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Leipziger wegen Raub und Brandstiftung vor Gericht

Prozessbeginn Leipziger wegen Raub und Brandstiftung vor Gericht

Heute begann am Landgericht Leipzig der Prozess gegen Patrick S. wegen schweren räuberischen Diebstahls und Brandstiftung. Der erste Verhandlungstag begann turbulent.

Der Angeklagte Patrick S. bewies schon vor Prozessbeginn einen gewissen Sinn für Humor. Links: Verteidiger Jürgen Kasek.

Quelle: André Kempner

Leipzig.

Schon zu Beginn der Verhandlung kam es vor dem Gerichtssaal zu Komplikationen. Der Vorsitzende Richter Rüdiger Harr hatte Einlasskontrollen angeordnet und ein Handy-Verbot erteilt. Die etwa 15 Zuschauer aus dem linken Milieu – allesamt Bekannte des Angeklagten – äußerten Protest gegen die Aufnahme ihrer Daten und die Verwahrung ihrer Mobiltelefone, zeigten sich schließlich aber doch einverstanden. Harr begründete die Maßnahme damit, dass nach dem letzten Prozess gegen Patrick S. unerlaubte Aufnahmen des Angeklagten im Internet verbreitet wurden. „Das brauche ich nicht und Sie brauchen das auch nicht“, sagte Harr in Richtung des Angeklagten. Der Leipziger war im September vergangenen Jahres wegen eines Angriffes auf den Polizeiposten in der Eisenbahnstraße zu einem Jahr und zehn Monaten Haft verurteilt worden.

Bei der Vernehmung des Angeklagten stritt dieser die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ab. Zwar sei es sein Ziel gewesen, sich in der Supermarkt-Filiale Lebensmittel zu besorgen. Er sei sich jedoch „sehr sicher“, dass er sie zurückgelegt und den Laden ohne Ware verlassen habe. Auf der Straße sei er dann von zwei Personen unvermittelt angegriffen worden: Eine legte den Arm um seinen Hals und zog ihn zu Boden. Er konnte sich schließlich losreißen und fliehen. Ob er Pfefferspray benutzt hatte oder überhaupt welches mit sich führte, daran könne er sich nicht mehr erinnern.

Nach Hamburg war Patrick S. am 5. Januar 2016 gefahren, um zu feiern. Dort kam er in einer WG bei Unbekannten unter, war nach eigener Aussage am Nachmittag des 7. Januar aber schon wieder auf dem Weg zurück nach Leipzig. Wieso eine Sim-Karte, deren Nummer er für das Busticket angegeben hatte, in der Nähe des Tatorts geortet wurde, konnte er nicht erklären. Ebenso wenig, wieso seine DNA auf einem Briefumschlag mit Grillanzünder bei einem der Autos gefunden wurde. In der WG sei ihm jedoch unter allen Umständen verboten worden, die Küche zu betreten.

Staatsanwalt Ulrich Jakob sah sich zwischendurch gezwungen, den Angeklagten wegen seiner schnippischen Bemerkungen zu ermahnen: „Mein Ansinnen ist es nicht, hieraus eine Slapstick-Veranstaltung zu machen.“ Auf die Frage, ob sich Patrick S. an die Adresse der Hamburger WG erinnern könne, antwortete er: „Trinken Sie mal eine Flasche Havanna-Club, dann können Sie die Frage selbst beantworten.“

Anschließend machten die sechs aus Hamburg angereisten Zeugen Aussagen zur Tatnacht in Blankenese. Damit ging der erste Prozesstag zu Ende, drei weitere sind angesetzt.

Von Christian Neffe

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