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Lokales Leipziger demonstrieren gegen GEMA-Erhöhung – Verband: Clubs sind ohne Musik leere Hüllen
Leipzig Lokales Leipziger demonstrieren gegen GEMA-Erhöhung – Verband: Clubs sind ohne Musik leere Hüllen
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14:55 04.09.2012
Droht vielen Diskotheken das Aus durch die Gema-Reform? Quelle: Archiv
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Leipzig

Der Marsch unter dem Titel „GEMAinheiten stoppen!“ führt ab 17 Uhr vom Connewitzer Kreuz bis hin zum Leipziger Marktplatz und ist Teil eines bundesweiten Aktionstages. In zehn weiteren deutschen Kommunen – darunter Berlin, Stuttgart, Dresden, Dortmund und München – werben ebenso Betroffene am Donnerstag für ihr Anliegen.

„Wir wollen darauf hinweisen, dass es auch in Leipzig einige Clubs gibt, insbesondere mit elektronischer Musik, die durch die GEMA-Erhöhung große Problem bekommen werden“, sagte Veranstalter Jürgen Kasek am Dienstag gegenüber LVZ-Online. So fürchten beispielsweise die Distillery, der Staubsauger und der Sweat-Club aufgrund des neuen Tarifmodells um ihre Existenz und unterstützen deshalb die Aktion, so der Grünen-Politiker. Mit den Demonstrationen im gesamten Bundesgebiet soll die Reform zum 1. April 2013 verhindert und die GEMA zurück an den Verhandlungstisch geholt werden.

Blick in das Innere der Distillery Quelle: Wolfgang Zeyen

Wie Kasek weiter erklärte, wollen die Teilnehmer in der Messestadt Leipzigs Bundestagsabgeordnete auch dazu auffordern, sich gegenüber dem Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) für eine stärkere Kontrolle des Rechteverwerters stark zu machen. Nicht zuletzt hoffen die Kritiker auf ein Engagement der Stadtverwaltung im sächsischen Städte- und Gemeindetag für ein gemeinsames Vorgehen der Kommunen gegen die Tarifänderung.

Clubs fürchten Gebührenanstieg von bis zu 2000 Prozent – GEMA: Schätzung überzogen

Nach den Plänen der GEMA sollen die bisher unübersichtlichen Lizenzgebühren für Veranstalter und Clubbesitzer künftig vereinheitlicht werden. Ab April soll die Abgabe anhand der Grundfläche des Veranstaltungsraumes und des geforderten Eintrittspreises berechnet werden. Vor allem regelmäßige Musikangebote, wie in Clubs und Konzerthallen, müssten nach Angaben des Hotel- und Gaststättenverbande (DEHOGA) zufolge deutlich mehr Geld an die GEMA abführen, als bisher. Schätzungen sagen einen Anstieg von bis zu 2000 Prozent voraus.

Die Gema steht derzeit wieder einmal heftig in der Kritik. Quelle: Frank Leonhardt

Laut der GEMA sind diese Befürchtungen ungegründet und überzogen. Nur ein Teil der Lizenznehmer werde überhaupt von steigenden Abgaben betroffen sein, heißt es dazu vom Verband. Die Vergütung betrage maximal zehn Prozent der Eintrittsgelder und sei angesichts des noch deutlich höheren Gesamtumsatzes in den Clubs verträglich. In einer aktuellen Stellungnahme weist die GEMA zudem daraufhin, dass „ein Club ohne Musik eine leere Betonhülle ist“ und es ohne die angemessene Vergütung der Musikurheber künftig auch keine Clubs und Diskotheken mehr geben kann.

Seit Bekanntwerden der Pläne haben vor allem die großen Veranstaltungshäuser in Berlin lautstark gegen die Reform argumentiert und den Protest organisiert. Bei einem Kongress mit Betroffenen aus dem gesamten Bundesgebiet wurde ein gemeinsamer Aktionstag am 6. September angeregt. Über die Global Space Odyssey entstand auch der Kontakt nach Leipzig, sagt Kasek. Zusammen mit seiner Politikerkollegin Juliane Nagel (Die Linke) erklärte er sich bereit, die Demonstration in der Messestadt zu organisieren.

Internet: Die Leipziger Demo bei Facebook, kultur-retten.de,

Matthias Puppe

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