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Lokales Leipzigerin organisiert Hilfe für Flüchtlinge auf Lesbos: „Das ist für mich Europa“
Leipzig Lokales Leipzigerin organisiert Hilfe für Flüchtlinge auf Lesbos: „Das ist für mich Europa“
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09:48 31.10.2015
Maria-Anna Vergitsi organisiert die Hilfslieferungen nach Lesbos.  Quelle: Matthias Puppe
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Leipzig

Die Flüchtlingsdebatte hält die Bundesrepublik in Atem. Während hierzulande viele Bürger vom Strom der Asylbewerber bisher allerdings kaum persönlich betroffen sind, gehören Kriegsflüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos zum täglichen Leben der Bewohner. „Die Lage ist schlimmer als es die Bilder im Fernsehen zeigen“, sagt Maria-Anna Vergitsi. Die gebürtige Athenerin lebt seit neun Jahren in Leipzig und organisiert inzwischen auch Hilfslieferungen in die Ägäis.

Seit 2008 leide ihre Heimat, sagt Vergitsi und meint in erster Linie die griechische Schuldenkrise. Viele ihrer Landsleute sind bereits am Existenzminimum. Im Spätsommer verschärfte sich die Lage der Hellenen allerdings noch einmal. „Bis Anfang August kamen täglich etwa 100 Flüchtlinge auf Lesbos an. Mit einem Tag auf den anderen waren es dann Zehntausende“, erzählt die Wahlleipzigerin. Für die Bewohner der Insel unweit der türkischen Küste sei die Situation inzwischen extrem schwierig. „Aber trotzdem helfen sie, wo sie nur können“, so die gelernte die Kosmetikerin.

Im September entschied Vergitsi, sie selbst auch zu engagieren:  „Im Kindergarten des Forum Thomanum, in den meine Tochter Melitini geht, habe ich zu Spenden aufgerufen. Es kamen gut 100 Kilogramm zusammen – Sachen zum Anziehen, Medikamente, Vitamine, Windeln, Babynahrung, Winterjacken, Schuhe und noch viel mehr.“ Die Mitarbeiter der Freudemann- und der Aesculap-Apotheke organisierten Verbände, Pflaster und antiseptische Mittel. Im Markkleeberger Friseur-Salon „HairFilou“, in dem Vergitsi arbeitet, brachten Kunden Regenjacken vorbei.

Anschließend wurden die Pakete im Kinderzimmer von Tochter Melitini gesichtet und sortiert. „Wir haben die Medikamentenangaben auch ins Griechische und ins Englische übersetzt“, berichtet die Initiatorin. Gut verpackt sollten die Spenden danach auf dem Postweg zu einer nichtstaatlichen Hilfsorganisation mit Sitz in Mytilini auf Lesbos geliefert werden. „Mit großer Unterstützung von DHL, vor allem von Herrn Curti und von Herrn Hughes, mit deren Hilfe  unsere Spenden kostenlos transportiert wurden, waren die Sachen innerhalb von zwei Tagen tatsächlich auf der Insel“, so Vergitsi, die anfügt: „Leipziger helfen Griechen, die Syrern helfen – das ist für mich Europa.“

Was einmal gut funktioniert hat, soll nun Auftakt für mehr sein. „Es darf kein Kind unter Hunger leiden“, sagt Vergitsi. Mit dem Erfolg im Rücken will die Wahlleipzigerin in den kommenden Monaten weitere Hilfslieferungen anschieben. Unterstützung hat sie dabei unter anderem beim Städtepartnerschaftsverein Leipzig-Thessaloniki gefunden, auf dessen Konto mit dem Stichwort „Ja sena“ (Deutsch: „Für Dich!“) auch finanzielle Unterstützung gern gesehen ist, so Vergitsi.

 

Spenden für die Flüchtlingshilfe auf Lesbos

Städtepartnerschaftsverein Leipzig-Thessaloniki e. V.
Baden-Württembergische Bank
IBAN DE48 6005 0101 0002 6480 68
BIC SOLADEST600 (Stuttgart)
Stichwort: „Ja sena“

  

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