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Lokales Schlüssel für 900 Hauseingänge gestohlen
Leipzig Lokales Schlüssel für 900 Hauseingänge gestohlen
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Gebäude der Wohngesellschaft Lipsia in der Leipziger Uranusstraße. Quelle: Lipsia
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Leipzig

Die Neuigkeiten auf der elektronischen Infotafel im Treppenhaus klangen beunruhigend. „Wir wurden von einem unserer Geschäftspartner informiert, dass die Schlüssel der Hauseingangstüren aus deren Geschäftsräumen entwendet wurden“, teilte die Wohnungsgenossenschaft Lipsia ihren Mietern mit. „Wir Hausbewohner sind seitdem verunsichert und haben Angst, dass es zu Zwischenfällen kommt“, so eine Frau gegenüber der LVZ. Allerdings lässt sich das Problem für die Genossenschaft nicht so einfach beheben, denn es weitaus größer, als viele Mieter annehmen. Vorstandsvorsitzende Kristina Fleischer räumt auf Anfrage ein: Betroffen sind sämtliche Hauseingänge der Lipsia im gesamten Stadtgebiet. Das Unternehmen verwaltet fast 8000 Wohnungen.

Jeder Bewohner soll wachsam sein

„Es gab einen Einbruch bei einer Firma, die auch für unsere Genossenschaft den Notdienst übernimmt“, so Fleischer. „Sie hat Zugang zu allen Eingängen, damit die Mitarbeiter jederzeit reinkönnen. Diese Schlüssel sind entwendet worden, betroffen sind immerhin 900 Hauseingänge.“ Umgehend seien alle Mieter informiert worden. Jeder Hausbewohner solle wachsam sein, gegebenenfalls auch seine Hausratversicherung vorsorglich informieren.

Entscheidung für elektronisches System

Zudem habe sich die Lipsia darum bemüht, das Sicherheitsdefizit so schnell wie möglich zu beheben. „Bisher ist uns nichts bekannt geworden, dass durch die gestohlenen Schlüssel etwas passiert ist, aber wir arbeiten dennoch mit Hochdruck an einer Lösung“, erklärt die Vorstandschefin. Angesichts der Größenordnung sei dies jedoch nicht von heute auf morgen zu schaffen. „Nach gründlichen Überlegungen und einer Ausschreibung haben wir uns entschieden, ein elektronisches System zu installieren“, berichtet Fleischer. „Die Mieter bekommen einen kleinen Transponder und es wird die Berechtigung nach dem jeweiligen Schließplan eingelesen. Wenn dann irgendetwas wegkommt, können wir das mit dem Softwareprogramm sofort umstellen, sodass der verloren gegangene oder gestohlene Schlüssel nicht mehr schließt.“ Heißt: Ein Dilemma wie gerade wäre künftig ausgeschlossen, das Upgrade steht auch für ein Plus an Sicherheit.

Technik ist ausbaufähig

Zudem ist das System ausbaufähig. Fleischer stellt in Aussicht, das Transpondersystem bis hin zu den Wohnungseingangstüren erweitern zu können. Konkret geplant sei das aber bislang nicht. Auch für die Zugänge zum Kellerbereich, die zumindest bei einem Teil der Häuser ebenfalls vom Schlüsseldiebstahl betroffen sind, wäre in der Kürze der Zeit keine Nachrüstung möglich. Zumal die Modernisierung des Schließsystems auch eine beträchtliche Summe verschlingt – wie viel, teilte die Genossenschaft nicht mit.

Aktuell gilt die Konzentration ausschließlich den Hauseingängen, um die Gebäude wieder sicher zu bekommen. Bis zur kompletten Installation sei aber noch einiges zu bedenken. „Schließlich müssen auch die Feuerwehr und die Stadtwerke Schlüssel haben, ebenso die Firmen, die für uns arbeiten, wie Reinigungsfirmen, Hausmeister und Notdienst“, erläutert Fleischer. Die Schlüsselfirma, die von der Lipsia den Zuschlag erhalten hat, sei bereits in der Vorbereitung, ein neuer Schließplan schon erstellt. Doch die Schlüssel benötigen nach Genossenschaftsangaben mehrere Wochen Lieferzeit. Zudem gibt es hinsichtlich der EDV Abstimmungsbedarf, weil das Unternehmen an ein Rechenzentrum angeschlossen ist. „Wir denken, dass wir im September/Oktober alles erledigt haben, das ist eine vergleichsweise kurze Zeit“, sagt die Lipsia-Chefin.

Einige Mieter haben Angst

Für manche Mieter kann es nicht schnell genug gehen. „Die Situation macht uns alle sehr unsicher, weil wir nicht wissen, ob und wann jemand unser Eigentum beschädigt“, meint eine Anwohnerin aus der Karlsruher Straße in Grünau. Ihre Angst ist nachvollziehbar, zumal sie erst neulich Opfer einer Straftat wurde. Da gingen direkt vor ihrem Wohnhaus drei Pkw in Flammen auf, auch ihr Auto fiel Brandstiftern zum Opfer.

Von Frank Döring

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