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Lokales Leipziger Umweltzone - Wie die grüne Plakette eine Familie trennt
Leipzig Lokales Leipziger Umweltzone - Wie die grüne Plakette eine Familie trennt
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20:32 01.06.2013
Auf Ostdeutschlands Straßen sind noch knapp 30.000 Trabis unterwegs. Quelle: dpa

Sie wohnt in Leipzig und ist für ihn seit 2011 im Grunde unerreichbar - weil er für seinen Trabi keine grüne Plakette bekommt. "Ich will ja nicht in Leipzig rumfahren", sagt er, "sondern nur rein, das Auto abstellen und wieder nach Hause fahren. Doch in der Stadtverwaltung haben sie mir schon gesagt, ich hätte keine Chance." Also muss er sich damit begnügen, dass seine Tochter ihn in Zwickau besucht.

"Ein neues Auto zu kaufen, lohnt sich für mich nicht mehr", meint Künzel. Der Mann ist 77 Jahre alt. Und sein Trabi, Baujahr 1987, hat ihm schließlich bislang treue Dienste geleistet. Und warum reist er dann nicht einfach mit dem Zug an? "Ich habe kürzlich zwei künstliche Kniegelenke bekommen und bin nicht mehr gut zu Fuß. Nach 300 Metern geht nichts mehr. Ohne meinen Trabi wäre ich aufgeschmissen." Auch ein Klassentreffen im September in Leipzig sagte er schon ab. Denn Schwarzfahren will der gesetzestreue Trabi-Fan in der Umweltzone nicht. Ein Verstoß könnte ihn 40 Euro kosten und einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei bringen. "Ich habe meinen Führerschein seit 1955", so der Rentner, "das wäre mein erster Punkt."

Vielleicht sollte er nach dem gestrigen Verwaltungsgerichtsprozess, der einem sogar ein Jahr jüngeren Pkw zu einer Sondergenehmigung verhalf, einfach nur noch mal einen Vorstoß beim Ordnungsamt wagen - oder warten, bis der neue Bußgeldkatalog in Kraft getreten ist. Womöglich wird Schwarzfahren in der Umweltzone künftig nicht mehr mit einem Flensburg-Punkt geahndet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 01.06.2013

Klaus Staeubert

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