Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipziger Verkehrsamt: Jede vierte Brücke in schlechtem Zustand
Leipzig Lokales Leipziger Verkehrsamt: Jede vierte Brücke in schlechtem Zustand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:46 18.03.2010
Anzeige

Jede vierte Brücke befindet sich danach in einem kritischen oder ungenügenden Zustand. Das Amt empfiehlt deswegen, die Mittel für die Instandsetzung und den Neubau von Brücken drastisch zu erhöhen. Zwischen 2011 und 2015 müssten jährlich elf Millionen Euro ausgegeben werden. Andererseits drohe der weitere Verfall.

Die Menschen, die mit dem Bus täglich in Thekla unterwegs sind, wissen, was es heißt, wenn eine marode Brücke auf dem Weg zu ihrem Ziel liegt. Seit Mitte Dezember darf die Parthebrücke in der Tauchaer Straße aufgrund ihrer Baufälligkeit nicht mehr von Bussen überfahren werden. Die schon vorher für andere Fahrzeuge über 3,5 Tonnen geltende Lastbeschränkung wurde verschärft, nachdem sich die Bausubstanz weiter verschlechtert hatte. Die Buslinien enden stadtauswärts und -einwärts vor der Brücke. Wer sie überqueren will, muss laufen oder in die Straßenbahn umsteigen, die über eine separate Brücke fährt. 3000 Menschen täglich sind betroffen, schätzen die Leipziger Verkehrsbetriebe.

Die Sperrung der Parthebrücke hat laut dem Verkehrs- und Tiefbauamt gezeigt, dass solche Maßnahmen erhebliche Erschwernisse für die Bürger mit sich bringen. Was bisher ein Einzelfall ist, muss jedoch keiner bleiben. Im Stadtgebiet gibt es 334 Brücken, 289 davon im öffentlichen Straßennetz. Das Durchschnittsalter der Brücken beträgt 47 Jahre. Die älteste stammt aus dem Jahr 1783 und steht in der Seestraße.

Die Untersuchung des Verkehrs- und Tiefbauamtes kommt zu dem Ergebnis, dass im öffentlichen Straßennetz jede vierte Brücke in einem "kritisch bis ungenügenden" oder "ungenügenden" Zustand ist. Die teils sehr schlechte Verfassung der Bauwerke führte dazu, dass für 33 von ihnen inzwischen eine Lastbeschränkung gilt, sie also nicht von allen Fahrzeugen überfahren werden dürfen. Acht dieser Übergänge liegen an Hauptverkehrsstraßen. Ein dringender Instandsetzungs- und Erneuerungsbedarf besteht laut den Untersuchungen "für insgesamt 26 lastbeschränkte Bauwerke".

Um einen ausgewogenen Brückenbestand zu gewährleisten kämen bedeutende Mehrausgaben auf die Stadt zu. So empfiehlt das Verkehrs- und Tiefbauamt, zukünftig eine Million Euro jährlich für die Unterhaltung der Brücken einzuplanen. Das sind über 40 Prozent mehr als jetzt. Auch bei der Instandsetzung fehlt bis 2012 mehr als eine Million Euro. Das Ergebnis des Amtes ist ernüchternd: "Das Unterhaltungsdefizit lässt einen Anstieg des Instandsetzungbedarfes infolge der Zunahme der Folgeschäden erwarten." Will die Stadt ihr Brückennetz auf dem jetzigen Niveau erhalten, wird sie tief in die Tasche greifen müssen. "Allein die nötigsten Instandsetzungsmaßnahmen und Ersatzneubauten erfordern im Zeitraum 2011 bis 2015 rund elf Millionen Euro jährlich", heißt es in der Vorlage für den Oberbürgermeister. Von der Rathausspitze gab es noch keine Reaktion.

Der Abteilungsleiter für Brückenbau und -unterhaltung, Klaus Barthel, selbst an der Erstellung des Berichts beteiligt, hält die Vorgaben des Amtes für realistisch. "Es gibt immer sehr gute Brücken, gute Brücken und weniger gute", so Barthel. Schäden sollten stets früh behoben werden. "Ein kleiner Schaden, der nicht behoben wird, wird zum großen Schaden", so Barthel. Ob die finanziellen Empfehlungen des Verkehrs- und Tiefbauamtes jedoch umgesetzt werden können, weiß Barthel nicht. "Die Stadt kann nur das Geld ausgeben, das sie hat", sagte er dazu.

Matthias Winkelmann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zum traditionellen Frühjahrsputz sind die Leipziger Bürger, Vereine, Institutionen und Unternehmen in diesem Jahr vom 24. März bis 23. April aufgerufen, ihr Umfeld von Schmutz und Unrat zu befreien.

18.03.2010

Das Ausmaß des Finanz-Debakels ist gigantisch, der Gegner scheinbar übermächtig. Trotzdem probt die Stadt Leipzig im millionenschweren Finanz-Desaster ihrer Kommunalen Wasserwerke (KWL) den Kampf „David gegen Goliath“.

18.03.2010

Im Finanzskandal der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) gab es weitere Verhaftungen. Bei den Beratern Jürgen Blatz und Berthold Senf klickten die Handschellen, weil sie Ex-KWL-Chef Klaus Heininger mit drei Millionen US-Dollar bestochen haben sollen.

18.03.2010
Anzeige