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Lokales Leipziger Wirtschaft fordert mehr Einfluss auf städtische Verkehrspolitik
Leipzig Lokales Leipziger Wirtschaft fordert mehr Einfluss auf städtische Verkehrspolitik
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01:00 15.11.2013
Radfahrer und Autofahrer streiten sich um den knappen Platz auf Leipzigs Straßen. Quelle: André Kempner

"Die Wirtschaft wird in verkehrspolitische Weichenstellungen viel zu wenig eingebunden", ärgerte sich Peter Gebauer. Der von der Stadt organisierte Runde Tisch Verkehr werde von Vertretern der Fußgänger und Radfahrer dominiert.

"Wir Unternehmer haben dagegen in der Stadtverwaltung Null Chancen, Gehör zu finden", so der Möbelspediteur.

Auch Sachsens Staatssekretär für Verkehr, Roland Werner (FDP), pflichtete Äußerungen wie diesen bei. "Eine Minderheit ist oft lautstark dagegen und ist sehr gut vernetzt", sagte er mit Blick auf Infrastrukturprojekte, die vor allem dem Autoverkehr dienen. Er empfahl: "Da muss der andere Teil der Gesellschaft auch seine Stimme erheben." Reik Hesselbarth, Chef der FDP-Stadtratsfraktion, konstatierte: "Nur eine Minderheit der Leipziger beteiligt sich an der Mobilitätsdiskussion. Wir müssen neue Wege finden, um den Großteil der Leipziger in einen ideologiefreien Diskurs einzubinden."

Unmut gibt es auch über die Lösungsansätze für die Parkplatzprobleme in der Stadt. In Leipzig sei der ruhende Verkehr eine Katastrophe, hieß es. Die Stadt baue Druck auf, sich von seinem Auto zu verabschieden, statt alternative Angebote zu unterbreiten. Die einseitige Verknappung des Parkplatzangebotes sei der falsche Weg.

Andere Zuhörer kritisierten, dass Leipzigs Straßen "von Jahr zu Jahr schlechter" würden. "Wenn das so weitergeht, schaffen wir es, unsere Mobilität auf den Stand von 1970 zu bringen", kritisierte Moritz Melchor. René Hobusch, Vize-Chef der FDP-Stadtratsfraktion, forderte die Stadt auf, ihre Verkehrspolitik stärker öffentlich auf den Prüfstand zu stellen. Dies gelte insbesondere für die Parkraumbewirtschaftung in Gründerzeitvierteln. "Es kann nicht sein, dass man sagt, es sei alles schon diskutiert worden", so Hobusch. Die Stadt sollte niemanden vorschreiben, mit welchem Verkehrsmittel er sich fortzubewegen habe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.11.2013

Andreas Tappert

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