta Tadikken.

Für die Planung war Architektin Gabriele Weis ehrenamtlich zuständig. „Der Tisch orientiert sich an der historischen Form, wurde aber modern interpretiert“, sagt sie. Zudem bestehe eine Korrespondenz zwischen dem Altar und den dahinter liegenden Fenstern. Während in der horizontalen Linie die Geschichte Jesu dargestellt wird, ist in der vertikalen Linie der gekreuzigte und auferstandene Jesus zu sehen. Die Abendmahlszene bildet den Mittelpunkt des Altars, erklärt Taddiken.

Die Kosten in Höhe von 60.000 Euro übernahm zum überwiegenden Teil Manfred Haber, der Mitglied im Förderverein der Thomaskirche ist.

Kurios: Beim Umbau entdeckten Arbeiter eine Bierflasche, die offenbar ein Maurer in der DDR eingemörtelt hatte. Die Flasche enthält einen offenbar beschriebenen Zettel, der bald mit Hilfe eines Restaurators herausgeholt werden soll. Das Abendmahl in der Thomaskirche wurde also jahrelang auf einer Bierflasche gefeiert.

Von Niklas Tolkamp

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