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Lokales Leipziger Wasserwerke ziehen 230 Meter langen Riesenschlauch ein
Leipzig Lokales Leipziger Wasserwerke ziehen 230 Meter langen Riesenschlauch ein
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20:35 02.08.2016
Schneeweiß und mit Eisbrocken gekühlt traf der Riesenschlauch gestern auf einem Tieflader am Sportforum ein. Nun begann das Einfädeln ins Kanalnetz. Quelle: Foto: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Die Erläuterungen der Fachleute hörten sich mitunter an wie ein Cocktail-Rezept. Doch natürlich hatten die Leipziger Wasserwerke Dienstag nicht zum Umtrunk an die Red-Bull-Arena geladen. Vielmehr wollten sie erklären, weshalb die Straße Am Sportforum seit einigen Wochen nur noch halbseitig zur Verfügung steht.

Auf der sonst stadtauswärts führenden Fahrspur traf am frühen Dienstagmorgen nämlich ein riesiger Lindwurm ein. Dieser 230 Meter lange Schlauch mit einem Durchmesser von bis zu 1,78 Meter wurde extra mit vielen Eisbrocken gekühlt, bevor er am Montagabend im thüringischen Geschwenda per Tieflader startete.

Dienstag Nachmittag begann nun das Einfädeln des Schlauchs in einen 121 Jahre alten Abwasserkanal. Dieses noch aus Klinkersteinen errichtete Bauwerk reicht vom Abzweig Goyastraße bis zum Kreisverkehr an der Leutzscher Allee. „Der alte Kanal wies eine Reihe von Makeln auf, aber keine großen Schäden“, erklärte Ulrich Meyer, der Technische Geschäftsführer bei den Wasserwerken. „Deshalb konnten wir auf einen kostenintensiven Neubau verzichten, stattdessen das Schlaucheinzugsverfahren wählen.“

Seit Ende Juni baute dafür die Firma Heinrich Lauber aus Coswig zunächst ein Ersatzrohr in der Straße auf. „Vor dem Schlaucheinzug muss der Kanal komplett trocken und gereinigt sein“, so Bauleiterin Cathrin Witting. Auch bei dem Starkregen letzte Woche habe das Ersatzrohr gehalten, alle Abwässer aus dem westlichen Stadtzentrum, vom Bach- und Waldstraßenviertel zuverlässig zum Klärwerk im Rosental transportiert.

Den Lindwurm fertigte die Firma Aarsleff in Thüringen, erklärte deren Prokurist Detlef Mahler. „Der Schlauch besteht aus einer Synthesefaser mit Polyurethan-Beschichtung. In Geschwenda haben wir daraus die Form genäht und alles in Harz getränkt.“ Weil das Harz erst aushärten darf, wenn der Schlauch passgenau im Kanal liegt und dessen Form angenommen hat, wurde er unterwegs gekühlt.

Auf einem blauen Podest begannen Mitarbeiter von Aarsleff, den Schlauch umzustülpen und dann ins Erdreich zu führen. Dies dauert 24 Stunden. Danach wird das weiße Band unter der Erde – mit drei Ölheizungen – auf 60 Grad erwärmt. „Am Ende ist der Schlauch vier Zentimeter stark, bretthart und hält mindestens 50, aber wohl eher 80 Jahre“, versprach der Prokurist. Mitte September solle das 770 000-Euro-Projekt abgeschlossen sein und die Straße wieder freigegeben werden, so Technik-Geschäftsführer Meyer: „Durch die Entscheidung, nicht alles aufzugraben und zu erneuern, wurden mindestens sechs Monate Bauzeit gespart.“

Von Jens Rometsch

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