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Lokales Leipziger Vierlinge - Mädchen erleben ersten Schnuppertag in der Kita Tausendfüßler
Leipzig Lokales Leipziger Vierlinge - Mädchen erleben ersten Schnuppertag in der Kita Tausendfüßler
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21:07 29.07.2013
Die Leipziger Vierlinge auf Tuchfühlung an ihrem ersten Kita-Tag. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

Damit die Erzieher sie auch auseinander halten können, zog Mutter Janett Mehnert den 18 Monate jungen Vierlingen T-Shirts mit ihren Namen an.

Gestern um 9 Uhr: Marcus (31) und Janett Mehnert (33) biegen mit zwei Zwillingswagen in die im Grünen gelegene Kita "Tausendfüßler" im Leipziger Südosten ein. Zur Unterstützung kommt auch Lucas mit, der siebenjährige Bruder der Vierlinge. Es ist schließlich seine ehemalige Kita, unweit der elterlichen Wohnung, in die nun auch seine Schwestern gehen.

Berührungsängste haben Kim, Laura, Jasmin und Sophie nicht. Sofort steuern sie den Teppich im Hasenzimmer an und untersuchen das umherliegende Spielzeug. "Die sind Trubel gewohnt", lacht Janett Mehnert. "Als hätten sie gewusst, dass es in die Kita geht, können alle vier seit einer Woche laufen", freut sich die Mutter, die sich manchmal vier Arme wünschte, wenn alle vier auf einmal eine Hand zum Festhalten suchen.

Nur anfangs hocken die reizenden Schwestern noch eng beieinander, Mama und Papa immer im Blick. Schon nach kurzer Zeit gehen die aufgeweckten Mädels auf die Spielangebote der beiden Erzieherinnen Ina und Maria ein und sind mitten im Geschehen. Laura und Kim finden die großen (zweijährigen) Jungen Lennox, Karl und Arthur interessant und testen, ob deren Loks, Autos und Raupen auch etwas für sie sind. Die Jungs wiederum zieht es nach kurzem Beäugen zu Vierlingspapa Marcus.

Der, Autobauer im Leipziger BMW-Werk, stellt sich der Herausforderung und testet mit den Jungen bunte Baufahrzeuge. Sophie, die Kleinste des Quartetts, die sich zwischendurch Streicheleinheiten bei ihrer Mama abholt, und Jasmin tauschen derweil mit Emilia, Clara, Smilla und Ylva aus der Kita-Gruppe Bausteine und Puppen aus. Als gehörten sie schon immer dazu.

15 Kinder zwischen ein und drei Jahren gehen in die "Hasengruppe" und werden von zwei Erzieherinnen betreut. Die 39-jährige Ina hatte schon Lucas in ihrer Gruppe und kennt Familie Mehnert seit Jahren. "In Lauras Gesicht erkenne ich Lucas wieder", sagt sie. Die Eltern stimmen zu, Laura sei auch seine Lieblingsschwester. Obwohl Ina schon Laura identifizieren kann, sind beide Erzieherinnen froh, dass die T-Shirts ihnen verraten, wer wer ist. "Ihr habt hoffentlich die Namensshirts zehn Mal?", fragt Ina die Eltern. Die müssen abwinken. "Nur diese, die hat die Uroma bedrucken lassen", sagt Janett Mehnert.

"Naja", gibt sich die Erzieherin optimistisch, "ich denke, Maria und ich werden sie nach einiger Zeit auch so unterscheiden können, an ihren Eigenheiten." Wenn nicht, will sich die Mutter etwas ausdenken und zum Beispiel jeweils einen Fingernagel der Mädchen andersfarbig lackieren. "Vielleicht können die Kinder der Gruppe die Vierlinge sogar eher unterschieden als wir, an Geräuschen, am Verhalten", ist Ina gespannt. Auf jeden Fall sei es für die vier leichter, sich einzugewöhnen als für ein Einzelkind, meint Maria.

Die Eingewöhnung wird etwa drei Wochen dauern. Schritt für Schritt werden die Mädchen länger bleiben, Mittag essen, dann auch mittags schlafen. "Wir haben großes Vertrauen in die Kita, wissen die Kinder hier in guten Händen und freuen uns, dass es mit vier Plätzen geklappt hat", sagt Janett Mehnert. Die Friseurmeisterin will spätestens Anfang nächsten Jahres wieder arbeiten gehen, denn das Geld sei knapp, ein zweites Gehalt werde gebraucht für die siebenköpfige Familie.

Insgesamt besuchen 245 Kinder die Kita der Volkssolidarität. "Auch in diesem Jahr hatten wir wieder viel mehr Anmeldungen als Plätze", erzählt Margitta Winkler. Die 62-jährige, die die Kita seit 27 Jahren leitet, kritisiert zudem, dass der sächsische Personalschlüssel knapp bemessen ist. Mehr Erzieherinnen wären wünschenswert, sagt die erfahrene Pädagogin. Das sieht auch Martin Gey so, Sprecher des Stadtverbandes der Volkssolidarität, der 14 Kitas mit 2100 Plätzen in Leipzig betreibt. Zudem bestätigt er: "Wir haben keine freien Plätze, müssen die Eltern vertrösten." Die Volkssolidarität habe, um noch helfen zu können, schon den Tagespflegebereich (Tagesmütter) verstärkt.

"Wir haben zwar drei Zwillingspärchen in der Kita, aber die Vierlinge, das ist schon etwas Besonderes. Bei allen vier Mädchen habe ich ein supergutes Gefühl, als wären sie schon Wochen hier", freut sich Margitta Winkler, die die ersten Kita-Stunden des Quartetts miterlebte. Auch Erzieherinnen aus anderen Gruppen schauen mal kurz rein. Nun kommt auch Lucas zurück und knuddelt alle vier Schwestern. Er war inzwischen nebenan in seiner ehemaligen "Entengruppe". Er gehe aber doch lieber weiter in die Schule, meint er nach dem Exkurs in die Kita-Zeit.

Gegen 11 Uhr gehen Mehnerts mit vier aufgekratzten, gut gelaunten Mädels und Lucas wieder nach Hause. Nach dem Mittagessen, kurz nach 13 Uhr, fährt Papa Marcus zur Spätschicht ins BMW-Werk. Janett Mehnert hat zu Hause wieder volles Programm. Und alle sind gespannt auf die nächsten Kita-Erlebnisse.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.07.2013

Anita Kecke

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