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Leipziger Wohnungen wieder warm - Stadtwerke wollen Schadenersatz nach Fernwärme-Havarie

Leipziger Wohnungen wieder warm - Stadtwerke wollen Schadenersatz nach Fernwärme-Havarie

Rund 4500 Haushalte im Leipziger Norden haben seit der Nacht zum Dienstag wieder eine funktionierende Heizung und warmes Wasser. Nach der Havarie an einer Fernwärmetrasse ist am späten Montagabend eine provisorische Ersatzleitung in Betrieb genommen worden.

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Vier Tage lang wurde unter Hochdruck gearbeitet. In der Nacht zum Dienstag konnte nun die provisorische Fernwärmeleitung im Leipziger Norden in Betrieb genommen werden.

Quelle: Stadtwerke Leipzig

Leipzig. „Um 23.42 Uhr konnten wir den Hahn wieder aufdrehen“, berichtete Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Prauße am Dienstag. Durch die Havarie entstand ersten Schätzungen zufolge ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro. Die Stadtwerke prüfen deshalb nun Schadenersatzansprüche.

Bevor die Wohnungen in Möckern, Gohlis-Nord und Mockau wieder ans Netz gehen konnten, hatten 30 Mitarbeiter einer Baufirma vier Tage lang bei Tag und Nacht ein rund 400 Meter langes Rohr an der Berliner Straße verlegt. Dieses überbrückt nun die Fernwärmetrasse, die bei Rammarbeiten für Masten auf einem angrenzenden Gelände der Deutschen Bahn am Donnerstag stark beschädigt wurde. „Das Rohr ist durch den Stahlträger geradezu aufgespießt worden. Eine solche Zerstörung haben wir noch nicht gesehen“, erklärte Prauße.

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Leipzig. Nach der schweren Störung des Fernwärmenetzes im Leipziger Norden soll am Dienstag die Versorgung wieder stehen. „Wir sind bei den letzten Arbeiten und zuversichtlich, dass sie planmäßig abgeschlossen werden“, sagte Stadtwerke-Sprecherin Frauke Riva am Dienstagmorgen LVZ-Online. Bereits in der Nacht konnte die Sperrung der Berliner Straße aufgehoben werden, wo seit Donnerstag an einer provisorischen Leitung gearbeitet wurde.

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Zerstörte Fernwärmeleitung soll bis März repariert werden

Die unter Hochdruck gebaute Not-Trasse, die oberirdisch auf Gehwegen und durch die Bahnunterführung an der Berliner Straße verläuft, war am Montagnachmittag erfolgreich einer Dichtheitsprobe unterzogen worden. Anschließend sei sie von der Wittenberger Straße her allmählich mit heißem Wasser gefüllt worden, sagte Burkhardt Köhler, Abteilungsleiter für den Fernwärme-Netzbetrieb bei den Stadtwerken. „Das Rohr steht jetzt unter Druck und Temperatur“, so Köhler. Gegen Mitternacht konnte die einseitige Sperrung der Berliner Straße aufgehoben werden.

Für die provisorische Leitung waren kurzfristig Bauteile aus ganz Deutschland angeliefert worden. Das etwa 30 Zentimeter dicke Rohr soll nun noch isoliert und durch einen Zaun abgesichert werden. Mindestens bis März bleibt es liegen – so lange werden die Reparaturen der beschädigten Trasse unter dem Bahndamm voraussichtlich dauern. „Wir müssen bei laufendem Zugverkehr an die Schadstellen ran. Das ist nicht einfach“, so Prauße. Die zerstörte Fernwärmeleitung soll Stück für Stück aus dem rund 200 Meter langen Bahndamm herausgezogen und dann ersetzt werden.

Stadtwerke sehen Versäumnisse

bei der

Deutschen Bahn

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Das von der Störung im Fernwärmenetz betroffenen Gebiet im Leipziger Norden umfasste rund 4500 Haushalte.

Quelle: Volkmar Heinz Montage Enzo Forciniti

Die Leipziger Stadtwerke betonten, dass die Deutsche Bahn für die Arbeiten, bei denen der Leitungsschaden entstand, zuständig gewesen sei. Der kommunale Energieversorger will deshalb nun Schadenersatzansprüche geltend machen. Die Kosten für das Provisorium und die Reparatur des defekten Rohres liegen vermutlich bei über einer halben Million Euro. „Wir haben noch keinen vollständigen Überblick, aber wir nehmen an, dass es um einen größeren sechsstelligen Betrag geht“, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke, Raimund Otto.

„Für uns ist nicht nachzuvollziehen, warum die Arbeiten dort angewiesen worden sind“, stellte Prauße klar. „Die konkrete Schuld ist bei der Bahn zu suchen. Sie hat das Unternehmen beauftragt, die Arbeiten dort auszuführen.“ Die Pläne hätten den zuständigen Baufirmen vorgelegen – und dort sei die Fernwärmeleitung „ganz klar eingezeichnet“.

Der Stadtwerke-Chef dankte allen Kunden ausdrücklich für ihre Geduld während der Havarie. Rund 50 betroffene Haushalte hätten bis Dienstag die Möglichkeit genutzt, einen Zuschuss der Stadtwerke in Höhe von 50 Euro für ein elektrisches Heizgerät zu beantragen. Bei den Mitarbeitern der Störungs-Hotline, die rund um die Uhr erreichbar waren, seien in den letzten Tagen hunderte Anrufe eingegangen. Insgesamt waren bei den Stadtwerken rund 100 Mitarbeiter im Einsatz. Ohne ihr Engagement am Wochenende wäre die kurzfristige Behebung der Havarie nicht möglich gewesen, so Prauße.

Robert Nößler

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