Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Leipzigs Abfallgebühren sollen 2018 steigen
Leipzig Lokales Leipzigs Abfallgebühren sollen 2018 steigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:20 27.09.2017
Die Abfallgebühren in Leipzig sollen steigen, weil die Kommune selbst für die Entsorgung mehr bezahlen muss. (Symbolbild)  Quelle: André Kempner
Leipzig

 Höhere Personalkosten, teurere Entsorgungskosten und Investitionen in den Fuhrpark: In Leipzig sollen deshalb ab 2018 die Abfallgebühren steigen. Wie das Umweltdezernat von Bürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) am Dienstag mitteilte, plant die Kommune, die Kosten pro Leerung der Restmülltonne genauso wie die Verwertungsgebühr als Festbetrag für die Entsorgung verschiedener Abfallarten (siehe Kasten). In Leipzig wird auch eine Biotonnenfestgebühr für die Leerung der Tonne im 14-täglichen Turnus erhoben.

Die Stadt rechnet im kommenden Jahr mit Ausgaben von 41,8 Millionen Euro für die Abfallentsorgung – 2,6 Millionen Euro mehr als bisher. Wenn der Stadtrat am 17. November zustimmt, werden die Leipziger das im kommenden Jahr mitbezahlen.

Das ist die Verwertungsgebühr

Die Verwertungsgebühr ist als Festgebühr eine Gegenleistung für die Entsorgung der Abfallarten, die verwertet werden. Im Detail: Zum einen ist der gesamte Bereich der Wertstoffhöfe darüber abgedeckt. So können Leipziger zum Beispiel Sperrmüll, Altholz und Elektrogeräte auf den 17 Wertstoffhöfen kostenfrei abgeben. Ein weiteres Beispiel zur Finanzierung über die Verwertungsgebühr ist die Schadstoffsammlung: Entsprechend § 15 Abs. 8 Abfallwirtschaftssatzung können haushaltstypische Mengen von Schadstoffen (z. B. Farbreste, Batterien, Altmedikamente, Pflanzen- und Holzschutzmittel) kostenfrei am Schadstoffmobil oder an der stationären Sammelstelle in der Lößniger Straße 7 abgegeben werden.

In der zur Verfügung stehenden „Blaue Tonne“ werden, für die Bürger kostenfrei, Pappe und Papier gesammelt. Darüber hinaus ist in der Verwertungsgebühr der kommunale Anteil an der „Gelben Tonne plus“ enthalten. Neben Verpackungen wie Becher von Milchprodukten und Tetrapacks (Finanzierung über das Duale System – keine Gebühren für den Bürger) werden in Leipzig in der gelben Tonne bzw. gelben Sack auch stoffgleiche Nichtverpackungen entsorgt (deshalb das „Plus“). Diese stoffgleichen Nichtverpackungen sind zum Beispiel altes Geschirr und Spielzeug aus Plaste sowie Töpfe, Pfannen und Schüsseln aus Metall, die ebenfalls über die Verwertungsgebühr abgedeckt sind. Und schließlich sind auch die Vorhaltekosten für die Biotonne enthalten. Damit sind die Fixkosten bei der Bioabfallsammlung gemeint wie zum Beispiel die Fahrzeuge und die Mitarbeiter. Dagegen beinhaltet die Biotonnenfestgebühr die variablen Kosten wie die Bioabfallmenge und den Spritverbrauch.

Bei der Festlegung der Verwertungsgebühr fließen immer auch die Erlöse der verwertbaren Abfallarten mit ein. Die Stadtreinigung Leipzig verkauft beispielsweise den Schrott und die Erlöse werden kostenmindernd in der Gebühr berücksichtigt. Erhoben wird die Verwertungsgebühr anhand der Größe der Restabfallbehälter. 

Quelle: Stadtreinigung Leipzig

So könnte die Rechnung für Nutzer von 60-Liter-Behältern dann aussehen: Bei der kleinsten Restmüll-Tonnengröße und wöchentlicher Leerung zahlen Kunden künftig 195,52 Euro statt bisher 189,28 Euro im Jahr. Für die Biotonne werden statt 28,32 Euro dann 31,56 Euro fällig und die Gebühr für Wertstoff-Sammelsysteme wie die Gelbe Tonne & Co. steigt von 36,60 Euro auf 39,72 Euro im Jahr. Die Jahresrechnung steigt damit für diesen Haushalt um 12,60 Euro. Bei ebenfalls wöchentlicher Restmüll-Leerung müssen Nutzer von 120-Liter-Tonnen sogar rund 40 Euro pro Jahr mehr zahlen.

Kosten im Detail

Einzeln betrachtet kostet die Restmüll-Leerung, die nach Bedarf durchführt wird, nach den Plänen der Verwaltung ab Januar 3,76 Euro pro 60-Liter-Behälter (plus 12 Cent), 6,04 Euro für den 120-Liter-Behälter (plus 44 Cent) und 8,32 Euro für den 240-Liter-Behälter (plus 23 Cent). Eine Leerung pro Quartal bleibt Pflicht.

Die Monatsgebühren für Sammelsysteme wie die Gelbe Tonne und Papier steigt für den 60-Liter-Behälter auf 3,31 Euro (plus 26 Cent), für den 80-Liter-Behälter auf 4,11 Euro (plus 29 Cent), für den 120-Liter-Behälter auf 5,26 Euro (plus 39 Cent) und bei dem 240-Liter-Behälter auf 10,84 (plus 88 Cent). Für den 1100-Liter-Behälter werden künftig 50,09 Euro fällig, ein Plus von 3,23 Euro. Über diese Gebühren werden auch die 17 Wertstoffhöfe der Stadt mitfinanziert, erklärte das Umweltdezernat.

Nur in zwei Fällen zahlen Kunden voraussichtlich künftig weniger: Für den 80-Liter-Behälter Restabfall sinkt die Gebühr pro Leerung um sechs Cent auf 4,85 Euro, beim 1100-Liter-Behälter sparen die Kunden 88 Cent pro Leerung und zahlen noch 33,05 Euro. In allen anderen Fällen wird der Kunde stärker zur Kasse gebeten.

Von Evelyn ter Vehn

Update: in einer früheren Version war davon die Rede, dass die Gebühren für die Gelbe Tonne steigen. Das war missverständlich, da es sich tatsächlich um den kommunalen Anteil für die Gelbe Tonne plus handelt. Alle Details zur Zusammensetzung der Verwertungsgebühr finden Sie im Kasten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Gongschlag aus der Leipziger Spinnerei: Dort baut das Zukunftsforschungs-Institut 2bAhead ein neues Start-up-Zentrum auf. Jedes Jahr sollen bis zu zehn Neugründungen an den Start gehen, die das Potenzial haben, die Welt zu verbessern und ihre Gründer zu Millionären zu machen.

21.02.2018

Die neuen Planungsansätze im Verkehrs- und Tiefbauamt der Stadt werden nun in der Bürgerschaft diskutiert. Braucht Leipzig die beiden Ringsysteme komplett oder reichen Fragmente – die Meinungen gehen auseinander.

12.09.2017

Der Stadtrat hat den Weg frei gemacht: Auch 2018 fördert Leipzig interkulturelle Projekte von Vereinen und Verbänden. Annahmeschluss für Unterlagen ist allerdings schon Ende September.

11.09.2017