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Lokales Leipzigerin landet mit ihrem Unternehmen auf der Forbes-Liste „30 under 30“
Leipzig Lokales Leipzigerin landet mit ihrem Unternehmen auf der Forbes-Liste „30 under 30“
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09:00 25.04.2017
Catherine Allié zeigt Wolle, die sie für ihr Unternehmen aus Indien bekommt.
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Leipzig

„We are KAL“ heißt das Unternehmen von Catherine Allié, das sie auf die Forbes-Liste „30 under 30“ für Europa gebracht hat. Die 27-Jährige stellt Kleidung aus nachhaltigen Rohstoffen her, die fair gehandelt werden. Die Wolle kommt aus Indien, hergestellt wird die Kleidung in Leipzig. Auf die Liste von Forbes kam sie durch einen Zufall. „Ich sah zufällig bei Facebook, dass eine Bekannte eine Info dazu geteilt hatte und habe darauf reagiert“, so Allié. Erst war sie für die Liste „Social Entrepreneurship“ nominiert, nach verschiedenen Gesprächen mit der Jury wurde sie aber auf der Liste „Retail and eCommerce“ platziert. „Das finde ich allerdings gut, da wir ganzheitlich auf die Kultur und Umwelt achten und nicht nur auf das Soziale“, sagt Allié.

An Zahlen und Fakten des Unternehmens seien die Jurymitglieder zwar auch interessiert gewesen, es ginge ihnen aber auch darum, etwas zu finden, was neu und anders ist. „Auch an mir als Person waren sie interessiert“, erzählt Allié. Die 27-Jährige studierte in Paris BWL und Mode, 2012 ging sie für ein Praktikum nach Indien und lebte dann drei Jahre in Neu Delhi. Dort kam ihr die Idee zu „We are KAL“. „Mit meiner damaligen Mitbewohnerin Lisanne de Bakker habe ich über meine Idee geredet und mich beraten – bis ich dann 2014 den Rucksack packte und mich einfach auf den Weg machte, um Leute zu finden, die mit handgesponnenem Garn und Naturstoffen arbeiten“, sagt Allié. De Bakker gehört nach wie vor fest zum Team ihres Unternehmens.

In den indischen Regionen Assam, Ladakh und Himachal Pradesh fand sie Menschen, die zu ihrer Vorstellung passten und für sie arbeiten wollten. „In die Regionen verirren sich nur selten Touristen, Forscher hatten die Leute manchmal schon kennengelernt, aber mein Anliegen war schon neu für sie“, erzählt die junge Unternehmerin. Es gab ein paar Hürden, schließlich fand sie aber einen Nomadenstamm, der mit ihr zusammenarbeiten wollte und sie mit Yak- und Schafswolle beliefert. Diese Wolle bringt sie zu Ladakhs Hauptstadt Leh, wo sie von einer Gruppe von Frauen gesponnen und gewebt wird. In Himachal Pradesh werden die Kaschmirschals gesponnen und gewebt.

In Assam arbeitet ebenfalls ein Team für Catherine Allié, diese spinnen und weben allerdings einen besonderen Stoff: Eriseide heißt dieser. Das besondere an dieser Seide ist, dass die Rauben nicht getötet werden müssen, damit die Seide gewonnen werden kann.

„Eriseide fühlt sich anders an als die herkömmliche Seide, sie wärmt im Winter und kühlt im Sommer“, erklärt die Leipzigerin. Außerdem würde sie mit häufigem Tragen immer geschmeidiger werden.

Die Herstellung der Kleidung findet in Leipzig statt, zusammen mit der Designerin Irena Zrno. „Die Wahl fiel eher zufällig auf Leipzig“, erzählt Allié. Sie war 2015 auf einem Start-Up-Weekend in der Messestadt und knüpfte dort so viele Kontakte, dass sie herzog. Zweimal im Jahr ist sie aber dennoch in Indien unterwegs, um die Kontakte zu ihren Teams dort aufrecht zu erhalten.

Der Unternehmensname „We are KAL“ hat zudem eine besondere Bedeutung für Allié. „Kal bedeutet auf Hindi gestern und morgen – was gemeint ist, wird durch den Kontext klar“, erklärt die Leipzigerin. Die handgefertigten und traditionell hergestellten Textilien sowie die zeitgenössische Mode empfinde sie als eine Verbindung von gestern, heute und morgen. Offiziell gegründet hat Catherine Allié „We are KAL“ im Oktober 2015, als sie schon in Leipzig wohnte.

Von Andrea Schulze

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