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Lokales Leipziger Verband fordert Unterstützung für Personalstelle: Krakow will mehr Power für Wagner
Leipzig Lokales Leipziger Verband fordert Unterstützung für Personalstelle: Krakow will mehr Power für Wagner
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00:33 23.11.2015
In den Räumen des Richard-Wagner-Verbandes fast zu Hause: Thomas Krakow (l.) und sein Mitarbeiter Josef Hauer. Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Thomas Krakow ist ein unruhiger Geist. Grundsätzlich, aber erst recht, wenn es um Richard Wagner geht. Denn bei der Vermarktung, bei der Verankerung im Bewusstsein bei Leipzigern und Gästen geht es dem Vorsitzenden des Leipziger Richard-Wagner-Verbands und der ebenfalls nach dem Komponisten benannten Stiftung nicht schnell genug voran.

„Wir brauchen hier eine volle Personalstelle für die Stiftung“, sagt Krakow. Derzeit kümmert sich ein Mitarbeiter für wenige Stunden in der Woche um die Geschäftsstelle. Die befindet sich eigentlich am richtigen Ort: am Richard-Wagner-Platz, direkt über dem Café Wagner. Ein idealer Ausgangspunkt, um die Arbeit der Stiftung voranzutreiben. „Die Stiftung ist nicht sehr groß und nicht sehr reich“, schildert Krakow die Ausgangslage. Um das zu ändern, brauche es eine kontinuierliche personelle Betreuung. „Wenn Sie professionell akquirieren wollen, benötigen Sie jemanden, der sich jeden Tag kümmert“, sagt der Stiftungschef, „so etwas machen Sie nicht nebenbei im Ehrenamt.“ Neben der Gewinnung von Unterstützern gibt es an vielen anderen Stellen Optimierungsbedarf. Es brauche eine feste Anlaufstelle, sagt Krakow. Die Leipziger Beiträge zur Wagner-Forschung, der Verkauf von Büchern und Souvenirs, die Erarbeitung von Beiträgen für weitere Bände und Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit, der Kontakt zu Wagnerianern – all diese Arbeiten laufen derzeit über den Verband, sollen künftig aber in die Stiftung übergehen.

Die Stadt unterstütze das Bach-Archiv, die Mendelssohn-Stiftung, den Schumann-Verein – und das sei gut so. Aber Wagner komme in Leipzig nicht mehr richtig auf die Beine. „Man darf ja nicht vergessen: Er ist ein Sohn dieser Stadt. Leipzig war bis Ende der 30er Jahre ein Haupt-Aufführungsort für Wagner – quantitativ wie qualitativ. Diese Bedeutung ging mit der ab dem 2. Weltkrieg beginnenden Entwicklung verloren.“

Krakow räumt ein, dass schon viel über die Leipziger Tourismus und Marketing GmbH (LTM) laufe. „LTM hat Wagner mit im Programm und auf den Flyern.“ Und: Auch die Dauer-Ausstellung in der Nikolaischule sei didaktisch gut gemacht – sie ließe sich aber intensiver bewirtschaften und vermarkten, findet der Stiftungschef. Ein Wagner-Haus, das Krakow schon länger vorschwebt, könne dort ebenso einen Platz finden wie am Richard-Wagner-Platz, wo die erste Etage theoretisch zur Verfügung steht.

Krakow, der bei der Stadtverwaltung arbeitet, betont, dass er den Job nicht selbst besetzen will. Als Vorstandsvorsitzender könne er „effektiver wirken“, sagt Krakow, der im Juni 2014 in Graz zum Präsidenten des Internationalen Richard-Wagner-Verbandes gewählt worden war. Das Amt war er wegen eines Zerwürfnisses allerdings knapp ein Jahr später wieder los.

Sein finanzielles Anliegen ist bei der Stadt bereits bekannt. Ob etwas daraus wird, steht aber noch nicht fest. „Der Richard-Wagner-Verband hat für 2016 beim Kulturamt einen Antrag auf institutionelle Förderung gestellt“, sagt Martina Menge-Buhk aus der Pressestelle. Der Antrag befinde sich im Förderverfahren. „Insgesamt gingen 392 Anträge ein, mit denen 7,96 Millionen Euro beantragt werden.“ Das Förderbudget des Kulturamtes für 2016 liegt aber nur bei 5,35 Millionen Euro. „Aussagen zu Einzelförderungen können erst nach Abschluss des Förderverfahrens, voraussichtlich Ende Dezember 2015, getroffen werden“, so Menge-Buhk.

Von Björn Meine

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