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Leipzigerin erfindet zauberhafte Wesen für die Gedankenwelt der Allerjüngsten

"Tinyfoxes" Leipzigerin erfindet zauberhafte Wesen für die Gedankenwelt der Allerjüngsten

Ihre Zielgruppe sind die Allerjüngsten: Kristin Franke schafft für Kinder ein kleines Universum voller Wichtel, Feen und Elfen. Die 35-Jährige schreibt Vorlesegeschichten, zeichnet die Illustrationen dazu und bietet in ihrem Onlineshop auch eine Reihe selbst kreierter Begleitprodukte an. Durch ihre drei eigenen Knirpse fand sie den Zugang zur Gedankenwelt der Kinder.

Die Illustrationen für ihre Kinderbücher zeichnet Kristin Franke selbst.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Ein Kinderbuch zu schreiben, diesen Wunsch hatte Kristin Franke schon vor zehn Jahren. Aber erst ihre eigenen drei Knirpse – ein neunjähriger Sohn und ein sechsjähriges Zwillingspärchen – brachten sie der Verwirklichung näher, weil sie nun besser verstand, wie Kinder ticken. Vor anderthalb Jahren hat die 35-Jährige in Leipzig ihre Firma „Tinyfoxes“ („Kleine Füchse“) gegründet, in der sie sich ganz und gar der Fantasiewelt der Jüngsten verschreibt. Inzwischen sitzt die studierte Germanistin und ehemalige Fernsehautorin bereits am achten Kinderbuch. Sämtliche Illus-trationen zeichnet die Grafikdesignerin selbst, die mit ihrer Familie in Gohlis wohnt und in Möckern arbeitet.

Vorlesebücher für die Jüngsten – Zielgruppe sind Kinder im Krippen- und Kindergartenalter – sind aber nicht das Einzige, was die Wahlleipzigerin in nur anderthalb Jahren auf die Beine gestellt hat. Die gebürtige Oberlausitzerin schafft für Kinder ein kleines Universum voller Wichtel, Feen und Elfen. Dazu gehören die Wichteltüren, die sie im Erzgebirge produzieren lässt. Die kleinen Holz-Türchen werden an die Wand geklebt und leuchten teilweise im Dunklen. Die Kinder können sie zwar nicht öffnen – aber sich in ihren Vorstellungen ausmalen, wie es dahinter in der Wichtelwelt zugeht. Und wenn am Morgen etwas Glitzerstaub vor der Tür liegt, dann war der Wichtel ganz bestimmt nachts im Zimmer! Passend dazu beschreibt Kristin Franke die Abenteuer der Wichtel in ihren Büchern, gestaltet Wand- und Fensterbilder, Elfenpuppen aus Stoff oder Kuschelkissen.

Obwohl sie selbst kein gläubiger Mensch ist, mag sie die Vorstellung von diesen Zauberwesen und sieht es gern, wenn Kinder daran glauben: „Ich möchte ihnen ein traumhaft schönes Zuhause kreieren, in dem sie ihrer Fantasie und Vorstellungskraft freien Lauf lassen können. Aus der heilen Welt werden sie sowieso früh genug herausgerissen.“ Bei vielen Eltern trifft sie damit einen Nerv, das beweisen 30 000 Follower bei Facebook und 120 Bücher, die im Schnitt jeden Tag im eigenen Onlineshop und auf anderen Plattformen verkauft werden. Schönes Spielzeug, das jenseits von Kunststoff und Massenproduktion in Handarbeit gefertigt wird, kommt offenbar an.

Gerade in der Vorweihnachtszeit läuft die Arbeit bei Kristin Franke auf Hochtouren. „Zeichnen, zeichnen, zeichnen“ ist jetzt angesagt. Das Lager ist voll, weitere Produkte kommen dazu, fürs Verpacken und Versenden der Bestellungen hat der kleine Vier-Mann-Betrieb schon Aushilfskräfte auf Abruf. Fürs nächste Jahr hat Kristin Franke jede Menge neue Pläne im Kopf: Sie will weitere Bücher schreiben, erstmals auch eins für größere Kinder, die schon selbst lesen können. Sie will ein Wichtelspiel entwickeln, vielleicht auch Backutensilien für Kinder, und weitere Stoffprodukte entwerfen. Das Nähen und Werkeln hat sie von ihrem Opa, der in Kamenz eine eigene Schneiderei besaß: „Ich war oft bei ihm in der Schneiderstube unterm Dach zwischen Knöpfen und Garnspulen. Er hat mir das Nähen beigebracht.“

„Es läuft so, wie ich es mir erträumt habe“, schaut die Jungunternehmerin stolz auf das zurück, was sie bisher erreicht hat. Ihr Mann Daniel Franke ist ebenfalls selbstständig, betreibt zahlreiche Online-Portale für Finanztests und Finanzvergleiche. Beide sind auch politisch aktiv, in der FDP. „Ich bin 2007 nach Leipzig gezogen, das ist meine Stadt geworden, hier will ich auch mitreden“, sagt Kristin Franke. Besonders für die Themen Schule und Bildung will sie sich engagieren.

Von Kerstin Decker

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