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Lokales Leipziger Verbraucherschützer: Fernbus-Gepäck vor der Reise fotografieren
Leipzig Lokales Leipziger Verbraucherschützer: Fernbus-Gepäck vor der Reise fotografieren
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11:06 30.03.2016
Beliebte Linie: „MeinFernbus FlixBus“ verbindet Leipzig mit mehreren deutschen Städten. Doch bei Gepäckverlust gibt es kaum Kulanz. Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

Von schlechten Erfahrungen unseres Lesers Hans-Georg Eckardt mit dem Anbieter „MeinFernbus FlixBus“ hatten wir vor Kurzem berichtet. Nach der Ankunft in Berlin musste der Leipziger feststellen: Seine Tasche war gestohlen worden – vermutlich von einer Bande, die es auf die Gepäckfächer abgesehen hatte und dazu den Trubel kurz vor der Abfahrt nutzte. Finanzieller Schaden: mehr als 500 Euro. Das Busunternehmen zeigte keinerlei Bereitschaft zur Schadensregulierung. Grund seien fehlende Belege; eine Erstattung sei aus steuerrechtlichen Gründen nicht möglich, hatte eine Unternehmenssprecherin erklärt.

Jetzt hat sich auf Anfrage auch die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) zu dem Vorfall geäußert: „In der Regel trifft den Busunternehmer eine Obhutspflicht, wenn der Fahrgast verpflichtet ist, sein Gepäck aus der Hand zu geben, also in den Kofferraum des Busses zu legen“, sagt VZS-Sprecherin Sabine Breidel. „Bei der Verletzung dieser Pflicht kann diese einen Schadensersatzanspruch des Geschädigten gegen das Unternehmen begründen.“ Die Beweislast für den Inhalt des Koffers und dessen Abhandenkommen liege aber beim Reisenden. Hierzu gebe es auch schon ein Urteil des Amtsgerichts München (Urteil vom 08.12.2015 - 283 Js 5956/15). Tipps der Verbraucherschützer: Vor Reiseantritt Fotos vom Kofferinhalt machen und idealerweise Quittungen oder Rechnungen des Gepäckgutes aufbewahren. Und: Wertgegenstände in einer Tasche oder einem kleinen Rucksack mit an den Platz nehmen.

„Die Gepäcksicherheit ist ein großes Thema bei Fernbusreisen“, so Breidel. Das Fernbusunternehmen habe die Organisation des Reisegepäcks so zu gestalten, dass beispielsweise ein Diebstahl nicht so einfach passieren kann. „Beispielsweise ist es denkbar, dass wie am Flughafen auch hier mit Gepäckscheinen gearbeitet wird.“

Wenn Ansprüche der Fahrgäste vom Verkehrsunternehmen zurückgewiesen werden, können sich Verbraucher die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr wenden und ihre Rechte als geschädigter Fahrgast geltend machen. Diese Schlichtungsstelle ist sachlich unabhängig und neutral.

Auch eine Anzeige bei der Polizei ist im Diebstahlsfall ratsam. Die hatte Hans-Georg Eckardt ohnehin sofort getätigt...

https://soep-online.de

Von Björn Meine

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