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Lokales Leipziger Verein baut seit zehn Jahren Brücken nach Russland
Leipzig Lokales Leipziger Verein baut seit zehn Jahren Brücken nach Russland
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00:27 13.01.2016
Stoßen auf den zehnten Geburtstag des Vereins „Leipzig – Brücke der Kulturen“ an (von links): Siegfried Wokun (Vorsitzender), Dieter Gerdes (Stellvertreter) und Mikhail Vachtchenko (Geschaeftsfuehrer). Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Seit zehn Jahren arbeitet der Verein „Leipzig - Brücke der Kulturen“. Gerade wurde der runde Geburtstag gefeiert. 40 Mitglieder zählt die Gruppe, sie kümmern sich um die Integration russischstämmiger Mitbürger. Zu den Unterstützungsangeboten zählen zum Beispiel Hilfe bei Behördengängen oder Sprachkurse. Nach außen hin sichtbar geworden ist der Verein zuletzt vor allem mit seinem Engagement für „Leipzig im Ural“. Wie berichtet, soll dort ein „Völkerfreundschaftsdenkmal“ entstehen - eine Kopie des hiesigen Völkerschlachtdenkmals im Maßstab 1:25. Im vergangenen Jahr wurde in der Siedlung bei Magnitogorsk der Grundstein gelegt.

Zu den konkreten Projekten, mit denen der Verein einer etwas größeren Öffentlichkeit bekannt geworden ist, gehört außerdem die Kinder- und Jugendarbeit. So betreibt der Verein ein eigenes Puppentheater; es zeigt Stücke auf russisch und deutsch. „Wie wollen die Möglichkeit geben, dass die Leute in ihrer Muttersprache agieren können, aber auch auf Deutsch agieren müssen“, erklärt Silke Waber vom Verein. Mit seinen interaktiven Puppentheater-Programmen geht der Verein in Kitas und Grundschulen - die kleinen Zuschauer werden mit Musik und Tanz einbezogen. Gerade hat sich der Brücke-Verein mit seiner Puppenbühne unter dem Motto „Migranten helfen Migranten“ für ein Projekt beworben, das Flüchtlingskinder in den Mittelpunkt rückt. Weitere Angebote liefern die Mitglieder in der Medienarbeit, es gibt Film- und Fotoworkshops. Einmal im Monat wird die Zeitschrift „Most“ (Brücke) in einer Auflage von 2500 Stück herausgegeben, sie erscheint kostenlos in russischer Sprache und wird in der Region Leipzig verbreitet. „Damit wird versucht, den Menschen ihre neue Heimat nahezubringen“, erklärt Silke Waber. Die Zeitschrift stößt in der Zielgruppe auf große Resonanz und sorgt für eine entsprechende Außenwirkung. Ebenso wie die Teilnahme am Programm „Open World“ im Schauspielhaus, das der Brücke-Verein regelmäßig mit russischen Gesangs- und Tanzgruppen bereichert.

In Zukunft wollen die Mitglieder sich noch mehr um die soziale Betreuung kümmern, zum Beispiel bei Arztbesuchen helfen. „Wir sind ein sehr wichtiger Hilfs- und Anlaufpunkt, das müssen wir weiter ausbauen“, sagt Waber. Auch die Angebote bei den Sprachkursen sollen verstärkt werden, und der Verein will für noch mehr Begegnung sorgen - etwa bei Seniorencafés einen Austausch mit der deutschen Bevölkerung initiieren. Schließlich steht künftig das Engagement für politische Bildung mehr im Mittelpunkt. Die Kenntnisse über das hiesige demokratische System seien oftmals gering, so Waber.

Von Björn Meine

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