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Leipziger läuft einmal durchs Land – und treibt 15.000 Euro für drei Vereine auf

Benefizwanderung Leipziger läuft einmal durchs Land – und treibt 15.000 Euro für drei Vereine auf

40 Tage war der Leipziger Jörg Wolfram weg, stiefelte satte 1150 Kilometer durchs Land. Ging stiften für einen guten Zweck. Und hat mit seiner Benefizwanderung von Klanxbüll an der deutsch-dänischen Grenze bis hoch auf die Zugspitze stolze 15000 Euro für drei hiesige Vereine aufgetrieben. Ganz nebenbei kam er zu der wichtigen Erkenntnis: „Ich habe meinen Traum gelebt.“

Am Ziel seiner Träume, am Ende von 1150 Kilometern steht Jörg Wolfram am Gipfelkreuz der Zugspitze.
 

Quelle: privat

Leipzig. Geträumt von einer Tour auf Schusters Rappen von der nördlichen Kante bis auf den höchsten Berg der Republik (2962 Meter) hatte Wolfram schon lange. Vor einem Jahr fasste er dann endlich den Entschluss: „An deinem 45. Geburtstag stehst auf der Zugspitze.“ Nun, aus der Gipfelbesteigung am Ehrentag wurde zwar nichts, weil Deutsche-Bank-Gesamtbetriebsrat Wolfram in Leipzig nicht rechtzeitig loskam, er den Startschuss zu seinem Traum-Projekt um einige Tage verschieben musste, doch alles andere passte. „Eines meiner Resümees nach diesen 40 Tagen lautet: Gutes Planen ist schön und war im konkreten Fall auch sehr hilfreich, aber den Moment leben und genießen statt an die nahe Zukunft zu denken, das verhilft dir zum Glücklich-Sein.“

Glücksmomente hatte das einstige Mitglied des Holzhausener Ortschaftsrates, der seit wenigen Wochen in Stötteritz lebt, jedenfalls viele. Mit den Menschen am Rande des langen Weges machte er nur positive Erfahrungen – „egal ob Herbergsgeber oder Zufallsbekanntschaft: Es ging stets sehr freundlich zu. Wir Deutschen können echt nett sein“, erzählt Wolfram und setzt ein Schmunzeln aufs braun gebrannte Gesicht. Der eigene Körper spielte auch mit – abgesehen von einigen Blasen an den Füßen, die jeden Morgen intensiver Pflege bedurften. „Ich hatte nie das Gefühl, gleich aufgeben zu müssen“, berichtet der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Leipzig-Südost. Und dem Kopf taten die 30- bis 40-Kilometer-Tagesetappen auch gut. Auf dem ersten Drittel des Trips war es das Staunen über die Natur, die Schönheit der Landschaft, die Wiesen, Wälder und Felder, die Wolframs Seele bewegten. Im zweiten Drittel „setzte die Kopfarbeit ein“, wie er sagt, das Nachdenken über das eigene Leben und Wirken – und über diejenigen, die ihn durchs Dasein begleiten. Am Ende der Wanderung dann ging es vorrangig ums Durchhalten. „Das war Sport“, schildert der frühere Degenfechter.

Ganz nebenbei pflegte Wandervogel Wolfram via Facebook den Kontakt zu einer kleinen Fangemeinde und traf an verschiedenen Stationen seiner Reise auch auf Vertreter der örtlichen Presse. Die mediale Präsenz hier wie dort führte dazu, dass der Benefizgedanke des Gewalt-Marsches in seiner Endphase noch einmal neue Anhänger fand. Als Wolfram am 1. Juli startete, hatte er für 11 000 Euro Kilometer „verkauft“, waren 150 Unterstützer bereit, für eine der drei sozialen Einrichtungen Kinderarche Sachsen, Kinderhospiz Bärenherz Markkleeberg und Jugendfreizeitzentrum Holzhausen zu spenden. Am Ende der Aktion „Ich geh stiften“ kamen noch einmal 4000 Euro dazu. Wolframs Arbeitgeber und etliche Kollegen aus der Bank ließen sich nicht lumpen und trugen das Gros des Nachschlags bei.

Über „das famose Ergebnis“ in monetärer Hinsicht und die intensiven sechs Wochen auf den Trampelpfaden von Nord nach Süd ist Wolfram einfach nur happy. In seinen kühnsten Gedanken hat er weder das eine erhofft noch das andere erwartet. „Ich danke allen, die mich moralisch unterstützt haben, und denen, die das Stiftengehen wörtlich genommen haben.“ Wann immer sich noch einmal so viel Freiraum bietet, will er wieder loslegen. Wohin auch immer. Denn der Weg ist das Ziel. Und auf dem muss der Mensch anderen manchmal wehtun. „Harry Gloger, Vorsitzender des Heimatvereins Holzhausen, hat schon nachgefragt, ob er meine Wanderschuhe für eine Ausstellung im Berggut haben kann. Ich muss ihn leider enttäuschen. Die Schuhe bleiben bei mir.“

Von Dominic Welters

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