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Leipziger wollen beim Nahverkehr stärker mitreden

Entwicklungszenarien für Busse und Bahnen Leipziger wollen beim Nahverkehr stärker mitreden

Eine Auftaktveranstaltung zur Fortschreibung des Nahverkehrsplanes verlief überraschend: Die rund hundert Teilnehmer forderten mehr Transparenz und Mitsprachemöglichkeiten bei der Erarbeitung des Papiers. Die Stadt will das jetzt auf ihrer Internetseite unter www.leipzig.de/Nahverkehrsplan möglich machen.

Zwischen 2,5 und 4,5 Prozent sind die Fahrpreise seit Gründung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) jährlich gestiegen. Viele Leipziger überlegen deshalb inzwischen genau, ob sie sich eine Fahrt mit der Straßenbahn oder dem Bus leisten. Deshalb sucht der MDV inzwischen intensiv nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten.
 

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig.  Im Rathaus wird Leipzigs Nahverkehrsplan überarbeitet. Das Papier legt fest, wie sich der Nahverkehr in den nächsten Jahren entwickeln soll - also wo und wie häufig Busse und Straßenbahnen durch Leipzig fahren. Die Debatte über wurde mit einem Forum in der Volkshochschule eröffnet. Die Zuhörer forderten dort, auf der Internetseite der Stadt eine öffentliche Diskussion über den neuen Plan zu führen. Dort sollten alle Wortmeldung der Leipziger zu lesen sein, hieß es. Außerdem sollten die Planer in möglichst vielen Stadtteilen Workshops mit Bürgern veranstalten, damit diese ihre Ideen und Vorstellungen einbringen können.

Das Interesse an der Auftaktveranstaltung am Montagabend in der Aula der Volkshochschule war groß. Der Saal war nahezu komplett gefüllt und fast alle Zuhörer hielten zwei Stunden aus, um die Strategiepapiere des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) sowie die Strategie „Fokus 2025“ der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) erläutert zu bekommen. Amtsleiter Michael Jana kündigte an, bis Juli verschiedene Entwicklungsszenarien zu erarbeiten und anschließend bis Oktober darüber mit der Politik und den Bürgern zu diskutieren. Es werde auch zwei Runde Tische mit Vertretern wichtiger Institutionen und Verbände geben, hieß es; der erste im Mai. Bis Dezember werde ein Entwurf vorliegen und im Mai 2017 auf einem zweiten Runden Tisch vorgestellt werden. Die Bürgerschaft hätte anschließend bis September 2017 die Möglichkeit, ihre Meinung zum Entwurf zu äußern. Vom Stadtrat beschlossen werden soll das neue Papier im Dezember 2017. Die wichtigsten Forderungen in der Auftakt-Diskussion 

Der neue Nahverkehrsplan müsse mit größtmöglicher Transparenz ausgearbeitet werden, hieß es. Die Verwaltung dürfe keinen Entwurf präsentieren, der nur noch von den Ratsfraktionen abgenickt werden könne. Alle Vorschläge und Hinweise der Leipziger müssten auf der Internet-Seite der Stadt zu finden sein. „Das werden wir sicherstellen“, sagte Stephan Rausch vom Verkehrs- und Tiefbauamt zu. Die Internetseite werde dafür umgestaltet. „Spätestens Mitte Februar kann sich jeder unter www.leipzig.de/Nahverkehrsplan äußern und informieren.“

„Die Separierung der Straßenbahngleise muss wieder mehr Vorrang erhalten“, wurde gefordert. „Es ist nicht akzeptabel, dass Autofahrer auf die Gleistrassen der Straßenbahnen gelenkt werden, um Platz für eine separate Radspur zu bekommen, wie es im Leipziger Norden geschieht. Das nutzt 20 Radfahrern, aber 200 Fahrgäste der Straßenbahn stehen im Stau.“

Damit sich Senioren besser im Netz zurechtfinden, wurde für die Wiedereinführung der aus Kostengründen abgeschafften Fahrplanbücher plädiert. In ihnen müssten auch die Verbindungen in Leipzigs Nachbar-Landkreise enthalten sein. „Wenn die Stadt eine Million Euro hat, um für ihre Betriebe ein neues Logo einzuführen, dann ist auch Geld für das Drucken der Fahrplanbücher vorhanden“, hieß es.

Ein aufgebrachter Zuhörer meinte, Leipzigs Politiker hätten nur „Lippenbekenntnisse“ für den Nahverkehr übrig - die Realität sehe ganz anders aus. „Eine Stadt wie Magdeburg, deren Bevölkerungszahl stagniert, baut 13 Kilometer neue Straßenbahngleise“, hieß es. „Das hat in Leipzig seit 20 Jahren niemand mehr geschafft. Stattdessen werden sogar die Gleise der Linie 9 demontiert.“ Leipzigs Stadtpolitikern seien Themen wie „Heizpilze oder Pappbecher“ wichtiger als der Ausbau der umweltfreundlichen Straßenbahnnetzes. LVB-Angebotsplaner Ekkehard Westphal widersprach. „Wir denken auch über den Bau neuer Straßenbahntrassen nach – zum Beispiel zur Herzklinik“, sagte er.

Die Stadt sollte den Nahverkehr nicht nur mit den Gewinnen ihrer Betriebe finanzieren, sondern auch darüber hinaus, wurde gefordert. Angeregt wurde ebenfalls ein Rabatt für Kunden der Stadtwerke, weil diese die LVB mitfinanzieren. „Ich boykottiere den öffentlichen Nahverkehr, weil mir die Fahrpreise viel zu hoch sind“, schrieb eine Frau den Planern ins Stammbuch. „Senkt die Fahrpreise, dann werden Euch die Kunden überrennen.“ Ohne deutliche attraktivere Fahrpreise würden LVB und MDV dagegen niemals ihre anvisierten Fahrgastzuwächse erreichen. Auch über eine Nahverkehrsabgabe und ein Bürgerticket - für das alle Leipziger zahlen – müsse weiter nachgedacht werden. MDV-Geschäftsführer Steffen Lehmann erklärte, zurzeit würden fünf Varianten untersucht, um mehr Mittel für den Nahverkehr zu gewinnen. „Wir wollen ab Mitte 2016 neue Vorschläge für die Finanzierung des Nahverkehrs auf den Tisch legen und mit den politischen Fraktionen diskutieren“, sagte er.

Von Andreas Tappert

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