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Lokales Leipzigerin sucht dringend geeigneten Stammzellspender
Leipzig Lokales Leipzigerin sucht dringend geeigneten Stammzellspender
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20:20 23.02.2016
Martina Wende ist an einer Form des Blutkrebses erkrankt und braucht dringend einen Stammzellenspender. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig.

Martina Wende ist eine zierliche Frau. Sie sitzt in ihrem Büro im Eingangsbereich des Gewächshauskomplexes im Botanischen Garten der Universität Leipzig. Seit 2007 arbeitet sie dort als Freilandgärtnerin, liebt diese Arbeit. Doch ihre berufliche Laufbahn wird seit 2012 immer wieder unterbrochen. Damals erhielt sie zum ersten Mal die Diagnose Blutkrebs, genauer Non-Hodgkin-Lymphom. „Ich dachte, ich habe etwas mit dem Magen, konnte kaum noch essen und habe zehn Kilo abgenommen“, erinnert sich die 39-Jährige. Nach einer Fehldiagnose – ihr Hausarzt ging von einer Infektion mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber aus – wurde ein Tumor in ihrem Magen entdeckt. „Das war ein Schock.“ Sie kam ins Krankenhaus, erhielt die erste Chemotherapie. Scheinbar mit Erfolg: „Es sah gut aus, eigentlich war alles weg. Ich hab’ mich auch wirklich gut gefühlt.“

Nach sieben Monaten Krankheit konnte sie zurück an ihren Arbeitsplatz. Mehr als ein Jahr lang schien alles wieder in Ordnung zu sein. „Dann hatte ich wieder einen geschwollenen Lymphknoten. Das kam mir gleich komisch vor“, erzählt Wende. Und tatsächlich: Der Krebs war zurück. Es folgten wieder eine Chemotherapie und dann eine Eigenspende. Bei der sogenannten autologen Transplantation wurden ihr nach erfolgreicher Chemotherapie zuvor entnommene eigene Stammzellen wieder eingesetzt. „Aber das hat nichts gebracht. Der Krebs ist wiedergekommen“, so Wende. Im September 2015 erhielt sie zum dritten Mal die Diagnose Blutkrebs. Jetzt unterzieht sie sich gerade einer weiteren kräftezehrenden Therapie. „Letzte Woche mussten wir eine Sitzung abbrechen, meine Werte waren einfach zu schlecht. Vielleicht können wir das diese Woche nachholen.“

Trotz der vielen Rückschläge ist Martina Wende nicht hoffnungslos. Sie sieht jünger aus als sie ist, hat wache, strahlend blaue Augen und ein ansteckendes Lachen. Sie gibt nicht auf, will um jeden Preis gesund werden. „Das ist das A und O. Ich möchte, dass mein Leben wieder normal wird, möchte arbeiten gehen. Und natürlich auch noch was von der Welt sehen“, sagt sie. Ihre größte Stütze ist ihr Mann André. „Er hilft mir, wo er kann. Ist immer für mich da. Das ist sehr viel wert“, schwärmt sie. Bereits seit 1996 sind sie ein Paar, sind gemeinsam vor zwölf Jahren aus Stollberg im Erzgebirge nach Leipzig gezogen. 2010 haben sie hier geheiratet.

Anfang März steht für Wende eine Untersuchung im Computertomographen an. „Es wird geguckt, wie es generell aussieht, und dann wird auch entschieden, wie es weitergehen soll.“ Sind Bilder und Werte gut, wäre das der beste Zeitpunkt für eine Stammzelltransplantation. „Wenn ich die nicht bekomme, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Krebs immer wieder kommt.“ Doch unter rund 18 Millionen Spendern weltweit hatte keiner die passenden Merkmale. „Neun von zehn dieser Merkmale müssen übereinstimmen, damit der Körper die Spende gut annimmt. Im Grunde suchen sie also einen genetischen Zwilling für mich“, erläutert Wende.

Um einen geeigneten Spender zu finden, veranstalten sie, ihr Mann sowie einige Kollegen und Freunde mit Hilfe der Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Samstag, 5. März, eine
große Typisierungsaktion im Marriott-Hotel in der City. Auf der Facebook-Seite „Leipzig hilft Martina“ und in Flyer und Aushängen rufen sie zur Teilnahme auf. Das Ganze verläuft kurz und schmerzlos und dauert maximal zehn Minuten: In dieser Zeit werden den Leipzigern fünf Milliliter Blut ent- und persönliche Daten aufgenommen. „Ich würde mir wünschen, dass sich so viele wie möglich testen lassen, um so vielen Patienten die Hoffnung und die Chance auf ein gesundes Leben zu geben. Auch wenn wir vielleicht für mich keinen Spender finden, ist es eine gute Sache“, sagt Wende.

Stammzellspender-Registrierung am Samstag, 5. März, von 10 bis 15 Uhr im Marriott-Hotel,
Am Hallischen Tor 1; wer den Termin nicht wahrnehmen kann, möge sich bitte online registrieren: www.dkms.de/de/spender-werden

Von Nathalie Helene Rippich

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