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Lokales Leipziger Tunnel-Klo ist ein ganz stilles Örtchen
Leipzig Lokales Leipziger Tunnel-Klo ist ein ganz stilles Örtchen
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06:00 30.09.2015
Für manchen WC-Besucher endet der Abstieg in den Tunnel vor einer verschlossenen Toilettentür. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Not mit der Notdurft: Die öffentliche Toilette unterm Markt hat wohl noch nie Besuch eben jenes Esels erhalten, aus dem hinten auf Kommando die Goldstücke nur so herauspurzeln. Denn genau das ist wohl der Grund, warum das niegelnagelneue WC im City-Tunnel im wahrsten Sinne des Wortes ein ganz stilles Örtchen geworden ist. Wen der Harndrang plagt, der steht an diesem Klo in bester Innenstadt-Lage neuerdings meist vor geschlossener Tür.

Ein Aushang informiert über die Änderungen der Öffnungszeiten. Von Sonntag bis Donnerstag ist das WC nun geschlossen, wie die Leipzigerin Christine Funk verärgert berichtet. Schon Kind, so die 73-Jährige, habe sie immer die Toiletten am Markt aufgesucht, wenn sie und ihre Mama beim Innenstadt-Bummel „mal mussten“. Kürzlich stand sie dort das erste Mal und völlig unerwartet vor verschlossener Tür.

Seit einiger Zeit ist die öffentliche Toilette unterm Markt, die der Stadt gehört, nur noch freitags von 9 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, an allen anderen Tagen geschlossen. Da will ein Besuch in der City wohl durchdacht sein, soll er nicht in die Hose gehen. Nur zu besonderen Events wie den derzeit stattfindenden Markttagen ist das Tunnel-Klo jeden Tag von 9 bis 21 Uhr für die Innenstadt-Besucher da. Einzig wohltuende Aussicht: Die Gebühren von einem Euro pro Erwachsenem und 50 Cent je Kind von 7 bis 12 Jahre garantieren zumindest einen Toilettengang in sauberer Umgebung.

Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes Leipzig, erklärt das Dilemma. Die Toilettenanlage sei an einen Betreiber vermietet, der in Abstimmung mit der Stadt die Öffnungszeiten zunächst befristet stark verkürzt habe. „Anlass dieser Maßnahme“, so Jana, „sind wirtschaftliche Gründe, die im wesentlichen mit den hohen Personalkosten im Zusammenhang mit der niedrigen Kundenfrequenz in Verbindung stehen.“ Aha, zu wenig Kundschaft also.

Bleibt da nur zu hoffen, dass der Goldesel nicht eines Tages doch mit zusammengekniffenen Läufen vor verschlossener Türen steht – und Stadt und Toilettenbetreiber so ihre Chance auf ein ganz großes Geschäft verpassen.

Von Louisa Esther Glatthaar

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