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Lokales Leipziger will Station Markt nicht mehr reinigen
Leipzig Lokales Leipziger will Station Markt nicht mehr reinigen
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06:01 25.08.2018
Henrik Modes wollte die Markt-Station reinigen – die Bahn offenbar nicht. Hinter der Scheibe seine Versuchsfläche. Quelle: Foto: mape
Leipzig

Sie hat das Zeug dazu, das Leipziger Stuttgart 21 oder der Leipziger BER zu werden: die City-Tunnel-Station Markt. Oder besser gesagt deren Reinigung. Nachdem nun schon Licht am Ende des Tunnels auszumachen war (die LVZ berichtete), gibt es jetzt einen Dämpfer. Eine der Firmen, die sich um die Reinigung beworben hatte, schmeißt wegen der mangelnden Kooperation seitens der Deutschen Bahn hin. Auch andere sind sauer auf den Betreiber des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes.

„Bereits im Oktober habe ich ein Angebot abgegeben“, berichtet Henrik Modes. Der Produktentwickler hat sich seit der Wende unter anderem mit der Säuberung von rund 30 Kraftwerken sowie schwierigen Fassadenreinigungen einen Namen gemacht. Unter anderem hat er eine Waschwalze zur Reinigung der Riesenhalle des Freizeitparks Tropical Island in Brandenburg entwickelt. Nach einer ersten Probereinigung in der Station Markt im März habe es nicht mal eine Auswertung gegeben, eine zweite sei ohne Begründung immer wieder aufgeschoben worden. Erst Ende Juli konnte sie – „erfolgreich“ – durchgeführt werden. Die Aufgabe ist durchaus diffizil. Hubbühnen sind ebenso nicht gestattet wie Transporte mit Plattenwagen. Modes präsentierte der Bahn zwei Methoden: eine berührungslose Trockenreinigung mit einem kombinierten Saug-Druck-Apparat und die Säuberung per Saugschuh mit rotierender Ziegenhaarbürste.

„Statt sich diese genau anzusehen, wurden mir die Ergebnisse von völlig untauglichen Nassreinigungsversuchen mit einer Teleskopstange gezeigt“, berichtet der 55-Jährige kopfschüttelnd. Zum einen würden sich Kunststoffbürsten elektrostatisch aufladen, wodurch sich Staubteilchen in die fragilen Terrakotta-Platten einbrennen. Zum anderen bildeten sich Schlieren, die sich bei jeder weiteren Säuberung auf diese Art potenzieren, so dass in kürzester Zeit ein feste schwarze Patina die Oberfläche bedeckt. Jede Hausfrau würde dies vom Abwaschen rußiger Töpfe her kennen. Ebenso sei der Taubendreck nicht entfernt.

„Die Bahn erwartet offenbar eine eierlegende Wollmilchsau, die die Station über Nacht möglichst für einen Euro reinigt“, so Modes, der sich vom Eisenbahnunternehmen wegen eines mündlich zugesagten, aber nicht eingehaltenen Reinigungsauftrags „verarscht“ vorkommt und mittlerweile nicht mehr an einer Zusammenarbeit mit der Bahn interessiert ist. „Die beiden Verfahren habe ich beim Patentamt in München mit Eingangsnummer eingereicht“, so der Leipziger. Bei Interesse könne die Bahn ja die Reinigungstechnologien bei ihm erwerben. Auch eine andere Leipziger Firma berichtete der LVZ über die Hinhaltetaktik der Bahn und deren Versuche, nur Know-how abschöpfen zu wollen.

Die Bahn hält sich zu der Angelegenheit weitgehend bedeckt. „Derzeit befinden wir uns mit zwei Firmen im Gespräch, wobei eine Firma neben dem Reinigungsverfahren auch ein technologisch schlüssiges Konzept mit nur geringfügigen Beeinträchtigungen des S-Bahn-Verkehrs im City-Tunnel vorgelegt hat“, so ein Bahn-Sprecher. Mündliche Vereinbarungen oder Zusagen gebe es nicht , sondern nur „konkrete, rechtssichere und transparente Vorgaben und Verfahrensweisen, wie Aufträge an Firmen vergeben werden“.

Von Martin Pelzl

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