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Lokales Leipziger planen für Schalke 04
Leipzig Lokales Leipziger planen für Schalke 04
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00:33 17.05.2018
So soll das Areal in Gelsenkirchen im Jahr 2021 aussehen: Von der Geschäftsstelle über die Trainingsplätze, vom Besucherzentrum bis zur Punktspiel-Arena sind alle Teile der Schalke-Familie an einem Ort vereint. Quelle: Alle Entwürfe: Schulz und Schulz Architekten / Grafik: Patrick Moye
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Leipzig

Es dürfte nicht allzu viele Architektur-Professoren geben, die in der Kurzbiografie auf ihrer Büro-Internetseite den folgenden Satz für wichtig halten: „Seit 1990 ist er Mitglied bei Schalke 04.“

Tatsächlich hat der Leipziger Ansgar Schulz – geboren 1966 in Witten – bei den Königsblauen die 4040 als Mitgliedsnummer. Sein zwei Jahre jüngerer Bruder Benedikt Schulz bekam die Nummer 4046. Eingetreten waren beide, als Schalke auf einem Tiefpunkt dümpelte, in der zweiten Liga um den Klassenerhalt ringen musste und jede Menge Geld fehlte. Heute zählt der frisch gebackene Vizemeister über 150 000 Mitglieder, ist damit nach Bayern München und Borussia Dortmund der drittgrößte deutsche Sportverein – sowie der fünftgrößte weltweit.

150 Meter langer Neubau gegenüber der Veltins-Arena

Schalke will in den nächsten drei Jahren 95 Millionen Euro ausgeben, um das traditionsreiche Sportgelände in der geografischen Mitte von Gelsenkirchen fit für die Zukunft zu machen. Der große Plan für „das neue Schalke“ hat nicht unwesentlich mit den beiden Leipzigern zu tun.

Wie berichtet, konnte ihr Büro Schulz und Schulz bereits 2012 einen anonym geführten Wettbewerb für einen Neubau gegenüber der Veltins-Arena gewinnen. Dieses 150 Meter lange „Tor auf Schalke“ soll das Fan- und Besucherzentrum samt Mitglieder-Service, Shop, Gastronomie und ein „Schatzkammer“ genanntes Vereinsmuseum aufnehmen. „Wir hatten damals auch vorgeschlagen, doch gleich über das komplette Vereinsgelände nachzudenken“, erzählt Benedikt Schulz. Nach einer längeren Phase des Nachdenkens sei diese Idee ab 2016 – mit dem Eintreten von Christian Heidel in den Schalke-Vorstand – wieder sehr intensiv verfolgt worden.

Verein finanziert Großprojekt aus eigener Kraft

Nun geht der Bergarbeiter-Klub gleich das ganze, 20 Hektar große Areal an. 39 Millionen Euro will er aus Eigenkapital stemmen, den Rest per Kredit finanzieren. „Stadion und Trainingsplätze, Profis und Nachwuchs, Fans und Mitarbeiter fußläufig beieinander“, schwärmte jüngst Aufsichtsratschef Clemens Tönnies. „Unser Vereinsgelände wird einzigartig in Europa sein. Der Schritt war unerlässlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Planungsauftrag an Leipziger im April erteilt

Vor zwei Wochen erhielten Schulz und Schulz den Planungsauftrag für das Großprojekt. „Wichtig ist dem FC Schalke 04 eine einheitliche gestalterische Handschrift des Gesamtgeländes, welche die Professionalität und die Philosophie des Vereins widerspiegeln soll“, heißt es dazu aus dem Büro in der Leipziger Lampestraße. Ordnendes Rückgrat des riesigen Areals werde ein 360 Meter langer Boulevard, der mit seiner Breite von 19,04 Metern Bezug zum Gründungsjahr von Schalke 04 nimmt. Entlang des Boulevards liegen künftig deutlich mehr Trainingsplätze – eingerahmt durch drei bestimmende Gebäude und ein großes Parkhaus. Das schon erwähnte „Tor auf Schalke“ haben die Architekten mit einer 38 Meter breiten Durchfahrt versehen. Die Fans gelangen durch dieses Tor (mit dem Wappen im Dach) zum Stadionvorplatz. Am anderen Ende des Boulevards werden ebenfalls in einem Neubau die Geschäftsstelle, das Profileistungs- und das Nachwuchszentrum „Knappenschmiede“ untergebracht.

Nachwuchs-Arena nimmt Reste vom alten Parkstadion auf

Schon gebaut wird am Stadion für die Nachwuchs- und Amateurmannschaften, welches die noch vorhandenen Ränge des alten, weitgehend abgerissenen Parkstadions nutzt. „Wir freuen uns riesig, den Verein bei diesem neuen Kapitel unterstützen zu dürfen“, sagt Benedikt Schulz. „Auf den Platz stellen können wir uns ja nicht.“

Von Jens Rometsch

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