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Lokales Leipziger engagieren sich für Demokratie, Leuschner-Platz und sexuelle Selbstbestimmung
Leipzig Lokales Leipziger engagieren sich für Demokratie, Leuschner-Platz und sexuelle Selbstbestimmung
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09:05 15.10.2011
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Neben der Kundgebung „Echte Demokratie!“, die mehr direkte Bürgerbeteiligung innerhalb des politischen Systems fordert sind auch Treffen der Initiative gegen die Umbenennung des Wilhelm-Leuschner-Platzes sowie ein sogenannter Slutwalk für mehr sexuelle Selbstbestimmung geplant.

Die Veranstalter der Aktion „Echte Demokratie“ ab 13 Uhr auf dem Augustusplatz rechnen mit mehr als 1000 Teilnehmern. Es würden vor allem junge Leute kommen, die bisher nicht in Parteien oder Gewerkschaften aktiv sind, erklärte Mitorganisator Mike Nagler. Dank eines offenen Mikrofons können die Teilnehmer am Samstag miteinander ins Gespräch kommen. „Wir wollen mehr direkte Demokratie, mehr Mitbestimmung in wichtigen Fragen“, erklärte Nagler.

Von der Kundgebung in Leipzig soll auch eine Verbindung zu ähnlichen Protestorten überall auf der Welt hergestellt werden: Denn am 15. Oktober sind in hunderten Städten weltweit Protestaktionen nach dem Vorbild der derzeitigen Demonstrationen vor der US-amerikanischen Wall Street und den Platzbesetzungen in Spanien geplant.

Während der Protestaktion auf dem Augustusplatz will sich auch eine Bürgerbewegung gegen die geplante Umbenennung des nahen Wilhelm-Leuschner-Platzes in „Platz der Friedlichen Revolution“ konstituieren. Der Initiator Kai-Uwe Arnold hat die Reaktionen auf die angestrebte Umbenennung verfolgt und sucht am Samstag zwischen Oper und Gewandhaus Gleichgesinnte.

Nach Meinung des 43-jährigen Berufsschullehrers gibt es ausreichend Denkmale in der Stadt, die an die Ereignisse im Herbst 1989 in Leipzig erinnern, wie etwa das Mauerstück, die Demokratieglocke, die Säule vor der Nikolaikirche oder die Nikolaikirche selbst. „Man braucht diesen Platz der Friedlichen Revolution und das Denkmal darauf einfach nicht“, sagte Arnold. Beim Aktionstag auf dem Augustusplatz harrt Arnold an einem Infostand und will mit Menschen ins Gespräch kommen, die ähnlich denken wie er. „Wir wollen erstmal sehen, wie viele Leute überhaupt kommen und mitmachen wollen. Danach soll entschieden werden, was genau gemacht wird“, sagte Arnold.

Aus dem Süden der Messestadt wird sich am frühen Nachmittag zudem ein weiterer Demonstrationszug dem Geschehen auf dem Augustusplatz nähern. Beim so genannten „Slutwalk“ (dt. Schlampenmarsch) wollen hunderte Menschen für das Recht sexueller Selbstbestimmung und gegen die Verharmlosung sexueller Gewalt demonstrieren. Die Protestaktion beginnt um 13 Uhr am Connewitzer Kreuz und soll über die Karl-Liebknecht-Straße in die Innenstadt führen.

Der außergewöhnliche Titel der Demonstration nimmt Bezug auf etwaige Mutmaßungen, sexuelle Gewalt sei auch auf eine bestimmte Art sich zu kleiden, das Trinken von Alkohol oder das Flirten zurückzuführen. Gegen entsprechende Aussagen wie etwa „Sie hat’s ja nicht anders gewollt“ wollen sich die Teilnehmer am Samstagnachmittag öffentlich zur Wehr setzen. Ähnlich wie die Aktion „Echte Demokratie!“ auf dem Augustusplatz ist der Slutwalk Teil einer weltweiten Kampagne.

Internet: acampadaleipzig.org , www.slutwalk-leipzig.info

mpu / dpa

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