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Lokales Leipziger fordern weitere Aufarbeitung des NSU-Terrors
Leipzig Lokales Leipziger fordern weitere Aufarbeitung des NSU-Terrors
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14:54 11.07.2018
Die Demonstranten versammelt sich am Mittwochnachmittag auf dem Markt. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Mehrere hundert Leipziger haben am Mittwoch für weitere Aufarbeitung des NSU-Terrors protestiert. Sie wollen trotz der verhängten Haftstrafen gegen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben und andere Unterstützer des rechtsradikalen Terrors keinen Schlussstrich ziehen. Wenige Stunden nach der Urteilsverkündung am Mittwochvormittag versammelten sich die Demonstranten auf dem Leipziger Markt, um weitere Ermittlungen in den rechtsradikalen Strukturen einzufordern.

„Mehr als sechs Jahre liegt die Selbstenttarnung des ‚Nationalsozialistischen Untergrunds‘ nun zurück und von der ‚schonungslosen Aufklärung‘, die Kanzlerin Merkel den Angehörigen versprochen hatte, ist kaum etwas eingelöst“, teilten die Veranstalter mit. Laut Mitorganisatorin Sarah Maric sei auch wichtig, „dass eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Terror und dem dahinter stehendem völkischen und rassistischen Weltbild geführt wird, welches die Grundlage für die Entstehung von Rechtsterrorismus ist.“

Auch nach dem Ende des NSU-Prozesses soll kein Schlussstrich unter den Ermittlungen im rechtsradikalen Netzwerk der Terroristen gezogen werden. Das forderten am Mittwoch mehrere hundert Menschen auf dem Leipziger Marktplatz.

Dutzende bekannte Unterstützer des NSU-Terrortrios seien auch bisher noch nicht angeklagt worden. Nicht zuletzt könnten die NSU-Morde auch nicht verstanden werden, ohne den gesellschaftlichen Rassismus als Grundlage ebenfalls zu beachten. „Nichts ist vorbei. Der NSU war nicht die erste und nicht die letzte rechte Terrororganisation in der BRD. Das momentane gesellschaftliche Klima bekräftigt militante und terroristische Neonazis. Rassistische Ausgrenzung und Gewalttaten sind Normalität. Wir dürfen das nicht hinnehmen“, erklärte Maric weiter.

Neben Leipzig sollten am Mittwoch und an den folgenden Tage auch in 25 anderen deutschen Städten Demonstrationen für eine weitere Aufarbeitung der rechtsradikalen Morde und des Unterstützernetzwerks stattfinden. Direkt nach der Urteilsverkündung kam es bereits in München vor dem Gericht zu einer Kundgebung mit etwa 200 Teilnehmern. Für den Abend wurde eine weitere Demonstration mit 1000 Münchnern erwartet.

Am Dienstag waren in mehreren deutschen Städten, darunter auch in Leipzig, Straßenschilder mit den Namen der Opfer des NSU-Terrors überklebt worden.

Von mpu

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