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Lokales Leipziger helfen Pakistan: "Keine Schokolade, wir brauchen Brot!"
Leipzig Lokales Leipziger helfen Pakistan: "Keine Schokolade, wir brauchen Brot!"
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00:59 05.02.2014
So viel Lebensmittel für Pakistan! Schüler aus der Klasse der Pharmazeutisch-technischen Assistenten hatten sie auch eigenhändig auf den DHL-Laster befördert. Quelle: Privat

"Dann aber trat Ruth Pfau mit einer ganz anderen Bitte an uns heran", erzählt Gisela Kliem, die Vize-Vorsitzende des Schulfördervereins. Es hieß: "Die Menschen sind hungrig und können sich Grundnahrungsmittel nicht mehr leisten. Wir brauchen keine Schokolade, wir brauchen Brot!" Schüler, Lehrer sowie weitere Unterstützer überwiesen daraufhin dem Förderverein Geld. So dass dieser beispielsweise Bohnen, Linsen, Mehl und Milchpulver und dergleichen kaufen konnte. "Die Firmen Kölln, Hipp, die Zuckerfabrik Zeitz und Heyl-Mühlen spendeten uns sogar ihre Ware und brachten sie kostenlos ins Haus", so Kliem. "Glücklicherweise hielten die Fußböden unserer Schule das stattliche Gewicht von mehr als sechs Tonnen aus - so viel wogen die Säcke und Paletten, die dann allerdings auf den sicheren Transport nach Pakistan warteten. Nur - ein Berufliches Schulzentrum ist eben keine Exportfirma und keine Hilfsorganisation. Uns fehlte jegliche Erfahrung zur Abwicklung solcher Ausfuhren."

 Ungemein groß war dann die Freude darüber, dass ihr BSZ zu den Gewinnern der zurückliegenden DHL-Charity-Aktion gehörte. Mit Hilfe der DHL-Mitarbeiter seien all diese Ausfuhr-Hürden genommen worden und die Großladung inzwischen auch beim Empfänger gelandet, so Kliem.

Aus Karachi mailte Ruth Pfau an Schulleiter Andreas Bidmon unter anderem nun zurück: "Lieber Herr Bidmon, das ist ja unglaubhaft! Ich kann mir vorstellen, wie erleichtert Sie alle waren, als die Fracht schließlich Europa in Richtung Karachi verließ! Sechs Container haben die Flut von Säcken über das erwartungsvolle Empfangs-Komitee der Mitarbeiter ergossen. Da wir alles rasch an den Mann bringen werden, werden weder Insekten, noch die Ratten, noch die Diebe eine Chance bekommen! Bitte sagen Sie von Herzen Dank an alle, die diesen unglaublichen Transport organisiert und auf den Weg gebracht haben."

Das Schöne bei so etwas sei, so Kliem, "dass unsere Spenden nicht anonym bleiben. Wir erfahren ganz konkret, was in unserer Partnereinrichtung geschieht". Ruth Pfau habe es in einem weiteren E-Mail dann so beschrieben: "Jetzt haben wir festgelegt, wer wie viel und was bekommt: Erst unsere kinderreichen Mitarbeiter, dann die Leprapatienten, deren Eingliederung in die Gemeinschaft noch nicht abgeschlossen ist. Zehn Pakete werden wir in der Sozialabteilung aufheben, für Patienten in Notsituationen. Dann können wir noch 100 Familien mit Lebensmitteln für je einen Monat versorgen, und die werden wir unter den Leibeigenen in Sindh aussuchen - Familien mit behinderten Kindern oder alten Menschen."

Nicht zuletzt habe aus Leipzig noch eine Geldspende über 719,39 Euro an die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe überwiesen werden können, die Ruth Pfaus Wirken in Pakistan auch unterstützt. "Die Partnerschaftsarbeit mit dem MALC wird ständiger Bestandteil unseres Schulprogramms bleiben. Die nächsten Schritte werden wir mit Ruth Pfau persönlich absprechen, nämlich dann, wenn sie am 2. Mai nach Deutschland zur Verleihung des ,Klaus-Hämmerle-Preises' kommt", versichert Kliem.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.02.2014

Angelika Raulien

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