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Lokales Leipziger fahren auf Carsharing ab
Leipzig Lokales Leipziger fahren auf Carsharing ab
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00:19 12.07.2017
Die Stadt plant weitere Mobilitätsstationen, an denen auch Carsharing möglich ist. Eine soll im Spätsommer an der Ecke Könneritz-/Holbeinstraße entstehen. Quelle: Foto: Dirk Knofe
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Leipzig

In Leipzig wird Carsharing – also das Teilen von Autos – immer beliebter. Wie der Anbieter Teilauto mitteilt, machen im Stadtgebiet inzwischen jährlich 12 000 Nutzer von den Angeboten des Unternehmens Gebrauch. Im Jahr 2013 waren es noch 6000. Auch die Anzahl der Stationen und der Fahrzeuge sind seitdem im Stadtgebiet deutlich gestiegen. Das Unternehmen bietet inzwischen neben Kleinwagen auch Kompakt- und Mittelklasseautos an, ebenso Transporter, Busse und Lieferwagen.

Der Trend zum Carsharing ist deutschlandweit zu beobachten. „Anfangs kamen die Teilauto-Kunden vor allem aus dem ökologisch geprägten Umfeld“, sagt Patrick Schöne, zweiter Geschäftsführer des Unternehmens und zuständig für den Fuhrpark. „Der praktische Umweltnutzen stand für viele im Vordergrund. Inzwischen sind unsere Kunden anspruchsvoller, was den Komfort und die Ausstattung der Fahrzeuge angeht. Gleichzeitig wünschen sie sich hohe Flexibilität und möglichst niedrige Kosten.“

Das 1992 in Halle gegründete Unternehmen stellt mittlerweile in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen über 850 Gemeinschaftsautos bereit. In den kommenden Monaten soll die 30 000-Nutzer-Marke durchbrochen werden. Das wären doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Der Großteil der Buchungen dauert auch heute nur ein paar Stunden. „Dennoch haben wir erkannt, dass immer mehr Nutzer das Carsharing-Auto nicht nur für kürzere Ausflüge, sondern auch für längere Urlaubsfahrten in Betracht ziehen“, so Creutzer. Anders als Anbieter wie car2go, DriveNow oder Multicity setzt Teilauto auf ein stationsbasiertes System, bei dem das Fahrzeug an einer Station abgeholt und dorthin zurückgebracht werden muss – bei den drei Mitbewerbern kann der letzte Kunde es dort abstellen, wo er will – man ortet es per Handy.

In Leipzig hat Teilauto seid dem Jahr 2000 ein Netz aus 150 Stationen aufgebaut. „Wir suchen kontinuierlich nach neuen Stationen“, sagt der Leipziger Stadtbüroleiter Manuel Emmelmann, „aber gleichzeitig fallen uns die alten Stationen reihenweise wegen Bauvorhaben weg.“ Leipzig sei eine wachsende Stadt und die Baulücken, in denen Teilauto früher immer Stellplätze anmieten konnte, verschwinden. „Besonders gravierend ist die Situation in Lindenau, in Volkmarsdorf und in der Südvorstadt“, so Emmelmann. Die Nutzerzahlen dort würden deutlich mehr Stationen zulassen, aber anmietbare Stellplätze sind Mangelware. „Die einzige Lösung liegt hier in der Einrichtung von Carsharing-Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum“, so der Experte. „Weil die Situation immer dringlicher wird, haben wir bereits einen Katalog mit 60 Stationsvorschlägen an die Stadt übergeben.“ Wie berichtet, will Leipzigs Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) der Ratsversammlung bis zum Jahresende ein Konzept vorlegen, in dem die Stadt ihre Ideen zu Mobilitätsstationen und zum Carsharing festschreibt. Vorgesehen ist etwa die Reservierung von Flächen für Elektroladeplätze und für Carsharing. Auch reine Carsharing-Stationen in Wohngebieten könnten künftig stärker präferiert werden, heißt es. Im Spätsommer sollen zwei neue Mobilitätsstationen an den Einmündungen Holbein- und Brockhausstraße zur Könneritzstraße in Betrieb gehen. Das Unternehmen aus Halle bietet bislang allerdings nur ein Elektroauto in Leipzig an, will aber noch in diesem Jahr vier weitere im Stadtgebiet stationieren.

Auch in Dresden hat Teilauto inzwischen 9000 Nutzer, in Halle sind es 2500. Die beiden größten sächsischen Städte liefern sich in Teilauto-Zahlen ein dichtes Kopf-an-Kopf-Rennen: Bei den Nutzern liegt Leipzig vorn, bei den Fahrzeugen – 290 gegenüber 270 in Dresden – auch. Bei den Stationen hat Dresden Leipzig aktuell überholt. In Elbflorenz gibt es 170 Stationen, in Leipzig 150.

Wegen der guten Geschäftsentwicklung hat Teilauto jetzt die Preise für Langstreckenfahrten reduziert. Seit Monatsbeginn wird ab dem 200. Kilometer nur noch der Preis gefordert, der früher ab dem 1000. Kilometer galt. Die Einbußen, die sich durch die Reduzierung ergeben, würden durch den erhöhten Anteil von erwarteten Langbuchungen wieder ausgeglichen, heißt es im Unternehmen. Die Kosten für eine Carsharing-Fahrt setzen sich aus einem Zeit- und einem Kilometerpreis zusammen. Der Kraftstoff ist im Kilometerpreis enthalten. Getankt wird bargeldlos per Tankkarte.

Von Andreas Tappert

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