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Lokales Leipziger Wasserwerke sollen 40.000 Euro an Wohlfahrtsverband zahlen
Leipzig Lokales Leipziger Wasserwerke sollen 40.000 Euro an Wohlfahrtsverband zahlen
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20:59 22.01.2014
Wegen zu großem Wasserzähler sollen die KWL 40.000 Euro an ASB zahlen.(Bild: dpa-infocom) Quelle: dpa

40.000 Euro sollen die KWL dem Wohlfahrtsverband nun erstatten, weil sie einen überdimensionierten Wasserzähler eingebaut hatten. Nun kommt die Frage auf, ob auch andere Einrichtungen mit zu großen Zählern ausgestattet sind.

"Heim am Silbersee erhält 24 000 Euro zurück" - unter dieser Überschrift hatte die LVZ im Oktober vorigen Jahres über das vorläufige Ende des Wasserzähler-Streits berichtet. Auf Vorschlag des Landgerichts war es zu einem Vergleich zwischen ASB und KWL gekommen. Der Wohlfahrtsverband widersprach allerdings. Jetzt ging das Ganze, wie ASB-Anwalt Ralph Kluttig gestern auf Nachfrage mitteilte, für seinen Mandanten sogar "mit einem noch erfreulicheren Ergebnis aus".

Bei dem Streit ging es um einen Wasserzähler, der 2010 im ASB-Senioren-Wohnheim "Haus am Silbersee" kaputtgegangen und von den KWL ausgetauscht worden war. Später stutzten die ASB-Leute: Es war einer der größten verfügbaren Zähler, ein "Qn 40". Jährliche Grundgebühr: rund 13 000 Euro. Zudem fand ein Privatgutachter heraus, "dass rund 40 Prozent des Wasserverbrauchs im nicht geeichten Bereich entnommen wurden".

Bereits im Jahr 2000 hatten die KWL das Heim mit so einem Riesen-Zähler ausgestattet. Der ASB intervenierte - das Gerät wurde 2011 auf einen Zähler der Größe "Qn 15/2,5" verkleinert - die jährliche Grundgebühr verringerte sich um rund 8000 Euro.

Diese Summe legte Kluttig zugrunde, um für den Zeitraum von zehn Jahren zu viel gezahlte Grundgebühren über 87 000 Euro von den KWL zurückzufordern. Was die jedoch nicht taten. Daraufhin kam es zunächst zu jenem vor dem Landgericht Leipzig abgeschlossenen Vergleich, mit dem der ASB 24 000 Euro zurückerhalten sollte. Der aber ging in Widerspruch. Das Landgericht Leipzig wollte im Dezember 2013 laut Kluttig nun seinerseits einen Gutachter beauftragen. "Er hätte einerseits zu klären gehabt, ob die KWL zu Recht einen Wasserzähler der Größe Qn 40 im Pflegeheim des ASB hat installieren dürfen, und zum anderen, ob die zuvor auf 724 Seiten offengelegten Messergebnisse des erwähnten Privatgutachters richtig sind", so Kluttig. Das wäre teuer geworden. Auf seine Initiative hin sei es dieser Tage nun zum Vergleichsabschluss zwischen den Beteiligten gekommen: "Die KWL haben jetzt 40 000 Euro an den ASB zu zahlen", sagte Kluttig.

Immerhin: Nach der Installation des deutlich kleineren Zählermodells war der jährliche Wasserverbrauch im ASB-Haus um fast 15 Prozent gesunken. Mancherorts wird nun durchaus etwas über "Zufall" und "Einzelfall" gegrübelt. Oder ob gar noch andere, KWL-versorgte Pflegeeinrichtungen betroffen sein könnten?

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Raulien, Angelika

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