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Lokales Leipziger Universitätsklinikum: Aufsichtsratschef ausgeschieden
Leipzig Lokales Leipziger Universitätsklinikum: Aufsichtsratschef ausgeschieden
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23:59 12.08.2013

Der in aller Stille vollzogene Wechsel überrascht schon, ließ jetzt gar Raum für Mutmaßungen über einen unfreiwilligen Abgang: Möglicherweise als Nachwirkung der Turbulenzen um den Verbleib von Medizin-Vorstand Wolfgang Fleig am UKL, über die die LVZ berichtete?

Fleig dementierte und winkte müde ab: "Wir sind nun mal nicht Daimler, um so einen Personalwechsel an die große Glocke zu hängen". Nur: Eine x-beliebige Kfz-Werkstatt ist Leipzigs Uni-Klinikum, das gern seine Bedeutung für die Region unterstreicht, allerdings auch nicht. Zusammen mit der Medizin-Fakultät nennt es sich mit über 6000 Beschäftigten zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt, betreut jährlich mehr als 300.000 stationäre und ambulante Patienten.

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Und Wolfram Knapp fühlte sich Leipzig und der Uni, an die er 1992 auf den Lehrstuhl für Nuklearmedizin berufen worden war und wo er unter anderem der entsprechenden Uni-Klinik vorstand, verbunden. Zum Aufsichtsratsmitglied war er bereits 1999 berufen worden. Und als dessen Chef hatte er erst noch vor vier Wochen in der jährlichen Bilanzpressekonferenz auf bis dato solide wirtschaftliche Ergebnisse des Klinikums verwiesen, die mangelnde Investitionszuweisung des Landes gegeißelt (die LVZ berichtete). Ein Wörtchen im Hinblick auf ein Ende seiner Amtszeit und seines kompletten Ausstiegs aus dem Aufsichtsrat fiel da auch nicht. Keine Info auch seitens der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK), das Knapps Ausscheiden "aus persönlichen Gründen" - nachdem dessen Amtsperiode regulär per 31. Juli ausgelaufen war -, gestern nun auf LVZ-Nachfrage bestätigte. Ebenso sprach Medizin-Vorstand Fleig von einer "persönlichen, zu respektierenden Entscheidung." Knapp habe immerhin die hier zu Lande vorgeschriebene dreijährige Laufzeit für den Posten gleich zweimal absolviert.

Der Hannoveraner Nuklearmediziner selbst war gestern nicht erreichbar. Er ist im Urlaub. Aber es hieß, Knapp, der bis zu seiner Emeritierung auch Chef einer Radiologischen Klinik in Hannover war, habe zig Beratungsaufträge und Projekte im Ausland, denen er sich jetzt mit aller Kraft widmen wolle.

Der bisherige Vize-Aufsichtsratschef Löschke, der als Ur-Leipziger die 1990 von ihm gegründete PC-Ware zum internationalen Konzern entwickelt hatte, steht nun bis zur Neuwahl kommissarisch dem zehnköpfigen Gremium vor. Löschke, mit Knapp befreundet, wie er sagte, schätzt dessen "menschliche und fachliche Kompetenz" und bedauerte auf Anfrage der LVZ dessen Rückzug aus dem Aufsichtsrat sehr.

"Ein neuer Vorsitzender wird jetzt aus dem Kreis der Aufsichtsratsmitglieder auf Vorschlag einer Findungskommission von Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst bestellt", erklärte SMWK-Sprecherin Annett Hofmann. Das nächste Mal tagt der Aufsichtsrat am 12. September. Denkbar ist, dass die Personalie bereits dort thematisiert wird.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.08.2013

Angelika Raulien

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