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Lokales Leipziger Waldstraßenviertel wird Bewohner-Parkzone
Leipzig Lokales Leipziger Waldstraßenviertel wird Bewohner-Parkzone
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22:17 22.08.2018
Das Waldstraßenviertel wird Bewohner-Parkzone. Quelle: Volkmar Heinz
Leipzig

„Viele im Waldstraßenviertel glaubten nicht mehr daran, dass das Anwohnerparken kommt“, sagte Franziska Riekewald. Denn so lange schon läuft die Diskussion über die unzähligen Fremdparker, die das an Arena und RB-Stadion gelegene Quartier in zunehmender Regelmäßigkeit okkupieren. Riekewald ist Stadträtin der Linken und wohnt selbst im Waldstraßenviertel, kennt also die Situation aus eigenem Erleben. Gestern Abend gab der Stadtrat nun grünes Licht für die Einführung der Bewohner-Parkzone.

Danach wird Parken östlich der Waldstraße bis zur Pfaffendorfer Straße flächendeckend montags bis freitags von 8 bis 23 Uhr sowie am Wochenende rund um die Uhr kostenpflichtig. Die maximale Parkdauer beträgt zwei Stunden, was die Parkplätze sowohl für Pendler als auch Besucher des Fußballstadions und der Arena quasi unbrauchbar macht. Anwohner mit Parkausweis – soll pro Jahr 30,70 Euro kosten – sind von der Gebührenpflicht ausgenommen. Westlich der Waldstraße ist Parken von 17 bis 8 Uhr sowie an Wochenenden nur noch für Anwohner erlaubt. Tagsüber können dort Kunden und Beschäftigte der ansässigen Geschäfte, Praxen und Büros ihre Autos abstellen.

„Der Verschlag“, wandte Sabine Heymann von der CDU ein, „ist noch nicht ausgereift und praxistauglich“. Deshalb schlug ihre Fraktion vor, die für Herbst 2019 geplante Einführung der Parkraumbewirtschaftung um ein Jahr zu verschieben. Doch dem folgte der Stadtrat nicht. „Das Bewohnerparken ist kein Experiment, es ist die Lösung“, hielt Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) entgegen. Sollte sich dennoch in der Praxis Änderungsbedarf ergeben, werde man sich dem nicht verschließen.

AfD-Fraktionsvorsitzender Tobias Keller sagte, das Konzept „ist eine Möglichkeit, es sich mit allen Beteiligten zu verscherzen“. Es sei zwar lobenswert, wenn am Stadion nun 50 zusätzliche Parkplätze entstehen sollen. „Aber es werden hier mindestens 500 Stellplätze für die Anwohner benötigt, um den Parkdruck aus dem Viertel zu nehmen.“ Die Lösung sieht er in einer Tiefgarage oder einem Parkhaus. Keller verwies auf das Parkhaus am Zoo, das sich positiv auf die Parksituation im Zentrum-Nord ausgewirkt habe.

„Vernünftig und ausgewogen“ nannte dagegen FDP-Stadtrat Sven Morlok Dubraus Parkraum-Konzept. „Wer im Stadtrat jedoch fordert, ein Parkhaus am Stadion zu verhindern, schützt im Waldstraßenviertel niemanden“ sagte Morlok an die Adresse der Grünen gerichtet.

Derzeit sind drei Viertel der Parkplätze im Waldstraßenviertel kostenlos, was besonders Pendler und Zuschauer von Arena und Stadion anzieht. Für die Umsetzung des Parkraumbewirtschaftungskonzepts will die Stadt, wie berichtet, 78 Parkscheinautomaten (knapp 500 000 Euro) anschaffen. Die Stadt rechnet mit jährlich rund einer halben Million Euro aus Parkgebühren, dazu kommen noch 110 000 Euro aus den Gebühren für die Bewohnerparkausweise. An Veranstaltungstagen mit mehr als 20 000 Besuchern wird zudem – wie bisher schon bei Spielen der Fußball-Bundesliga – zusätzlich eine Bewohnerschutzzone für den Teil des Waldstraßenviertels eingerichtet, der von Friedrich-Ebert-, Goya-, Livia- und Leibnizstraße sowie Jahnallee begrenzt wird. Zufahrten in diesen Sperrbezirk sind dann nur an bestimmten Stellen für Personen möglich, die sich als Anwohner ausweisen können. Pro Veranstaltungstag – etwa 25 pro Jahr – kostet die Einrichtung der Sperrzone 2000 Euro. Mit dem Bundesligisten RB verhandelt die Stadt über eine Kostenbeteiligung. Die Grünen wollen, dass sich RB auch an der Bewachung von Fahrrädern zu Großveranstaltungen finanziell beteiligt.

Von Klaus Staeubert

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