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Lokales Leipziger Verkehrsbetriebe lassen Fahrgäste in Bussen schwitzen
Leipzig Lokales Leipziger Verkehrsbetriebe lassen Fahrgäste in Bussen schwitzen
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23:59 07.08.2013
Neue Busse der LVB - leider ohne Klimaanlage. Quelle: LVB

Denn Klimaanlagen gibt's in den Fahrzeugen nicht. Das Leipziger Verkehrsunternehmen ist eines der wenigen in deutschen Großstädten, das seinen Fahrgästen diesen Komfort vorenthält - trotz hoher Fahrpreise.

Die waren erst im August wieder gestiegen (die LVZ berichtete). Der Einzelfahrschein kostet jetzt 2,40 Euro. Hamburg, Paris, London, New York - in keiner dieser Städte sind Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr so teuer wie an der Pleiße. Auch die treuesten Fahrgäste treffen die jährlichen Preiserhöhungen immer empfindlicher - das Basis-Monats-Abo kostet jetzt 2,31 Euro mehr und hat damit erstmals die Schallmauer von 50 Euro durchbrochen. Dafür bekommen sie an den heißen Tagen mangels Kühltechnik einen Sauna-Gang zur Busfahrt gratis dazu. Selbst in den 30 neuen Solaris-Bussen, die die LVB bis Jahresende zum Preis von 13 Millionen Euro anschaffen, werden die Passagiere auf angenehme Temperaturen verzichten müssen.

"Wir würden nur die Stadt klimatisieren - wegen des ständigen Öffnens und Schließens wäre eine Klimaanlage sinnlos", erklärt LVB-Sprecher Reinhard Bohse. In den acht bis 15 Meter langen Bussen würde die herunter gekühlte Luft sofort wieder entweichen. Anders stelle sich die Situation in den 45 Meter langen und klimatisierten XXL-Straßenbahnen dar, weil dort bei einem Halt nicht alle Türen öffnen. Sein Kollege Christoph Hansel verweist auf den extremen Energieverlust in klimatisierten Bussen des Stadtverkehrs. Nach dieser Argumentation müssten die LVB aber im Winter auch die Heizungen abschalten.

Bei Verkehrsunternehmen, die zum Beispiel in ländlichen Regionen längere Strecken am Stück zurücklegen, sehe es anders aus, so Hansel. Für die Stadtverkehrs-Busse der LVB werde es aber keine Nachrüstungen geben.

Mit dieser Haltung stehen die LVB zunehmend alleine da. Immer mehr Verkehrsunternehmen in Deutschland setzen auf eine Klimatisierung ihrer Fahrzeuge. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe verfügten 1993 lediglich fünf Prozent aller neuen Stadtbusse in Deutschland über eine Klimaanlage. 2011 waren dann schon in sieben von zehn neuen Linienbussen Kühlanlagen eingebaut. Inzwischen haben einige Verkehrsunternehmen, darunter Berlin, Jena, Saarbrücken und Fulda, die ersten Busse mit umweltschonenden Kohlendioxid-Klimaanlagen ausgerüstet. Sie haben im Vergleich zur herkömmlichen Technik mit dem Kältemittel R134a ein 1430-fach geringeres Treibhauspotenzial.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.08.2013

Klaus Staeubert

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