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Lokales Leipziger Verein präsentiert regionalen Wandel in virtuellen Containern
Leipzig Lokales Leipziger Verein präsentiert regionalen Wandel in virtuellen Containern
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17:18 27.11.2015
Bergbautechnikpark im Leipziger Südraum: Auch der Wandel von Kohleabbau-Revieren zu Seenlandschaften soll beim DOK-Mitt-Projekt dokumentiert werden. Quelle: André Kempner
LEIPZIG

Unter der Dachmarke „DOK-Mitt“ haben Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ein Projekt gestartet, bei dem der Wandel der Region in den letzten rund 150 Jahren in allen Facetten beleuchtet werden soll. Es habe dafür in der Vergangenheit schon viele Anläufe gegeben, „jetzt sind wir endlich startklar“, sagte am Freitag der ehemalige Leipziger Regierungspräsident Walter Christian Steinbach und verwies auf die jüngst erfolgte Gründung eines Fördervereins, dem er vorsteht. Die gemeinnützige Vereinigung will ein „Dokumentationszentrum Industriekulturlandschaft Mitteldeutschland“ etablieren und hat dafür schon eine Reihe von Partnern ins Boot geholt. Unter anderem die HTWK Leipzig, die Hochschule Merseburg und die Kulturstiftung Hohenmölsen, die eine Anschubfinanzierung von 5000 Euro beisteuert. Mit einer Spende in gleicher Höhe wird die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft DOK-Mitt unterstützen.

HTWK-Forschungsprorektor Professor Markus Krabbes erklärte, in das Vorhaben könnten perspektivisch beispielsweise Museologie-Studenten eingebunden werden. „Dokumentieren, das heißt intensiv recherchieren und erschließen.“ Zu tun gibt es dabei viel, weil ein immenser Wissensfundus generiert, in eine Internetplattform eingespeist und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden soll. Steinbach sprach von einem „online verfügbaren Repertorium mit zehn virtuellen Containern“, die nach und nach gefüllt werden.

Thematisch reicht das Spektrum dabei von der Geologie, dem Braukohlbergbau und der Tagebausanierung, der Energiewirtschaft, der Landschafts- und Technikentwicklung bis hin zur Kulturgeschichte, dem sozialen Wandel und den sogenannten demokratischen Landschaften, in denen die mitgestaltenden Bürger heimatlich verwurzelt sind. Auch geografisch soll weit ausgeholt werden – über den Leipziger Nord- und Südraum hinaus bis nach Sachsen-Anhalt und Thüringen. „Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz“, erklärte Thomas Krafczyk, einer der wichtigen Wegbereiter des Projektes und Vorstandsmitglied des neuen Vereins. „Unsere Vision ist eine umfassende Inventur all dessen, was an Transformation stattgefunden hat, um es auch für die junge Generation nachvollziehbar zu machen.“

Geologe Frank Junge will sich prononciert um den erdgeschichtlichen Teil kümmern, bei dem die Tagebaue Zeitfenster bis in die Urzeit sind. „Rund 50 Millionen Jahre Erd- und Klimaentwicklung lassen sich dort aus den Schichten herauslesen wie aus einem Langzeitgedächtnis.“ Zeugnis abzulegen sei auch von den mannigfaltigen Funden von Fossilien und Artefakten, etwa den ältesten Brunnen Mitteleuropas und der Siedlungsarchäologie insgesamt. Wenn es nach den Protagonisten geht, soll DOK-Mitt strategisch nicht nur eine Internet gestützte Dokumentationsbasis bleiben. „Daraus könnte auch eine Veranstaltungsreihe erwachsen oder letztlich sogar eine Art Institut als Wissenskatalysator“, so Steinbach.

www.dokmitt.de

Von Mario Beck

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