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Lokales Leipziger Umweltschützer fordern Ausstieg aus der Kohleindustrie
Leipzig Lokales Leipziger Umweltschützer fordern Ausstieg aus der Kohleindustrie
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22:00 20.10.2016
Deutschlands BUND-Chef Hubert Weiger.  Quelle: Tino Möhring
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Leipzig

 „Aktuell gibt es auf Bundesebene nur in unserer Stadt ein aktuelles Positionspapier, welches sich mit dem Pariser Klimaabkommen auseinandersetzt und klare Forderungen auf kommunaler Ebene formuliert.“ Der Leipziger BUND-Chef Martin Hilbrecht war schon ein bisschen stolz, als er das Papier am Mittwochabend gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger und Felix Lohmann, der in der Regionalgruppe Leipzig den Arbeitskreis Klima und Energie betreut, der Öffentlichkeit vorstellte.

Lohmann formuliert die zentralen Forderungen des Positionspapiers an die Stadt Leipzig: Ausstieg aus der Kohleindustrie und Förderung eines nachhaltigen Lebensstils für alle Bürger. „Das Klimaschutzprogramm der Stadt ist grundsätzlich der richtige Ansatz“, so das BUND-Mitglied, „es darf nur nicht als Marketingaktion enden.“

Hintergrund: Leipzig wurde 2014 zum zweiten Mal mit dem European-Energy-Award ausgezeichnet. Das Energie- und Klimaschutzprogramm 2014–2020 der Stadt hat es sich zum Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen auf 2,5 Tonnen pro Einwohner im Jahr zu senken. Deutschlands BUND-Chef Weiger geht das noch nicht weit genug. Gemessen an den Zielen des Pariser Klimaabkommens laufe dem Planeten sprichwörtlich die Zeit davon. „Die Kommunen sind die zentralen Orte des Handelns“, so Weiger. Von ihnen müsse die Initiative und eine Vorbildfunktion ausgehen, speziell wenn sie über eigene Stadtwerke verfügen. Zudem seien Investitionen nötig, um den formulierten Zahlen auch konkrete Maßnahmen folgen zu lassen. Das Leipziger Papier bezeichnete er als Leuchtturmprojekt.

Der BUND-Chef betonte, dass viele Gemeinden an der Kohle hängen und zahlreiche Kraftwerke in Deutschland von den Konzernen noch vor Jahren modernisiert worden sind . Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen seien hiervon besonders betroffen. „Natürlich müssen für den Ausstieg sozialverträgliche Lösungen gefunden werden, aber uns bleiben noch maximal zehn Jahre zur Umsetzung der gesteckten Klimaziele“, so der Bundesvorsitzende. Über Wettbewerbsfähigkeit müsse nicht mehr diskutiert werden, wenn „der Planet Erde klimatechnisch bankrott“ sei.

Mit Blick auf die Messestadt erklärte Hilbrecht, dass „Leipzig in Sachen Wasserversorgung schon führend“, sei. Auf der Ebene der nachhaltigen Energieversorgung sei aber noch Nachholbedarf vorhanden.

www.bund-leipzig.de/erneuerbar

Von Tino Möhring

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