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Lokales Leipziger Vierlingsfamilie zieht ins eigene Haus: Freunde und Verwandte packen mit an
Leipzig Lokales Leipziger Vierlingsfamilie zieht ins eigene Haus: Freunde und Verwandte packen mit an
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19:34 29.03.2015
Die Leipziger Vierlingsfamilie zieht nach Beucha. Quelle: Volkmar Heinz

Seine Frau Janett (34) schleppt Taschen und Beutel mit Puppensachen, Malzeug und Kinderbüchern an und drückt, damit alles reinpasst.

Es ist Samstagmorgen: Die Vierlingsfamilie Mehnert zieht von Leipzig nach Beucha. Die LVZ, die eine Patenschaft über die in Deutschland einmaligen eineiigen Schwestern Jasmin, Kim, Sophie und Laura (3) übernommen hat, ist an diesem besonderen Tag dabei.

„So viel Kleinzeug und Spielsachen haben wir sonst nicht", sagt Detlef Nixdorf mit vier Teddys im Arm und einer Spielzeugwaschmaschine in der Hand. Der 55-Jährige, der seit 31 Jahren bei der Spedition Gebauer arbeitet, läuft gefühlt zum 100. Mal die Treppen hoch und runter. „Das ist was Reelles", meint er, als er mit seinem Kollegen eine Couch runterwuchtet. Inzwischen stehen Schrankteile, Fahrräder und Grünpflanzen vor den zwei Lastern der Spedition Gebauer, die den Transport mit vier Leuten kostenlos übernimmt. Berufskraftfahrer Falk Unger verstaut alles sicher auf der Ladefläche.

Als die Laster am Samstagmorgen 7:30 Uhr im Leipziger Südosten anrollten, war noch alles zugeparkt. Und dass, obwohl Halteverbotsschilder vor dem LWB-Mietshaus den Umzug ankündigten. Also musste die Polizei erst einmal für den nötigen Freiraum sorgen.

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Leipzig. „Also noch mal umziehen will ich nicht", sagt Marcus Mehnert (32), wischt sich den Schweiß ab, stopft Puppen, Bausteine und Spielzeugautos in seinen schon vollen Kofferraum. Seine Frau Janett (34) schleppt Taschen und Beutel mit Puppensachen, Malzeug und Kinderbüchern an und drückt, damit alles reinpasst. Es ist Samstagmorgen: Die Vierlingsfamilie Mehnert zieht von Leipzig nach Beucha.

Janett und Marcus Mehnert schauen sich noch einmal um in der leeren Wohnung, in der sie etliche Jahre gelebt haben, zuerst nur mit Lucas, ihrem Sohn, der am Freitag seinen neunten Geburtstag feierte. Dann mit den Vierlingen, die im Januar 2012 als Frühchen zur Welt kamen. „Ich habe vieles weggeworfen, aber der Gipsabdruck von meinem Vierlings-Schwangerschaftsbauch, der musste mit", sagt die junge Mutter. Beide freuen sich aufs neue Zuhause mit ihren fünf Kindern.

Ein Häuschen im Grünen, wo die Kinder unbesorgt draußen spielen können, das war ihr Traum. Sie wären gern in Leipzig geblieben, was auch OBM Burkhard Jung gut gefallen hätte, der den Vierlingen stets persönlich zum Geburtstag gratulierte. Doch Mehnerts fanden in der Messestadt kein für sie bezahlbares Haus. Nach längerem Suchen hatten sie in Beucha, im Landkreis Leipzig, Glück, stießen auf eine gebrauchte Immobilie mit überschaubarem Grundstück. Schließlich fanden sie auch eine Bank, die ihnen den nötigen Kredit gewährte. „Bis zu meinem 62. Lebensjahr zahlen wir den Kredit nun ab", sagt Vater Marcus, der im Leipziger BMW-Werk als Monteur arbeitet.

Auch dank der zupackenden Freunde der Mehnerts, Claudia, Anne und Christian, ist um 11 Uhr alles verstaut. Ab geht’s nach Beucha. Dort werkeln schon Opa, Schwager und Neffe. Alle laden mit aus. Speditionschef Peter Gebauer ist beeindruckt: „Mehnerts haben nicht nur viele Kinder, sondern auch viele Helfer. Sonst wären wir nicht so schnell fertig." Aber ohne die Profis hätten wir das nicht geschafft, meint Janett dankbar. Die Firma hatte am Tag zuvor schon die Küche aufgebaut.

Um 14 Uhr sind die Laster leer und rücken ab. Für Mehnerts und ihre Helfer ist noch reichlich Arbeit da. Zuerst werden die Bettchen für die Vierlinge aufgebaut. Die Mädchen haben ein gemeinsames Schlafzimmer und einen Raum zum Spielen.

Um das muntere Quartett kümmern sich während des Umzugs die Großeltern. Die andere Oma sitzt mit Lucas beim Kinderarzt, weil er plötzlich Fieber bekam. „Irgendwie kommt immer alles zusammen, aber zum Glück können wir uns auf Familie und Freunde verlassen", sagt Janett Mehnert. „Das war ein Stress, der schon an die Grenzen ging", meint die kleine zierliche Frau und astet Kartons ins Kinderzimmer. Auch Marcus ist anzusehen, dass wenig Zeit zum Schlafen blieb. Der 32-Jährige hat in seinem Urlaub Möbel auseinander genommen, Tapeten abgerissen, gemalert und Laminat verlegt. Das Zimmer von Lucas ist schon fertig. Mehnerts sind den Kollegen vom BMW-Betriebsrat dankbar für einen Gutschein, mit dem sie auch für den Jungen dringend benötigte Kindermöbel kaufen konnten.

Mit Leipzig bleiben Mehnerts verbunden. Die Mädchen gehen nach wie vor in die Kita Tausendfüßler, auch Lucas besucht seine Schule in der Messestadt. Mutter Janett, die unglücklicherweise ihre Arbeit als Friseurmeisterin in Leipzig verloren hat, will allerdings nun beruflich von Beucha aus neu starten. Jetzt freuen sich Eltern und Kinder erst einmal auf ihr erstes Osterfest im neuen Heim.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30. März

Anita Kecke

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