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Lokales Leipziger Vierlinge begrüßen den Osterhasen mit Gedichten
Leipzig Lokales Leipziger Vierlinge begrüßen den Osterhasen mit Gedichten
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19:48 27.03.2018
Halten fröhlich ihre Osterhasen hoch: Die Vierlinge Sophie, Laura, Kim und Jasmin (5) beim Auspacken ihrer Ostergeschenke. Quelle: Leipzigreport
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Beucha

 Erst lächeln alle vier Mädchen verlegen, drücken vorsichtshalber noch mal die Mama ganz kräftig, die gar nicht so viele Hände hat, um alle Töchter gleichzeitig zu umarmen. Ob sie ein Ostergedicht oder ein Osterlied kennen, wollen LVZ-Reporterin und Fotograf wissen. So eine Frage aber auch! „Wir sind doch schon 5“, erinnert Sophie die Besucher. Dann legt sie als Erste textsicher los: „Stups, der kleine Osterhase fällt andauernd auf die Nase. Ganz egal wohin er lief, immer ging ihm etwas schief.“ Nach den ersten Worten fallen ihre Schwestern Kim und Jasmin ein, sagen den Songtext von Rolf Zuckowski als Gedicht zusammen auf.

Laura hält sich beim Vortrag noch etwas zurück, kichert aber gemeinsam mit allen immer wieder über den tapsigen Osterhasen. Damit die Gäste auch mitbekommen, was sie alles drauf haben, fährt Kim gleich fort: „Has’, Has’, Osterhas’, leg’ die Eier in das Gras. Hier ein Ei, dort ein Ei, eins und eins macht zwei.“ Dazu die Kulisse eines leuchtend gelben Forsythien-Strauchs im Garten, den die Mädchen mit bunten Eiern geschmückt haben. Ostern kann kommen.

Mach mal bitte auf? Vater Marcus (l.) und Mutter Janett (r.) helfen ihren Töchtern Sophie, Laura, Kim und Jasmin beim Auspacken. Quelle: Leipzigreport

Für die eineiigen Vierlinge, die am 6. Januar 2012 im Leipziger Uniklinikum auf die Welt kamen, ist es schon das sechste Osterfest, das sie mit ihren Eltern Janett (37) und Marcus Mehnert (35) und ihrem Bruder Lucas (11) feiern. Sie freuen sich über sportliche Spielzeuge, die die LVZ ihren Patenkindern als Osterpräsent vorbeibringt. Mit Begeisterung probieren die quicklebendigen Mädchen Bälle, Springseil und Ballfang-Spiele aus und toben wild durchs Haus.

Hallo, wir freuen uns auf Ostern: (v. l.) Sophie, Jasmin, Kim und Laura. Quelle: Leipzigreport

 Am interessantesten ist aber für alle ein Geschenk, das ihre Mutter von ihren Schwiegereltern zum Geburtstag am Montag bekam: Ein kleines Trampolin, das im Wohnzimmer steht. Im Nu sind Laura und Sophie auf dem Trampolin und springen, bis die Schweißperlen tropfen. Kim und Jasmin drängen schon. Auch Lucas tobt sich darauf aus. Das freut die Eltern besonders. Denn sie möchten auch ihren Sohn anregen, mehr Sport zu treiben. „Bei uns in der Familie kicken vor allem die Mädchen“, sagt der fußballbegeisterte Vater, der selbst gebolzt hat, Unihockey und Volleyball spielte. Auch Mutter Janett, früher aktive Geräteturnerin und Wasserballspielerin, freut sich über das bewegungsfreudige Quartett. „Sie sind sportlich ohne Ende, fahren alle vier Fahrrad, Sophie dazu noch Skateboard und Kim Inlineskater“, erzählt sie. Außerdem sei kein Klettergerüst vor ihnen sicher, sagt die Mutter. Angesagt sei zurzeit die „Fledermaus“, sich kopfüber an die Kletterstange zu hängen. „Allerdings sind die Fahrräder nun zu klein, ich habe die Sattel schon auf die höchste Stufe gestellt“, seufzt der Vater, weil nun für neue gespart werden muss. Marcus hat in dieser Woche Frühdienst und kann die Mädchen aus der Kita holen, wo sie schon Ostergras gesät und Eier bemalt haben. Der junge Vater arbeitet im Leipziger BMW-Werk und ist der Alleinverdiener der Familie.

Das ist toll: (v. l.) Sophie und Laura hüpfen auf dem Trampolin. Quelle: Leipzigreport

Der Geräuschpegel im Wohnzimmer ist inzwischen stark angestiegen. Die Mädchen kreischen, lachen und streiten wild durcheinander. Die tägliche Nervenprobe für die Eltern, die bewundernswert souverän und erfahren damit umgehen, die liebevoll mitspielen, erklären und steuern, ihnen aber auch Grenzen setzen, wenn das Toben überhand nimmt. „Der Alltag ist insofern leichter geworden“, resümiert die Mutter, „als dass die Mädchen nun selbstständiger sind und viel miteinander spielen. Andererseits testen sie mehr Grenzen aus, fahren zum Beispiel mit dem Fahrrad eben nicht nur vor dem Haus, wie Mutter und Vater sagen, sondern gleich durch die Siedlung. Das heißt, aufpassen und konsequent sein.“ Es gibt auch ruhige Minuten, etwa, wenn Sophie, der kleine Bücherwurm, der Reporterin ein Autogramm gibt und ihren Namen in den Block schreibt, dazu noch „Mama“ und „Papa“. Alles fehlerfrei in Druckbuchstaben. Laura probiert es auch. Und „Larua“ stimmt schon fast. Die Mädchen können ja auch ihren großen Bruder Lucas fragen, der in die fünfte Klasse kommt und viel mit den Mädels spielt.

Probieren erst einmal die Spielsachen aus: (v. l.) Kim, Laura, Sophie und Jasmin. Quelle: Leipzigreport

Das Osterfest gehen Mehnerts in diesem Jahr mit gemischten Gefühlen an. Einerseits feiern sie am Sonntag den 80. Geburtstag von Janetts Großmutter. Andererseits liegt Marcus’ Oma schwer krank in der Klinik. „Das macht mir Sorgen“, sagt Marcus. „Wir versuchen, alles hinzubekommen und den Kindern trotzdem ein schönes Osterfest zu schenken mit Suchen, Spielen und Toben. Bewegen müssen sie sich sowieso.“

Von Anita Kecke

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