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Lokales Leipziger Urgestein gibt Comeback im Wolga-Taxi
Leipzig Lokales Leipziger Urgestein gibt Comeback im Wolga-Taxi
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00:18 01.12.2016
Nach 26 Jahren für einen TV-Beitrag wieder vereint: das Wolga-Taxi vom Typ GAZ 24 und der ehemalige Fahrer Horst Rudolph. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Horst Rudolph hat 1989 das letzte Mal am Steuer eines Wolga-Taxis gesessen. Am Montag gab er für einen Drehtermin des MDR ein kurzes Comeback im schwarz glänzenden Modell GAZ 24.

„Mach’s gut, Horst“, ruft einer der alten Kollegen aus seinem Taxi. Freundlich grüßt Horst Rudolph am Stand vor dem Hauptbahnhof zurück. Obwohl er offiziell seit 2004 in Rente ist, kennt er noch einige der älteren Fahrer. 40 Jahre hat er in Leipzig Kunden chauffiert. Der Wechsel vom Wolga-Taxi zu den beigefarbenen Modellen sei für ihn in den Jahren der Wende nur einer von vielen gewesen: „Es ist so viel passiert in dieser Zeit. Da ist ein neues Auto gar nicht mehr groß ins Gewicht gefallen.“ Leichter ließe es sich, so Rudolph, freilich mit den modernen Taxis fahren. Dafür sei die Reparatur heutzutage nur noch in richtigen Werkstätten möglich: „Wir waren das Improvisieren damals gewöhnt. Die Autos waren noch keine Computer, also haben wir alles selbst gemacht – wenn es denn die passenden Ersatzteile gab.“

Aber eigentlich will Horst Rudolph weder die alten Zeiten mit heute noch die verschiedenen Autos untereinander vergleichen, denn eines sei ohnehin klar: „So verbunden war ich keinem Taxi, dass ich es vermisst hätte.“ Über die Chance, noch einmal Wolga-Taxi zu fahren, habe er sich trotzdem gefreut. „Ich bin neugierig, ob noch alles wie früher funktioniert“, sagte Rudolph mit einem Augenzwinkern.

Dass ein originales Wolga-Taxi 26 Jahre nach seinem Verschwinden aus dem Stadtbild für Aufsehen sorgt, wurde Montagmittag deutlich: Immer wieder blieben Passanten stehen, um Fotos zu machen und nach dem Grund der Rückkehr zu fragen. Frank Herfurth, der zufällig mit dem Fahrrad vorbeifuhr, bekam in seiner Mittagspause schließlich die Chance, mit Horst Rudolph eine Runde durch Leipzig zu drehen. Und wie es der Zufall will, war Gast Herfurth – selbst Wolga-Liebhaber und bis vor zwei Jahren sogar Wolga-Besitzer – für Fahrerurgestein Rudolph ein idealer Gesprächspartner.

Initiiert wurde die Fahrt von den Machern der TV-Sendung MDR-Umschau, die sich am 13. Dezember verschiedenen Kfz aus der DDR widmen wird. „Die Umschau versucht die Lebenswirklichkeit der Menschen in Mitteldeutschland abzubilden. Dazu gehört auch die Erinnerung an Alltägliches und die Frage, was daraus geworden ist“, erklärte Roland Miethke, Chef vom Dienst, die Auswahl des Themas.

Von Anton Zirk

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