Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Leipziger Trendforscher: Job-Nomaden wollen ohne Waschmaschine leben

Leipziger Trendforscher: Job-Nomaden wollen ohne Waschmaschine leben

Junge Großstädter werden in Zukunft wohl liebend gern auf die eigene Waschmaschine verzichten. Das sagt der Leipziger Zukunftsforscher Sven Gabor Janszky voraus.

Voriger Artikel
"Sobald etwas verboten ist, kommt eine neue Droge auf den Markt"
Nächster Artikel
Naturkundemuseum Leipzig: Grüne und Linke fordern weiter modernen Neubau

Die Waschmaschine selbst zu befüllen, liegt bald wohl nicht mehr im Trend. Hol- und Bringdienste werden gefragt sein. (Archivbild)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Technische Errungenschaften wie Waschmaschinen in den eigenen vier Wänden, die die Großelterngeneration noch als Fortschritt gefeiert habe, würden bald von manchen als überflüssiger Besitz gesehen. Stattdessen werde es in großen Städten in Zukunft zunehmend Abhol- und Lieferdienste für Wäsche geben. Im Interview spricht der Leiter des 2b AHEAD Instituts in Leipzig auch über selbstfahrende Autos und das Einkaufen per Knopfdruck.

Frage:

Welche Dinge werden in fünf bis zehn Jahren in unseren Metropolen grundsätzlich anders sein?

Antwort: Der allerwichtigste Trend ist, dass es in den nächsten zehn Jahren 40 Prozent Menschen geben wird in Deutschland, die alle zwei bis drei Jahre ihren Job wechseln - und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Unternehmen und Städte wechseln. Wir nennen sie Projektarbeiter oder Job-Nomaden. Bei diesen 40 Prozent wird das Bedürfnis entstehen, vieles nur zeitweise zu benutzen, sich nicht zu binden. Für sie heißt Freiheit, Dinge nutzen zu können, aber sie nicht bei einem Umzug transportieren zu müssen.

Warum prägt das die Stadt mehr - und nicht so sehr ländliche Räume?

Diese 40 Prozent Projektarbeiter bewegen sich eben hauptsächlich in Städten. Und die Unternehmen, die mit ihnen arbeiten, sind oft global ausgerichtet, befinden sich auch öfter in den Metropolen. Ich meine Städte mit Zuzug - und ab einer halben Million Menschen. Dort entstehen Platzmangel, Staus. Das erzeugt verstärkt die Notwendigkeit, intelligente Lösungen einzusetzen, um Abhilfe zu schaffen.

Was wird sich auf den Straßen ändern?

Was auf Fünf-Jahres-Perspektive in den Städten neu sein dürfte: Der Personentransport verändert sich. Wir sehen die ersten selbstfahrenden Autos. Aber noch nicht von Haustür zu Haustür, das kommt schrittweise. Sondern erstmal situationsweise, das heißt: Wenn ich irgendwo angekommen bin, drücke ich auf den Knopf und das Auto fährt zum nächstliegenden freien Parkplatz. Und in acht bis zehn Jahren werden in den Großstädten Taxis langsam ersetzt durch tatsächlich selbstfahrende Autos. Nicht als erstes als kaufbares Auto, sondern als Service- und Dienstleistungsfahrzeug, das ich mit dem Handy per Knopfdruck rufe, wo ich das Ziel eingebe - und es geht los.

Was ändert sich im restlichen Alltag?

Das Einkaufen wird in eine Form kommen, bei der man seine Standard-Einkaufsliste auf einem Handy oder irgendeinem Gerät hat. Man wird auf einen Knopf drücken, der heißt „Bestellen“. Dann wird die Ware geliefert. Dafür gibt es vermutlich verschiedene Möglichkeiten. Erstens: Es wird alles in eine Tüte gepackt und an einen Ort gestellt, an dem ich eh vorbeikomme und die Tüte mitnehme. Zweite Möglichkeit: Wenn ich mit einem Auto unterwegs bin. Das System weiß, wo mein Wagen steht, macht den Kofferraum auf und stellt die Tüte rein. Dritte Möglichkeit: Ein Mensch, der gerade in der Nähe des Ladens ist und sich etwas dazuverdienen will, nimmt meine Tüte und bringt sie zu mir. Das betrifft nicht gleich alle. Erstmal 10 Prozent der Menschen, dann 20 - so leben dann immer mehr Leute.

Und in meiner Wohnung?

Dort gilt Ähnliches für Dinge wie Waschen, Kochen, Heimwerken. Das heißt: Ich drücke auf den Knopf, die Wäsche wird abgeholt, und sie wird zurückgeliefert zu einem für mich günstigen Zeitpunkt. Das Besitzen einer Waschmaschine, was unsere Großelterngeneration noch als große Freiheit empfunden hat, empfinden viele der jungen Generation eher als Belastung, als Zeitaufwand.

ZUR PERSON:

Sven Gabor Janszky, geboren 1973, ist Trendforscher und Leiter des 2b AHEAD Instituts in Leipzig. Er lehrt an Hochschulen und veröffentlichte Fachbücher mit Titeln wie „2025 - So arbeiten wir in der Zukunft“ sowie „Das Recruiting Dilemma“ (zum Wandel des deutschen Arbeitsmarktes).

Petra Kaminsky

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Historische Leipzig - in Text und Bildern.

Auf Zeitreise in Leipzig: So war es früher in der Messestadt. mehr

  • Touristik & Caravaning
    Themen, Tickets, Öffnungszeiten: Die wichtigsten Infos zur Messe Touristik & Caravaning (TC) 2017 im Special auf LVZ.de

    Urlaubsstimmung im Novembergrau: Alle Infos und News zur Reisemesse Touristik & Caravaning (TC) 2017 in unserem Special. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Leipziger Opernball 2017

    Schwungvoll im Dreivierteltakt: Hier finden Sie Infos und Fotos vom Leipziger Opernball 2017 unter dem Motto „Moskauer Nächte“ mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Die vierteilige Multimedia-Serie geht der Frage nach, wie gut Sachsen auf Katastrophen vorbereitet ist. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr